Kaputtes Land endlich in Ordnung bringen
US-Präsident Trump hat erneut mit dem Abzug in Deutschland stationierter Soldaten gedroht. Hintergrund ist die Kritik von Bundeskanzler Merz am Vorgehen der USA im Iran-Krieg.
30.04.2026 | 0:26 min
US-Präsident Donald Trump legt nach und hat erneut Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit scharfen Worten attackiert. Deutschlands Kanzler sollte „weniger Zeit darauf verwenden, sich in die Bemühungen derjenigen einzumischen, die die atomare Bedrohung durch den Iran beseitigen, wodurch die Welt, einschließlich Deutschlands, zu einem sichereren Ort wird“, erklärte Trump auf seiner Onlineplattform Truth Social.
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Stattdessen solle Merz „mehr Zeit darauf verwenden“, den Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu beenden, wo er „nichts erreicht“ habe. Zudem solle Merz „sein marodes Land in Ordnung bringen, insbesondere bei den Themen Migration und Energie“.
Merz: Persönliches Verhältnis zu Trump „unverändert gut“
Der US-Präsident hatte den Kanzler nach dessen Kritik am Vorgehen der USA im Iran-Krieg bereits zuvor scharf attackiert – was eine Abkehr von dem früher demonstrativ freundschaftlichen Verhältnis zwischen Merz und Trump bedeuten könnte. Merz hatte daraufhin immer noch betont, sein persönliches Verhältnis zu Trump sei „unverändert gut“.
Trump stellt US-Truppen in Deutschland infrage
Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 mit einer Reduzierung des Truppenkontingents in Deutschland gedroht. Aktuell sind nach Angaben des US-Militärs von Mitte April rund 86.000 Soldaten in Europa stationiert – davon rund 39.000 in Deutschland. Die Zahl verändert sich regelmäßig, auch wegen Rotationen und Übungen.
Dass Trump so „hart austeilt“, sei „ein Muster“, so ZDF-Korrespondent David Sauer aus Washington, es ginge immer gegen Personen und Staaten, die Trump und den USA beim Krieg gegen Iran nicht folgen wollten.
29.04.2026 | 2:52 min
Warum US-Stützpunkte in Deutschland strategisch so wichtig sind
In Europa gibt es seit Jahrzehnten Dutzende große US-Militärstützpunkte, die bei den weltumspannenden Einsätzen der Amerikaner – etwa im Nahen Osten – von enormer Bedeutung sind: Hier sind Truppen, Waffen, Schiffe und Flugzeuge stationiert, es werden Drohnen gesteuert oder auch Verletzte versorgt.
In Deutschland gehören dazu das US-Oberkommando für Europa (EUCOM) in Stuttgart und als Drehkreuz der US-Luftwaffe der Flugplatz Ramstein in Rheinland-Pfalz. Weitere wichtige Stützpunkte unterhalten die USA in Italien und in Großbritannien.
Konflikt um Iran-Politik spitzt sich zu
Aus Ärger über Merz‘ Kritik am Iran-Krieg hatte Trump schon Tage vorher über Merz (CDU) auf Truth Social geschrieben: „Er hat keine Ahnung, wovon er spricht! Ich mache in Bezug auf Iran, was andere Nationen oder Präsidenten schon längst hätten tun sollen.“
Kein Wunder, dass es Deutschland so schlecht geht, sowohl wirtschaftlich als auch in anderer Hinsicht!
Donald Trump, US-Präsident
Er warf dem Kanzler zudem vor, damit einverstanden zu sein, dass Iran über Atomwaffen verfüge.
Der Iran-Krieg ist „nicht unser Krieg“, heißt es aus Berlin, auch Kanzler Merz distanziert sich. US-Präsident Trump kritisiert das scharf – welche Konsequenzen hat das?
12.04.2026 | 3:45 min
Merz kontert Kritik – „Verhältnis unverändert gut“
Merz wiederum betonte noch am Donnerstag erneut die Bedeutung des deutsch-amerikanischen Verhältnisses. Ihm liege „diese transatlantische Partnerschaft besonders am Herzen“, sagte Merz bei einem Besuch des Heeres im niedersächsischen Munster. Auch die gestiegenen deutschen und europäischen Verteidigungsausgaben seien „ein Beitrag zu einer erneuerten transatlantischen Partnerschaft“.
Auf die zuvor angedrohte Reduzierung von US-Truppen ging er aber nicht näher ein.
Präsident Trump hat Kanzler Merz nach dessen Äußerungen zum Vorgehen der USA in Iran kritisiert. „Es sind sehr scharfe Worte, die der Präsident da gewählt hat“, so Elmar Theveßen.
29.04.2026 | 2:13 min
Merz sieht fehlende Strategie der USA im Iran-Krieg
„Das Problem bei solchen Konflikten ist immer: Da muss man ja nicht nur rein, da muss man auch wieder raus. Das haben wir ganz schmerzhaft bei Afghanistan gesehen, 20 Jahre lang. Wir haben das im Irak gesehen“, hatte der Bundeskanzler bei einer Diskussion mit Schülern in Marsberg im Sauerland gesagt.
Kanzler Merz hat beim Besuch einer Schule in Marsberg Kritik am US-Vorgehen im Iran-Krieg geäußert. Den USA fehle es an einer Strategie, so Merz. Diana Zimmermann ordnet die Äußerungen ein.
27.04.2026 | 1:00 min
Die Amerikaner seien in Iran „ganz offensichtlich ohne jede Strategie in diesen Krieg gegangen“. Deshalb sei es umso schwerer, den Konflikt nun wieder zu beenden. „Zumal die Iraner offensichtlich sehr geschickt verhandeln – oder eben sehr geschickt nicht verhandeln“, sagte Merz.
Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung.
Friedrich Merz, Bundeskanzler
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Quelle: dpa, ZDF
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 30.04.2026 ab 05:30 Uhr sowie ab 09:00 Uhr.
