Maldiven: Italienische Taucher sterben in Höhle ohne Ausgang


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Fünf italienische Taucher, die auf den Malediven ums Leben kamen, haben sich vermutlich in einer Unterwasserhöhle verirrt. Das erklärte am Donnerstag die Geschäftsführerin der Organisation, die an der Bergung der Leichen beteiligt war.


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Die vier zunächst noch vermissten Taucher waren bereits Anfang der Woche von einem finnischen Spezialteam der Organisation Dan Europe entdeckt worden. Das italienische Außenministerium teilte mit, die Gruppe sei verschwunden, als sie versuchte, Höhlen in rund fünfzig Metern Tiefe zu erkunden.

Nach ersten Erkenntnissen besteht die Höhle aus drei großen Kammern, die durch enge Passagen miteinander verbunden sind. Die ersten Rettungsversuche gestalteten sich schwierig: Wegen der großen Tiefe waren längere Tauchgänge kaum möglich, da die Rettungsteams nicht genügend Atemgas für die notwendigen Dekompressionsstopps mitführen konnten.

„Von dort gab es keinen Ausweg“, sagte Laura Marroni von Dan Europe der Zeitung La Repubblica.

Nach ihren Angaben beginnt die Höhle nahe der kleinen Insel Alimatha mit einer großen, hellen Kaverne. Von dort führt ein etwa dreißig Meter langer Gang weiter, in dem die Sicht mit künstlichem Licht zunächst sehr gut gewesen sei. Dahinter liegt eine zweite große Kammer ohne natürliches Licht, die durch eine Sandbank vom Eingangskorridor getrennt wird.

Laut Marroni war es zwar leicht, über diese Sandbank in die zweite Kammer zu gelangen. Beim Versuch zurückzukehren könne die Erhöhung jedoch den Blick auf den Ausgang versperren und die Orientierung erschweren.

Die Leichen der Taucher wurden schließlich in einem kleineren Seitengang nahe der Sandbank gefunden.

„Eine Rückkehr wäre extrem schwierig gewesen – besonders mit dem begrenzten Luftvorrat“, sagte Marroni. Vermutlich hätten die Taucher nur noch wenige Minuten Atemgas gehabt.

Auch ein Mitglied der Rettungskräfte kam bei dem Einsatz ums Leben: Sergeant Major Mohammed Mahdi von den maledivischen Streitkräften starb während der Suche nach den Vermissten.

Italiens Außenminister Antonio Tajani sprach seinem Amtskollegen auf den Malediven sein Beileid aus.

„Diese Tage der Trauer für Italien werden durch die Nachricht noch schwerer, dass einer Ihrer mutigen Soldaten, Sergeant Major Mohammed Mahdi, gestorben ist, als er versuchte, die Leichen unserer Landsleute zu bergen“, erklärte Tajani.

„Diese Tragödie verbindet Italien und die Malediven in gemeinsamer Trauer und im Respekt vor den Opfern“, fügte er hinzu.



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