Gerüchte über »Kanzlertausch«: Merz und Wüst demonstrieren bei CDU-Treffen Geschlossenheit
Entgegen der Spekulationen über einen möglichen Wechsel im Bundeskanzleramt haben Friedrich Merz und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst bei einem Treffen nordrhein-westfälischer CDU-Politiker ihren Zusammenhalt demonstriert. Er sichere dem Bundeskanzler seine »volle Unterstützung« zu, sagte Wüst bei der Veranstaltung im Sauerland. »Solche Personalspekulationen sind nicht nur Quatsch, ich will auch
ausdrücklich davor warnen.«
Auch Merz war bemüht, ein gutes Verhältnis mit dem CDU-Landeschef zu vermitteln. Der Kanzler dankte der NRW-Landesregierung für ihre Arbeit in schwieriger Zeit. Zudem lobte er den Einfluss des CDU-Landesverbands in der Bundespolitik. Noch nie sei die NRW-CDU so stark gewesen wie aktuell unter Wüst, sagte Merz. Auf die Personaldebatte ging er in seiner Rede nicht ein.
Wüst und Merz erhielten laut Teilnehmerkreisen lang anhaltenden Applaus. Die CDU-Tagung mit dem Zusammentreffen der beiden war bereits seit Monaten geplant gewesen. Schon vor dem Treffen hatten sie die Spekulationen zurückgewiesen: Aus dem Umfeld von Merz hieß es, die Idee eines Kanzlertauschs zeuge von einer »gefährlichen
Lust an der Zündelei« und »bemerkenswerter Unkenntnis der Verfassung und
der politischen Realität«.
In der vergangenen Woche hatte es mehrere Medienberichte gegeben, nach
denen innerhalb der CDU ein Kanzlerwechsel während der laufenden
Legislaturperiode erwogen wird. Hintergrund sind zunehmende Unzufriedenheit mit der Regierung und historisch schlechte Beliebtheitswerte des Kanzlers. Wüst hingegen ist Umfragen zufolge einer der beliebtesten Unionspolitiker – er gilt derzeit als
aussichtsreichster Nachfolgekandidat.
