Ukraines Drohnen: „Wir können sehr viel von der Ukraine lernen“

Der Wirtschaftspodcast
Rüstungsexperte: „Wir können sehr viel von der Ukraine lernen“
Das von Russland attackierte Land hat innerhalb kurzer Zeit eine effiziente Drohnenindustrie aufgebaut. Verteidigungsexperte Holger Lipowsky erklärt im Podcast, was sich Europa davon abschauen kann
Der Abwehrkampf der Ukraine gegen Russland hat sich im Verlauf des Krieges auch zu einem ökonomischen Phänomen gewandelt: Weil das ukrainische Militär zu Beginn nur wenig eigene Waffensysteme zur Verfügung hatte, baute das Land im Eiltempo eine Produktion auf – oft mit Methoden, die aus der Start-up-Lehre stammen könnten. Vor allem bei Drohnen verschiedener Reichweiten entwickelte sich die Ukraine so zu einem ernst zu nehmenden Produzenten, der seine Produkte sogar den Golfstaaten im Nahostkrieg anbieten konnte.
„Wir können sehr viel von der Ukraine lernen“, sagt Holger Lipowsky, Experte für die Verteidigungswirtschaft, im Capital Wirtschaftspodcast. „Was wir in der Ukraine sehen, ist dramatisch, dramatisch positiv. Dort werden mit den gegebenen Mitteln und sehr kurzen Entwicklungszyklen Produkte auf den Markt gebracht, die einsatzfähig sind.“ Lipowsky hat als Partner des Beratungsunternehmens Kearney eine umfangreiche Studie über die Lage der europäischen Rüstungsindustrie erarbeitet – und geht dabei auch ausführlich auf die Ukraine ein.
Ukraine bindet Bevölkerung ein
„Es gelingt, mit den vorhandenen Mitteln substanziell zu skalieren“, sagt er. „Da werden einfach alle Ressourcen genutzt. Jeder, der fräsen kann, der mit Metall umgehen kann, der sich mit der Integration von Elektronik auskennt, wird eingebunden.“ Europa müsse sich darauf vorbereiten, seine Produktion im Ernstfall vergleichbar schnell hochzufahren. Aus deutscher Sicht ergebe sich dabei auch die Möglichkeit, Unternehmen der zivilen Industrie an der Konjunktur der Verteidigungswirtschaft zu beteiligen.
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