Wie Actiniumfluorid das Rätsel um Antimaterie lösen könnte

Das Actinium-Atom in AcF hat einen leicht verformten Kern, der sogenannte CP-verletzende Effekte sichtbar machen und verstärken kann. Hierbei handelt es sich um Abweichungen von physikalischen Symmetrien, die erklären könnten, warum es mehr Materie als Antimaterie gibt. Ist Actiniumfluorid als Gas verfügbar, könnten Effekte messbar gemacht werden, die sich bisher nicht nachweisen ließen. „Damit eröffnet AcF eine neue Möglichkeit, zu verstehen, warum das Universum so aussieht, wie es aussieht“, sagt der bis vor Kurzem in Kassel tätige Physiker Alexander Breier.
Eigentlich hätten Materie und Antimaterie, die beim Urknall entstanden sind, einander vollständig vernichten müssen. Warum es anders gekommen ist, kann die Physik bis heute nicht erklären. Vermutet wird ein Zusammenhang mit CP-Verletzungen, wobei C für Ladungskonjugation und P für Parität steht. Unter CP-Invarianz versteht man die Erwartung, dass die physikalischen Gesetze gleich bleiben, wenn alle Teilchen durch ihre Antiteilchen ersetzt und gleichzeitig die Raumkoordinaten gespiegelt werden. Für die Entdeckung, dass dieses Symmetrieprinzip durchbrochen werden kann, erhielten zwei amerikanische Physiker 1980 den Nobelpreis.
