Endzwanziger erzählen über Zweifel und Co.


Leonie, eine junge Frau, sitzt in einer Bar auf einer Bank und schaut gedankenverloren aus dem Fenster. Sie stützt sich auf einem Tisch ab, auf dem ein Getränk steht.

Alles Krise? So fühlen sich die Endzwanziger manchmal an, obwohl eigentlich alles okay sein könnte. Eine wilde Mischung aus Unsicherheiten, Druck und Identitätssuche.

19.04.2026 | 27:10 min


Lisa, 30, Sprecherin aus Miltenberg

Eine Frau sitzt in einer Wohnung auf dem Boden und stützt sich auf einen Umzugskarton.

Lisas Quarterlife Crisis ist geprägt von Umzügen, dabei möchte die 30-Jährige nur irgendwo ankommen, wo es eine Zukunftsperspektive für sie gibt.

Quelle: Patrick Slesiona


Ich wünsche mir so sehr eine Anleitung zum Erwachsenwerden.

Lisa, Sprecherin aus Miltenberg

Die 30-jährige Lisa fühlt sich rastlos. Sie sucht nach einem Ort zum Ankommen, einem Zuhause für die nächsten Jahre. Doch diesen Ort zu finden, fällt ihr schwer. Letzten Herbst ist sie nach mehreren Zwischenmieten wieder in ihrer Heimat, einem kleinen bayerischen Dorf, gestrandet.

Ich habe keinen Bock mehr, immer wieder Tschüss zu sagen. Ich will einfach irgendwo ankommen.

Lisa, Sprecherin aus Miltenberg

Sie fände es wunderschön in ihrer Heimat, sagt Lisa. „Aber berufsbedingt macht es für mich hier einfach keinen Sinn.“

Nach kurzer Zeit in der Heimat also alles wieder auf Anfang: Lisa zog zur Zwischenmiete nach Hamburg. Für sie, als gelernte Sprecherin, ist das eine Chance, da es hier viele Verlagshäuser gibt. Aber kann sie in Hamburg, trotz all der Möglichkeiten wirklich ankommen?

„Da sind so viele Fragen, auf die es keine Antworten gibt“, sagt die 30-Jährige. „Ich möchte ankommen. Wann wird das passieren? Ich möchte unbedingt heiraten. Wann wird das passieren? Ich möchte unbedingt eine Familie gründen. Wann wird das passieren?“

Furkan, 29, Anwalt aus Sack

Nahaufnahme eines Mannes

In seiner Quarterlife Crisis sucht Furkan nach seiner eigenen Identität, während er sich als Rechtsanwalt selbständig macht.

Quelle: ZDF


Furkan wuchs in einem kleinen bayerischen Dorf auf. Lange war er auf der Suche nach sich selbst, seiner Kultur und seiner Identität. „Ich habe mich damit abgefunden, dass ich von jeder Kultur die schönsten Seiten kombiniere“, sagt der 29-Jährige.

Ich will mich nicht mehr damit identifizieren, dass ich zu den Türken oder zu den Deutschen oder zu den Migras gehöre, sondern ich will einfach ich selbst sein.

Furkan, Anwalt aus Sack

Lisa, eine junge Frau, sitzt auf dem Boden einer Wohnung. Sie stützt sich auf einen Umzugskarton ab und schaut lustlos in die Kamera.

Zwischen Erwartungen und eigenen Wünschen: fünf junge Erwachsene über gesellschaftlichen Druck, Verantwortung – und Momente, die sich wie eine Krise anfühlen.

26.04.2026 | 27:10 min


Auf eine der großen Fragen in den Endzwanzigern hat er eine Antwort. Nämlich, was er beruflich machen will. Letzten Herbst wurde er nach einem langwierigen Jura-Studium zum Rechtsanwalt vereidigt. „Als erster Anwalt in der Familie, … was ich da mitgemacht habe. Was alle ersten Akademikerkinder mitmachen, ist einfach extrem hart.“

Zum Erwartungsdruck der Familie kommt dann der eigene Druck. Furkan hat große Pläne: Er hat sich mit einer Wohnzimmerkanzlei selbstständig gemacht.

Leonie, 27, Marketingmanagerin aus München

Eine junge Frau sitzt in einer Wohnung auf dem Boden.

Leonie kämpft in ihrer Quarterlife Crisis mit starken Selbstzweifeln, aber gibt nicht auf.

Quelle: Robert Brembeck


Leonie empfindet Druck. Letztes Jahr hat sie ihren Job verloren. „Gekündigt zu werden, war so ein gewisses Gefühl von Ablehnung“, berichtet die 27-Jährige.

Ich habe dann natürlich auch an mir selber gezweifelt und mich gefragt: Bin ich nicht gut genug?

Leonie, Marketingmanagerin aus München

Akademikerarbeitslosigkeit

Ein Masterabschluss galt lange als Jobgarantie. Heute suchen Uniabsolventen länger denn je. Umso wichtiger ist es da, persönlichen Kontakt zu Unternehmen aufzubauen.

14.04.2026 | 1:59 min


Sie schrieb über 30 Bewerbungen, doch der Arbeitsmarkt ist herausfordernd. Und nicht nur die Kündigung macht ihr Sorgen. Schon früh übernahm sie wegen eines Schicksalsschlags Verantwortung für ihre Familie. Umso härter traf es sie, dass sie ihre Familie nicht finanziell unterstützen konnte.

Aber aufgeben ist für Leonie keine Option: Trotz Zukunftssorgen gründete sie mit einer Freundin eine Community- und Eventreihe für Frauen. Und fand nach langer Suche einen Job in Teilzeit.

Jonny, 26, Musiker aus Bonn

Ein Mann steht auf einer Bühne und streckt die Arme nach oben

Jonny trifft in seiner Quarterlife Crisis eine wichtige Berufsentscheidung und startet als Musiker durch.

Quelle: ZDF


„Die Endzwanziger sind bis jetzt die aufregendste, spannendste und wildeste Zeit meines Lebens“, sagt Jonny, der in Bonn aufgewachsen ist. „Es sind einfach noch so viele wegweisende Entscheidungen offen.“

Der 26-Jährige verarbeitet diese Lebensphase der Entscheidungen und Unsicherheiten in seiner Musik. „Musik war schon immer mein Traum“, erinnert sich Jonny. Aber seine Eltern wollten, dass er studiert und etwas „Richtiges“ lernt. Er gab dem Druck nach und studierte mehrsprachige Kommunikation. Musik machte er weiterhin.

Jonny sitzt auf einem Stuhl und hat die Arme lässig hinter seinem Kopf, um diesen zu stützen. Er lächelt in die Kamera. Das Bild wurde durch eine Lampe durchfotografiert, wodurch Lichteffekte auf dem Bild zu sehen sind.

Job, Wohnort, Kinder, Beziehung? Zukunftsfragen für Menschen in ihren Endzwanzigern. Und die Entscheidungen fühlen sich endgültiger an, da sie prägend für die kommenden Jahre sind.

16.04.2026 | 27:10 min


Nach dem Studium suchte er einen Job, doch sein Song „Zwischenphase“ ging auf TikTok viral. Jonny wagte den Schritt – entgegen der Erwartungen seiner Eltern – und startete als Musiker durch.

Ich versuche herauszufinden, wer ich bin – beruflich und privat – und gleichzeitig lebt man in der Blüte seines Lebens.

Jonny, Musiker aus Bonn

Lena Nagel ist Redakteurin in der ZDF-Hauptredaktion Geschichte und Wissenschaft.



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