Deutschland bei Fußball-WM: Kimmich und Havertz mit der perfekten Täuschung

Von Paris Saint-Germain lernen, heißt täuschen lernen. Mittlerweile aber nicht mehr nur beim Financial Fair Play, sondern auch auf dem Fußballfeld, sogar mit Stil. Wer sich in diesem Monat sowohl das Finale der Champions League als auch das erste Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft angeschaut hat, der hat gesehen, dass die Deutschen sich etwas abgeguckt haben.
Die Täuschung fing an, als der Schiedsrichter im Finale der Champions League gegen den FC Arsenal auf Strafstoß für Paris entschied. Sie wurde dann von Vitinha ausgeführt, dem Mittelfeldspieler, der sich den Ball schnappte und sich mit diesem in der Hand sofort auf den Elfmeterpunkt stellte, um das Gras dort vor Stollentretern zu verteidigen. Doch Vitinha war nicht nur Wachhund, sondern auch Köder. Und die Arsenal-Spieler bissen an.
Gabriel redete auf Vitinha ein, Myles Lewis-Skelly schlug ihm sogar den Ball aus der Hand. Sie wollten den vermeintlichen Schützen verunsichern. Doch als der Schiedsrichter schließlich alle Arsenal-Spieler aus dem Strafraum verscheuchte, verließ auch Vitinha diesen – und übergab den Ball an Ousmane Dembélé, den eigentlichen Schützen, der sich außerhalb des Strafraums ungestört auf den Strafstoß vorbereitet hatte. Er schoss, er traf. Es war die perfekte Täuschung.
Am Sonntag gegen Curaçao hat die deutsche Nationalmannschaft im Stadion in Houston den PSG-Trick aufgeführt. Mit Joshua Kimmich als Vitinha, mit Kai Havertz als Ousmane Dembélé. Der Trick funktionierte. Nur sagt man nicht, dass ein guter Zauberer denselben Trick nie zweimal hintereinander aufführen sollte?
