Sparkassen und Volksbanken zahlen weniger Zinsen in Ostdeutschland
Sparkassen & Volksbanken
Im Osten des Landes bekommt man weniger Zinsen auf das Ersparte
Wer sein Erspartes in Festgeld bei der Volksbank oder der Sparkasse anlegen will, kriegt im Osten viel weniger Zinsen als im Westen Deutschlands. Unsere Karte zeigt die Unterschiede
Vor Ort ist es oft die Sparkasse oder die Volksbank, die den lokalen Fußballclub oder das Schützenfest sponsert. Doch das heißt nicht, dass die Kunden der regionalen Bank mit der Filiale in der Stadt auch gute Zinsen auf ihr Erspartes bekommen. Im Gegenteil: Meist hängen die regionalen Banken den überregionalen Instituten dabei deutlich hinterher – vor allem beim Tagesgeld, aber auch beim Festgeld.
Damit nicht genug: Wie sich nun zeigt, gibt es beim Festgeld auch zwischen den Regionen starke Unterschiede. Wie eine Auswertung von Biallo.de für den stern und Capital zeigt, bieten die Sparkassen und Genossenschaftsbanken in Ostdeutschland deutlich weniger Zinsen als die Kollegen im Westen.
Während es aktuell in den alten Ländern im Schnitt 1,82 Prozent auf einjähriges Festgeld gibt, sind es im Osten nur 1,28 Prozent. Einen Überblick bietet folgende Karte:
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Die überregionalen Banken in der Datenbank vom Finanzportal Biallo bieten dagegen im Schnitt 2,27 Prozent.
Nur, warum ist das so? Viel spricht dafür, dass im Osten der Konkurrenzkampf nicht so ausgeprägt ist. Die typische Sparkasse wie Volks- und Raiffeisenbank „orientiert sich an den regionalen Konkurrenten“, sagt Marktbeobachter Rudolf Krux von Biallo. Wenn aber auf dem dünn besiedelten Land am Ort nur eine Bank mit Filiale ansässig ist, dann muss die auch nicht in Konkurrenz treten. Das könnte die niedrigeren Zinsen im Osten erklären.
Bei Tagesgeld sind Sparkassen und Volksbanken abgehängt
Auffällig ist, dass unter den Genossenschaftsbanken die höchsten Zinsen tendenziell jene bieten, die in mehreren Bundesländern präsent sind. So zahlt etwa die PSD Nürnberg, die auch Filialen in Leipzig, Chemnitz, Regensburg und Dresden betreibt, mit 2,31 Prozent aktuell gute Festgeldzinsen für ein Jahr Laufzeit (und sogar 2,71 Prozent, wenn man von einem Zinsvergleichsportal kommt). Auch das unterstreicht, dass weniger eine Rolle spielt, ob Ost oder West, sondern mehr, wie die Konkurrenzlage für die jeweilige Bank als Ganzes ist.
Laut Rudolf Krux sind die Sparkassen und Volksbanken in der jüngsten Zeit konkurrenzfähiger bei längerfristigen Festgeldern geworden. Weit abgehängt seien sie aber (im Schnitt) beim Tagesgeld. Das habe auch damit zu tun, dass viele überregionale Banken das Tagesgeld als Lockmittel nutzen, um neue Kunden zu werben. Dafür werden immer wieder besonders attraktive Neukundenangebote aufgelegt. In den Beispielen in diesem Artikel haben wir ausschließlich normale Angebote verglichen.
Beim Tagesgeld sind dagegen die Unterschiede zwischen den Regionen nicht besonders groß, der Schnitt liegt bei 0,42 Prozent. Deutlich mehr gibt es in Mecklenburg-Vorpommern und Bremen, wo es aber nur wenige regionale Anbieter gibt, weshalb Ausreißer mehr Gewicht haben.
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Beim Tagesgeld liegen die überregionalen Anbieter im Schnitt bei 1,22 Prozent Zinsen, also beinahe dreimal so hoch.
Natürlich gibt es immer vereinzelt auch Filialbanken in der Region, die gute Zinsen bieten. In der Regel aber gilt: So praktisch es ist, Geld bei seiner Hausbank anzulegen, es lohnt sich, Zinsen zu vergleichen – und weitere Konten für Tages- und Festgeld anzulegen.
Dieser Artikel ist eine Übernahme von Stern+, dem digitalen Premium-Angebot des Stern. Auf Capital.de ist er hier exklusiv sechs Monate abrufbar. Der Stern gehört wie Capital zu RTL Deutschland.
