Ukraine News: Russland und Ukraine verkünden Waffenruhe für unterschiedliche Tage – Politik
Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Ukrainische Drohne beschädigt Wohnhaus nahe Moskaus Zentrum
Schwere Kämpfe um strategisch wichtige Stadt Kostjantyniwka
Bericht: Massiver russische Drohnenangriff auf Kiew
Selenskij warnt Belarus erneut vor einem Kriegseintritt
Selenskij verspricht stärkere Flugabwehr für Odessa und Dnipro
Russland verkündet Waffenruhe für 8. und 9. Mai – Ukraine für Nacht auf 6. Mai
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij lehnte Russlands Vorschlag für die Feuerpause zunächst als „nicht ernst gemeint“ ab. Kiew habe bislang keinen offiziellen Vorschlag erhalten, betonte er. Wenig später verkündete Selenskij überraschend eine eigene Feuerpause. „Wir verkünden eine Waffenruhe, beginnend ab 0.00 Uhr (23 Uhr deutscher Zeit) in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai“, teilte er mit.
„Wir sind der Ansicht, dass menschliches Leben einen unvergleichlich höheren Wert hat als die „Feier“ irgendeines Jahrestages“, schrieb Selenskij bei Telegram. „Es ist an der Zeit, dass die russischen Machthaber konkrete Schritte zur Beendigung ihres Krieges unternehmen, wenn schon das russische Verteidigungsministerium der Ansicht ist, dass es ohne den guten Willen der Ukraine keine Parade in Moskau abhalten wird“, fügte er an.
Viele Tote durch russische Angriffe in der Ukraine
Bei verschiedenen Angriffen im südukrainischen Gebiet Cherson kamen nach Angaben der regionalen Staatsanwaltschaft zwei Männer ums Leben. Ein 72-Jähriger wurde demnach durch Artilleriebeschuss im Dorf Schyroka Balka getötet, ein 71-Jähriger bei Beschuss im Dorf Komyschany.
Auch in der benachbarten Region Saporischschja gab es weitere Todesopfer. Bei russischen Drohnenangriffen wurden nach Behördenangaben in der Kleinstadt Wilnjansk mindestens zwei Menschen getötet und vier verletzt. Der Ort liegt rund 35 Kilometer von der Frontlinie entfernt.
Selenskij: Ukrainische Drohnen über Moskauer Siegesparade?
„In diesem Sommer wird der Moment kommen, an dem (Russlands Präsident Wladimir) Putin entscheiden wird, was er weiter tun will, den Krieg auszuweiten oder den Weg der Diplomatie einzuschlagen“, sagte Selenskij laut Mitschnitt seiner Rede. Bei der Parade zur Erinnerung an den sowjetischen Sieg im Zweiten Weltkrieg werde Moskau zum ersten Mal seit vielen Jahren keine Militärtechnik mehr zeigen. „Und es könnten auch ukrainische Drohnen über dieser Parade fliegen. Das zeigt, dass sie nicht so stark sind wie früher.“
Das Verteidigungsministerium hat schon vor Tagen angekündigt, dass bei der Parade am 9. Mai keine Panzer und Raketen gezeigt werden. Das könnte aus Furcht vor ukrainischen Drohnen sein. Beobachter in Moskau verweisen aber auch darauf, dass die triumphierende Zurschaustellung der Militärmacht nicht zur derzeit gedrückten Stimmung in Russland passen würde.
Ukrainische Drohne beschädigt Wohnhaus nahe Moskaus Zentrum
Zwar meldet Russland häufig ukrainische Drohnenangriffe auf den Großraum Moskau, allerdings zielen diese eher auf Militäranlagen und Vororte. Zivile Infrastruktur wird in der Hauptstadt selten beschädigt. Die meisten Drohnen werden staatlichen Angaben zufolge abgeschossen. Für die Nacht zu Montag meldete das russische Verteidigungsministerium 117 angeblich abgefangene feindliche Drohnen.
Das russische Verteidigungsministerium hatte bereits Ende April mitgeteilt, aus Furcht vor ukrainischen Drohnenangriffen finde die Militärparade am Samstag in diesem Jahr ohne Panzer und Raketen statt. Russland feiert am 9. Mai traditionell den Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg 1945.
Großbritannien will sich an EU-Milliardenkredit für die Ukraine beteiligen
Der im April von der EU gebilligte Kredit an Kiew soll einen Großteil des ukrainischen Finanzbedarfs für die kommenden zwei Jahre decken. Das Geld ist überwiegend für Militärausgaben im seit vier Jahren andauernden Krieg gegen Russland vorgesehen. Die zusätzlichen Gelder könnten der Regierung zufolge zudem britischen Rüstungsunternehmen neue Aufträge bescheren.
Tote nach ukrainischen Drohnenangriffen
Durch einen ukrainischen Drohnenangriff sind in der grenznahen russischen Region Belgorod mindestens zwei Menschen getötet worden. Eine Frau sei zudem mit Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow bei Telegram mit. Die dreiköpfige Familie sei in ihrem Auto im Dorf Netschajewka von einer ukrainischen Drohne attackiert worden. Die Siedlung ist knapp acht Kilometer von der russisch-ukrainischen Grenze entfernt.
Opfer nach russischen Angriffen auf Dnipro und Saporischschja
In der südostukrainischen Industriestadt Dnipro ist mindestens ein Mensch bei russischen Raketenangriffen getötet worden. Elf weitere seien verletzt worden, teilte der Chef der Militärverwaltung der Region Dnipropetrowsk, Oleksander Hanscha, bei Telegram mit. Sechs Verletzte mussten in Krankenhäusern behandelt werden. Nach Auskunft von Bürgermeister Borys Filatow wurden bei dem Angriff ein Studentenwohnheim, zwei Hochschulgebäude und mehrere Wohnhäuser beschädigt.
Auch in der rund 50 Kilometer südlich gelegenen Großstadt Saporischschja wurden nach Behördenangaben mindestens fünf Menschen bei russischen Drohnenangriffen verletzt.
Ukraine: Neuer Drohnenangriff bei besetztem AKW gemeldet
Es habe keine Verletzten gegeben, hieß es von dem von Russland eingesetzten Kraftwerksmanagement. Allerdings wurde erst Anfang der Woche nach Angaben der Besatzungsbehörden ein AKW-Mitarbeiter bei einem Drohnenangriff getötet.
Kiew kommentierte diesen Vorfall nicht und äußerte sich auch nicht zum Angriff auf das Labor.
Das mit sechs Reaktoren und einer Nennleistung von 6000 Megawatt größte Atomkraftwerk Europas steht seit März 2022 unter russischer Kontrolle. Es produziert derzeit keinen Strom. Mehrere ukrainische Rückeroberungsversuche scheiterten. Ein IAEA-Team ist ständig vor Ort, um die Lage zu beobachten und durch seine Präsenz einen Atomunfall zu verhindern.
Ukraine greift russischen Ostseehafen Primorsk an
Das unabhängige Portal Astra schrieb unter Berufung auf die Auswertung von Satellitenbildern, dass wohl das Ölterminal selbst und ein Flugabwehrsystem des Typs Panzir von Drohnen getroffen worden seien. Über die Schwere der Schäden gibt es keine Angaben.
Derweil berichten andere Medien auch von Drohnenangriffen auf die südrussische Hafenstadt Noworossijsk. Dort seien zwei Tanker der russischen Schattenflotte getroffen worden, heißt es. Offiziell bestätigt wurden die Angaben bislang nicht.
Die Ukraine wehrt sich mit den Drohnenangriffen gegen die von Russland betriebene Invasion. Immer wieder zielt Kiew dabei neben militärischen Objekten auch auf Anlagen der Ölindustrie. Dies soll dem russischen Militär die Treibstoffversorgung und dem Kreml die Kriegsfinanzierung erschweren.
Selenskij sanktioniert seinen ehemaligen Kanzleichef
Bohdan leitete das Präsidentenbüro von Mai 2019 bis Februar 2020. Der Jurist selbst vermutete in einem Facebook-Post, dass Selenskij wegen kürzlicher Medienberichte über eine mögliche Verstrickung von ihm und seiner Frau Olena Selenska in korrupte Geschäfte gekränkt sei. Demnach unterstellt Selenskij einen Zusammenhang zwischen den Veröffentlichungen und Bohdans Tätigkeit als Anwalt.
Erst im April hatte Selenskij in den Niederlanden einen weiteren Preis als Verteidiger der Freiheit erhalten. Er geht jedoch seit Langem auch gegen ukrainische Staatsbürger mit Sanktionen ohne Gerichtsverfahren vor, darunter Oppositionelle wie Ex-Präsident Petro Poroschenko und Journalisten.
Schwere Kämpfe um strategisch wichtige Stadt Kostjantyniwka
Russische Truppen rücken nach ukrainischen Angaben auf die Stadt Kostjantyniwka in der östlichen Region Donezk vor. Laut dem ukrainischen Armeechef Oleksandr Syrskyj versuchen die russischen Truppen mit Infiltrationstaktiken, am Rande der Stadt Fuß zu fassen. Man wehre die hartnäckigen Versuche ab, erklärt Syrskyj weiter. Kostjantyniwka ist Teil eines stark befestigten Verteidigungsgürtels der ukrainischen Armee.
Bericht: Massiver russische Drohnenangriff auf Kiew
Laut Medienberichten fliegen bis zu 30 Drohnen auf Kiew zu. Diese Angaben sind zunächst nicht unabhängig bestätigt. Der staatliche Katastrophenschutz meldet Brände in drei Häusern und einem zweistöckigen Wohngebäude, die Einsatzkräfte löschen. Opfer werden dabei zunächst nicht gemeldet. Der Angriff folgt auf einen seltenen russischen Drohnenangriff bei Tageslicht am Freitag, bei dem in der westukrainischen Stadt Ternopil mindestens zwölf Menschen verletzt wurden.
Auch die Ukraine greift diese Nacht Russland mit Drohnen an. In Moskau und St. Petersburg ist der Flugbetrieb an mehreren Flughäfen vorübergehend eingestellt worden – nach Behördenangaben aus Sicherheitsgründen. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin meldet den Abschuss zweier Drohnen. In der Oblast Leningrad wurden laut Gouverneur Alexander Drosdenko mindestens 35 Drohnen abgeschossen.
Selenskij warnt Belarus erneut vor einem Kriegseintritt
Bereits im April warnte Selenskij Minsk vor einer Beteiligung am russischen Krieg gegen die Ukraine. Seitdem verhängte Kiew neue Sanktionen gegen Belarus, dabei unter anderem gegen zwei Söhne von Staatschef Alexander Lukaschenko.
Bei ihrem Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 stieß die russische Armee auch vom Gebiet des Verbündeten Belarus in Richtung der ukrainischen Hauptstadt Kiew vor. Direkt beteiligte sich Minsk jedoch nicht an den Kampfhandlungen.
Ukraine: Tote bei russischer Attacke auf Kleinbus
Bei einem russischen Drohnenangriff auf einen Kleinbus in der südukrainischen Stadt Cherson sind nach offiziellen Angaben mindestens zwei Menschen, ein Mann und eine Frau, ums Leben gekommen. „Darüber hinaus sind noch sieben Passagiere des Kleinbusses verletzt worden – sechs Männer und eine Frau“, teilte der Militärgouverneur von Cherson, Olexander Prokudin, auf Telegram mit. Alle Verletzten seien ins Krankenhaus gebracht worden.
Selenskij verspricht stärkere Flugabwehr für Odessa und Dnipro
Die südostukrainische Industriestadt Dnipro wurde insbesondere vergangene Woche mit Raketen und Drohnen unterschiedlichen Typs angegriffen. Der Großraum um die Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer wird regelmäßig von russischen Kampfdrohnen attackiert.

