Gewaltkriminalität: Wer greift zu Messer oder Machete bei Konflikten?



Die Gewalttat mit einer Machete, die sich am Samstag auf der Frankfurter Zeil ereignet hat, ist in gleich mehrerer Hinsicht bemerkenswert. Vor Jahren noch galt das Buschmesser als eher unübliches Tatmittel bei Auseinandersetzungen im öffentlichen Raum. Inzwischen ist es keine Seltenheit mehr, dass es zum Einsatz kommt.

Im Kreis Mettmann in Nordrhein-Westfalen ist im Juni 2025 eine Auseinandersetzung zwischen zwei deutsch-libanesischen Großfamilien eskaliert, bei der auch eine Machete eingesetzt worden sein soll. Im November desselben Jahres hat ein 32 Jahre alter Mann, der nun für die Tat verurteilt wurde, in der Mannheimer Innenstadt einen Passanten mit einer Machete schwer verletzt. Im Februar dieses Jahres sind zwei Gruppen in Bad Mergentheim mit einer Machete aufeinander losgegangen. Die Reihe ließe sich um weitere Fälle in ganz Deutschland fortsetzen.

Und nun der jüngste Vorfall auf der Zeil: Der Täter, ein 20 Jahre alter Sudanese, hatte eine Machete dabei, als wäre es ein Alltagsgegenstand. Als er mit anderen in Streit geriet, hat er damit einen Neunzehnjährigen am Kopf verletzt. Die Polizei war innerhalb von Sekunden am Tatort und konnte Schlimmeres verhindern. Aufgezeichnet wurde die Tat von einer Videokamera, die erst vor kurzem an genau dieser Stelle aufgestellt worden war.

Polizei setzt auf richtiges Konzept

Insofern ist vieles gut gelaufen. Schnelle Festnahme, eine Dokumentation der Tat, die dabei hilft, das Geschehen strafrechtlich einzuordnen und die vor allem vor Gericht noch wertvoll wird, wenn es gilt, dem Beschuldigten die Tat nachzuweisen. Das Eingreifen der Beamten ist zudem ein Beleg, dass die Polizei in Frankfurt auf das richtige Konzept setzt: Polizeipräsenz an Brennpunkten in Verbindung mit Videotechnik.

Und doch bleibt das Phänomen das Problem: die Messergewalt, die sich regelmäßig auch an belebten Orten auf offener Straße zeigt. Das Bundeskriminalamt hat im vergangenen Jahr insgesamt 29.243 Fälle registriert, in denen Messer als Tatmittel eine Rolle gespielt haben. Das sind 80 Vorfälle an einem Tag. Damit müssen sich die Sicherheitsbehörden auseinandersetzen – ebenso mit der Frage, von wem die Waffen eingesetzt werden.

In Frankfurt hat die Polizei die Kamera nicht ohne Grund genau dort aufgestellt, wo sich nun der Angriff zugetragen hat. Dort waren vor etwa einem halben Jahr zwei afghanische Gruppierungen aneinandergeraten.



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