Wirtschaftsministerin in China – Reiche mahnt fairen Wettbewerb an


Katherina Reiche während eines Treffens mit Chinas Handelsminister Wang.

Stand: 27.05.2026 • 07:42 Uhr

Für Deutschland ist China Handelspartner Nummer eins. Darum will Wirtschaftsministerin Reiche bei ihrem Besuch in der Volksrepublik die Zusammenarbeit stärken. Aber dafür müssen die Bedingungen stimmen.

Drei Tage lang ist Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche zu Besuch in China. Gleich zu Beginn ihrer Reise setzt die CDU-Politikerin den Schwerpunkt vor allem auf eines: faire Wettbewerbsbedingungen für deutsche Unternehmen in der Volksrepublik und im Handel mit China.

„Wettbewerb ist uns nicht fremd. Wettbewerb bringt uns nach vorn“, betonte Reiche vor einem Treffen mit dem chinesischen Handelsminister Wang Wentao in Peking. Wettbewerb müsse aber auch so ausgestaltet sein, dass er zu beiderseitigem Nutzen und transparent sei. Dabei müsse das Prinzip der Reziprozität gelten, also vergleichbare Marktzugangs- und Wettbewerbsbedingungen für Konzerne in Deutschland und China.

Neben dem Thema Wettbewerb und Marktzugangsbedingungen für Unternehmen will Reiche mit Wang unter anderem auch über Lieferketten und einen Zugang für Deutschland zu seltenen Erden in China sprechen.

Auch Konzernvertreter sind nach China gereist

Bereits vor ihrem Treffen mit Wang war die Ministerin mit Zhou Haibing, einem Vizeminister der Staatlichen Kommission für Entwicklung und Reform, zu Gesprächen zusammengekommen. Die Behörde gilt als eine der wichtigsten wirtschaftspolitischen Planungsstellen Chinas.

Um belastbare wirtschaftliche Beziehungen zu knüpfen, brauche es „sehr gute bilaterale Gespräche“, mahnte Reiche. So wie sie Bundeskanzler Friedrich Merz auch bei seinem Besuch in China im Februar geführt habe. Nun sei es ihre Aufgabe, „diesen Faden aufzunehmen“.

Um die wirtschaftlichen Bande enger zu knüpfen, will Reiche während ihres Aufenthaltes in der Volksrepublik auch mit dem stellvertretenden Ministerpräsident He Lifeng zusammenkommen, der in der chinesischen Regierung Handelsfragen mitverantwortet.

Begleitet wird die Wirtschaftsministerin auf ihrer Reise von einer Reihe deutscher Unternehmensvertreter, darunter BASF-Chef Markus Kamieth und der Vorstandsvorsitzende von Thyssenkrupp, Miguel Ángel López Borrego.

China ist wichtigster Handelspartner für Deutschland

China ist Deutschlands wichtigster Handelspartner, allerdings werden weit mehr Waren aus der Volksrepublik eingeführt als dorthin exportiert. Das Handelsvolumen lag nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im vergangenen Jahr bei etwas mehr als 250 Milliarden Euro.

Deutschland importierte Waren im Wert von 170,6 Milliarden Euro aus China und steigerte seine Importe damit im Vergleich zum Vorjahr nochmals um 8,8 Prozent. Die deutschen Exporte nach China gingen dagegen um 9,7 Prozent auf 81,3 Milliarden Euro zurück.



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