Ukraine News: EU lehnt Schröder als Vermittler ab – Politik


Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.

Wichtige Updates

Pistorius: Putins Reden vom Kriegsende vermutlich Täuschungsmanöver

Ukraine meldet erneut russische Angriffe trotz Waffenruhe 

Gespräche in Kiew: Pistorius strebt Bau neuer Hightech-Waffen mit der Ukraine an

Nach Waffenruhe: Moskau erwartet US-Vermittler „bald“

Ukraine und Russland werfen sich Bruch der Waffenruhe vor

EU lehnt Schröder als Vermittler ab

Die von Kremlchef Wladimir Putin vorgeschlagene Einbindung von Altkanzler Gerhard Schröder in Ukraine-Friedensverhandlungen stößt in der EU und in der Ukraine auf klare Ablehnung. „Wenn wir Russland das Recht geben würden, in unserem Namen einen Verhandlungsführer zu benennen, wäre das nicht sehr klug“, sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas am Rande eines Außenministertreffens in Brüssel. Schröder sei hochrangiger Lobbyist für russische Staatsunternehmen gewesen. Daher sei klar, warum Putin ihn haben wolle: „Dann säße er gewissermaßen auf beiden Seiten des Tisches“, sagte sie.

Der als Gast zu dem EU-Treffen gereiste ukrainische Außenminister Andrij Sybiha sagte zu einem möglichen Vermittler-Einsatz von Schröder: „Wir unterstützen das nicht.“ Es gebe „viele andere würdige Führungspersönlichkeiten“, die für die EU verhandeln könnten.

Ähnlich kritisch äußerten sich andere Teilnehmer des Treffens. Estlands Außenminister Margus Tsahkna sagte etwa: „Gerhard Schröder ist Putins Idee. (…) Gerhard Schröder wird nicht Europa vertreten.“ Dafür habe man die europäischen Institutionen und Vertreter wie Kallas, Ratspräsident António Costa und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Der in Vertretung des deutschen Außenministers Johann Wadephul nach Brüssel gereiste Europastaatsminister Gunther Krichbaum äußerte sich ebenfalls ablehnend. „Wie Sie wissen, muss ein Vermittler von beiden Seiten akzeptiert werden“, sagte der CDU-Politiker.

Putin hatte den seit Langem mit ihm befreundeten Altkanzler als Vermittler im Krieg zwischen Russland und der Ukraine ins Spiel gebracht. Obwohl sich die USA um Vermittlung bemüht hätten, könne er sich von europäischer Seite den früheren SPD-Chef als Vermittler vorstellen, sagte Putin am Wochenende nach der Siegesparade zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Moskau. Von allen europäischen Politikern würde er Gespräche mit Schröder „bevorzugen“.

Pistorius: Putins Reden vom Kriegsende vermutlich Täuschungsmanöver

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat die jüngsten ​Äußerungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin über ein angeblich nahendes Ende des Ukraine-Krieges als mögliches Täuschungsmanöver bezeichnet. „Wenn er denn das Ende dieses Krieges aufziehen sieht, dann könnte er diesen Krieg ja auch einfach beenden“, sagte ​der SPD-Politiker bei seinem Besuch in Kiew.

Putin könne dies tun, indem er seine Truppen abziehe ⁠oder zu Verhandlungen ohne Vorbedingungen einlade. Stattdessen stelle er jedoch wie immer Bedingungen. „Ich hoffe, dass ich mich irre, dass es wieder mal ein weiteres Täuschungsmanöver ist, ​aber ausgeschlossen ​ist das eben nicht“, erklärte Pistorius. Er vermute, dass Putin ‌mit seinem Vorgehen von eigener Schwäche ablenken wolle, da ‌seine Armee derzeit kaum Geländegewinne vorweisen könne.

Gerade weil Putin in der Öffentlichkeit ​täusche und trickse, müsse die Ukraine weiter militärisch gestärkt werden, sagte Pistorius. Mit der ukrainischen Seite seien daher ​weitere Kooperationen bei der Entwicklung und Produktion von Drohnen beschlossen worden. Dies sei ‌nötig, um das Land für den Zeitpunkt von Verhandlungen in eine starke Position zu bringen.

Zudem müsse deutlich gemacht werden, dass sich die Ukraine erfolgreich zur Wehr setzen könne, sagte der Minister. Pistorius verwies auf die Vergangenheit, in der Putin bei Verhandlungen „mit gezinkten Karten gespielt“ oder Absprachen ⁠gebrochen habe. So sei auch die jüngste, angeblich dreitägige Waffenruhe gebrochen ‌worden. „Dabei liegt ‌es an Putin, diesen Krieg und den Terror zu beenden“, sagte Pistorius.

Ukraine meldet erneut russische Angriffe trotz Waffenruhe 

Trotz der von den USA vermittelten Waffenruhe hat die Ukraine erneut russische Drohnenangriffe und Gefechte an der Front gemeldet. ​In der südöstlichen Region Saporischschja sei ein Mensch getötet und zwei weitere seien verletzt worden, teilte der ⁠dortige Gouverneur mit. In Cherson habe es zwei Tote und zwei Verletzte gegeben. Drei Menschen seien in der Region Mykolajiw verletzt worden, fünf in ​Charkiw ​und vier in Donezk, heißt es von den örtlichen ‌Behörden weiter. 

Der ukrainische Generalstab registrierte nach eigenen ‌Angaben in den vergangenen 24 Stunden 180 Gefechte entlang der Frontlinie. Zudem hätten russische Truppen am Sonntag 8037 sogenannte Kamikaze-Drohnen gegen Siedlungen und militärische ​Stellungen eingesetzt. Eine Stellungnahme ​Moskaus lag bisher nicht vor.

Bereits am ​Sonntag hatten sich beide Seiten gegenseitig Verstöße gegen die Waffenruhe vorgeworfen, die auf US-Vermittlung von Samstag bis Montag verkündet worden war. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij erklärte, Russland habe ‌zwar auf groß angelegte Luft- und Raketenangriffe verzichtet, die Bodenangriffe an Teilen der Front jedoch fortgesetzt.

Gespräche in Kiew: Pistorius strebt Bau neuer Hightech-Waffen mit der Ukraine an

Verteidigungsminister Boris Pistorius setzt auf den Bau von neuen Waffensystemen zusammen mit der Ukraine. Dazu solle die Zusammenarbeit beider Staaten weiter ausgebaut werden, sagte der SPD-Politiker der Nachrichtenagentur dpa in Kiew, wo er am Morgen zu einem nicht öffentlich angekündigten Besuch eintraf. Diese Kooperation als Teil einer strategischen Partnerschaft zu stärken, sei das Hauptziel der Reise.

„Deutschland und die Ukraine sind strategische Partner, die beide von der Kooperation profitieren. Daraus ergeben sich zahlreiche neue Projekte“, sagte der Minister. „Im Fokus steht die gemeinsame Entwicklung modernster unbemannter Systeme in allen Reichweiten, gerade auch im Bereich Deep strike. So stärken wir die Sicherheit unserer Länder.“

Als Deep strike wird die Fähigkeit bezeichnet, wichtige Angriffsziele weit im Hinterland eines gegnerischen Landes zu zerstören. Die europäischen Nato-Partner haben im Bereich der weitreichenden Waffen noch sogenannte Fähigkeitslücken. Pistorius hält es für nötig, dass die Nato-Staaten diese schnellstmöglich schließen.

Pistorius sagte, die Bundesregierung strebe weitere deutsch-ukrainische Gemeinschaftsunternehmen („Joint Ventures“) an. „Dabei profitieren wir von den Erfahrungen der Ukrainer auf dem Gefechtsfeld. Außerdem planen wir, über die Plattform Brave One Entwickler, die vielversprechende Innovationen vorweisen können, zu fördern.“

Selenskij kritisiert russische Missachtung der Feuerpause

Trotz einer aktuell geltenden Feuerpause setzen russische Truppen nach den Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij Angriffe „in den für sie entscheidenden Richtungen“ fort. In seiner abendlichen Videoansprache sagte Selenskij, dass Russland in den vergangenen 24 Stunden rund 150 Angriffsaktionen gestartet habe. „Das heißt, an der Front hält sich die russische Armee nicht an die Waffenruhe und versucht es auch nicht besonders.“ Auch das russische Militär wirft der Gegenseite fortwährende Provokationen und Angriffe vor. 

Nach Vermittlung von US-Präsident Donald Trump hatten sich Russland und die Ukraine auf eine dreitägige Feuerpause aus Anlass der Feierlichkeiten in Russland zum Jahrestag des Sieges im Zweiten Weltkrieg geeinigt. Die Vereinbarung gilt bis einschließlich Montag. Sollte Russland dann beschließen, „zu einem umfassenden Krieg zurückzukehren“, werde die Ukraine umgehend reagieren und in gleicher Weise antworten, sagte Selenskij.

Nach Waffenruhe: Moskau erwartet US-Vermittler „bald“

Der Kreml erwartet nach der US-Vermittlung einer dreitägigen Waffenruhe nun auch eine baldige Wiederaufnahme der Verhandlungen über eine Beendigung des Krieges in der Ukraine. „Schon ziemlich bald“ kämen der US-Unterhändler Steve Witkoff und Präsident Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner zu Gesprächen wieder nach Moskau, sagte der für die Verhandlungen zuständige Kremlbeauftragte Juri Uschakow dem russischen Staatsfernsehen. Ein Datum nannte er nicht.

Uschakow erklärte, dass durch zweitägige und „nicht einfache“ telefonische Kontakte mit der US-Seite die noch bis Montag laufende Waffenruhe zwischen Moskau und Kiew erreicht worden sei. Witkoff und Kushner hatten mehrfach die Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien geführt. Ein Durchbruch blieb aus.

Die US-Vermittler seien zudem mit dem Krieg im Nahen Osten beschäftigt gewesen, sagte Uschakow. Er machte einmal mehr deutlich, dass Russland zur Beendigung des Krieges bereit sei, wenn die Ukraine ihre Streitkräfte aus dem Donbass abziehe. „Sie wissen in der Ukraine, dass sie das tun müssen – und sie werden es früher oder später ohnehin machen“, meinte Uschakow.

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hatte diese Bedingung Moskaus stets kategorisch abgelehnt. Dabei geht es vor allem um das Gebiet Donezk, das Russland größtenteils besetzt hat. Moskaus Truppen gelingt es bisher nicht, in die für Kiew strategisch wichtigen Städte wie Kramatorsk und Slowjansk vorzudringen. Selenskij weist die Kreml-Forderung zurück, die Städte kampflos aufzugeben.

Ukraine und Russland werfen sich Bruch der Waffenruhe vor

Russland und die Ukraine haben sich gegenseitig den Bruch der von den USA vermittelten Feuerpause vorgeworfen. Der ukrainische Generalstab teilte mit, in den vergangenen 24 Stunden ​habe es 147 Gefechte an der Front gegeben. Regionale Gouverneure berichteten von Toten und Verletzten nach Drohnenangriffen. Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, Russland habe in ​der Nacht ​mit 27 Langstreckendrohnen angegriffen. Dies sei eine geringere Zahl als üblich. Die ‌Luftabwehr habe alle Drohnen abgefangen.

Das russische Verteidigungsministerium warf ‌der Ukraine vor, die Waffenruhe durch Drohnen- und Artillerieangriffe auf russische Truppen verletzt zu haben, wie die Nachrichtenagentur Interfax meldete. Die russischen Streitkräfte hätten in den vergangenen 24 Stunden 57 ukrainische ​Drohnen abgeschossen. Das Ministerium teilte ​weiter mit, Moskau halte sich an die Feuerpause. ​Die russischen Truppen hätten jedoch auf die ukrainischen Aktionen in gleicher Weise reagiert und Angriffe mit Mehrfachraketenwerfern und Mörsern ausgeführt.

Russland und die Ukraine hatten einer von den USA vermittelten Waffenruhe über drei Tage von Samstag ‌bis Montag zugestimmt. Die Vereinbarung sollte zudem den Austausch von jeweils 1000 Kriegsgefangenen umfassen.

Bundesregierung weist Putins Schröder-Vorschlag als „Scheinangebot“ zurück 

Die Bundesregierung hat einen Vorschlag ​des russischen Präsidenten Wladimir Putin für eine Vermittlerrolle von Altkanzler Gerhard Schröder im Ukraine-Krieg zurückgewiesen. Das Angebot reihe sich in eine Serie von Scheinangeboten ein und sei Teil der bekannten hybriden Strategie Russlands, ​verlautete am Sonntag aus Regierungskreisen in Berlin. Deutschland und Europa ließen sich dadurch nicht spalten. Die Verhandlungsoption ⁠sei nicht glaubwürdig, da Russland seine Bedingungen nicht geändert habe. Ein erster Test für die Glaubwürdigkeit wäre demnach eine Verlängerung der Waffenruhe durch Russland.

In Deutschland steht Schröder wegen seiner ‌Nähe zu Putin und seiner Tätigkeit für russische Energiekonzerne seit Jahren in der Kritik. Diese verschärfte sich ‌nach dem russischen Einmarsch in ‌die Ukraine im Februar 2022. Mehrere Anträge auf einen Ausschluss ​aus der SPD scheiterten jedoch. Der heute 82-Jährige war von 1998 bis 2005 Kanzler einer ​Koalition aus SPD und Grünen und pflegt seitdem eine persönliche Freundschaft ‌mit Putin.

Russischer LNG-Tanker lädt offenbar sanktioniertes Gas

Ein Flüssigerdgas-Tanker unter russischer Flagge hat offenbar Gas aus dem von den USA sanktionierten Projekt Arctic LNG 2 geladen. Die Merkuriy, die erst kürzlich auf Russland umgeflaggt und an eine unbekannte Firma übertragen wurde, legte laut Schiffsdaten neben der sanktionierten schwimmenden Speichereinheit Saam nahe Murmansk an.

Der Vorgang deutet darauf hin, dass Moskau seine Schattenflotte ausbaut, um westliche Sanktionen zu umgehen und mehr LNG nach Asien zu exportieren. Die Nachfrage dort ist hoch, auch weil die Schließung der Straße von Hormus die globalen Lieferungen belastet und die Preise steigen lässt. Drei weitere frühere omanische Tanker unter russischer Flagge sind den Daten zufolge ebenfalls auf dem Weg in die Arktis.

Lesen Sie hier mehr über die Hintergründe zur russischen Schattenflotte:

Waldbrand in Tschernobyl-Sperrzone 

In der radioaktiv belasteten Sperrzone um das ehemalige AKW Tschernobyl hat ein Waldbrand mehr als 1200 Hektar erfasst. Ausgelöst wurde das Feuer nach ukrainischen Angaben durch zwei russische Drohnen. Hunderte Feuerwehrleute sind im Einsatz.

Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz warnt, bei Waldbränden könnten radioaktive Stoffe mit Rauch in die Atmosphäre gelangen und verbreitet werden. Der ukrainische Zivilschutz erklärt, die Lage sei vollständig unter Kontrolle, es bestehe keine radioaktive Gefahr. 

Putin erneuert Gesprächsangebot und bringt Schröder als Vermittler ins Spiel

Kremlchef Wladimir Putin ist bereit zu direkten Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij, aber nur in der russischen Hauptstadt. „Wer sich mit mir treffen will, muss nach Moskau kommen“, sagte Putin bei einer außerordentlichen Pressekonferenz nach der Siegesparade zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Moskau.

„Ich glaube, dass die Angelegenheit sich dem Ende zuneigt“, sagte Putin vor Reportern mit Blick auf den Ukraine-Krieg. Er erklärte zudem, der slowakische Ministerpräsident Robert Fico habe ihm gesagt, dass Selenskij zu einem persönlichen Treffen bereit sei. Man könne sich auch in einem Drittland treffen, sagte Putin. Voraussetzung sei aber, dass vorher eine belastbare Friedensvereinbarung getroffen wurde. Selenskij schließt eine Reise nach Moskau aus.

Putin brachte am Samstag in Moskau zudem den ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder als möglichen Vermittler für Gespräche zwischen Russland und der Europäischen Union ins Gespräch. Auf die Frage, ob er zu Gesprächen mit den Europäern bereit sei, sagte Putin, Schröder sei die für ihn bevorzugte Person eines Vermittlers: „Von allen europäischen Politikern würde ich Gespräche mit Schröder bevorzugen.“ Schröder und Putin gelten als enge Freunde.

Polnische Polizei findet Militärdrohne an russischer Grenze

Auf einem Feld nahe der Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad (Königsberg) haben die polnischen Behörden eine abgestürzte Drohne sichergestellt. Polizei und Militärpolizei hätten am Sonntagmorgen den Hinweis erhalten, nahe der Stadt Bartoszyce sei ein unbekanntes Flugobjekt gefunden worden, teilte die Militärpolizei auf Facebook mit. „Erste Untersuchungen vor Ort deuten darauf hin, dass es sich wahrscheinlich um eine Militärdrohne handelt, die zu Überwachungszwecken eingesetzt wird, jedoch nicht kampffähig ist“, hieß es in der Mitteilung. Die Militärpolizei habe Ermittlungen unter Aufsicht der Staatsanwaltschaft eingeleitet.

Nach Informationen des privaten Radiosenders RMF soll die Drohne eine Aufschrift mit kyrillischen Buchstaben getragen haben. Das könnte auf einen russischen oder auch ukrainischen Ursprung hindeuten. Nach von der Polizei zunächst ebenfalls noch nicht bestätigten Angaben soll die abgestürzte Drohne RMF zufolge mit mehreren Kameras ausgestattet sein.

Ukraine und Russland nutzen Feuerpause zur Truppenrotation

Die Waffen schweigen vorerst an den Fronten in der Ukraine, doch die Kriegsparteien bereiten sich auf eine baldige Fortsetzung ihrer Kämpfe vor: Sowohl die russischen als auch die ukrainischen Streitkräfte nutzen nach Angaben aus Kiew die aktuelle Feuerpause, um Verstärkung heranzuführen und die Truppen zu rotieren. Daneben würden auch neue Waffen und Munition an die Frontlinien gebracht, sagte der ukrainische Armee-Pressesprecher Viktor Trehubow im Fernsehen. 

Die Lage an den Fronten sei vorerst ruhig. „Im Moment ist alles normal“, sagte Trehubow. Zwar gebe es noch einzelne Kämpfe, doch seien diese deutlich weniger intensiv. Es sei „eine Art Ruhetag“ eingetreten. Vermutlich wollten die russischen Militärs während der Siegesparade zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Moskau keine Zwischenfälle provozieren.

Merz kritisiert Ficos Moskau-Reise

Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Reise des slowakischen Regierungschefs Robert Fico zu den Feiern zum Tag des Sieges in Moskau kritisiert. „Robert Fico weiß, dass wir da nicht einer Meinung sind. Ich bedaure das zutiefst und wir werden mit ihm über diesen Tag in Moskau sprechen“, sagte Merz bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem schwedischen Ministerpräsidenten Ulf Kristersson in Stockholm.

Fico war als einziger Gast aus der Europäischen Union in die russische Hauptstadt gereist. An der Parade wollte Fico nicht teilnehmen, hatte aber am Freitag einen Kranz am Grabmal des unbekannten Soldaten an der Kremlmauer niedergelegt. Ficos Besuch in Moskau war im eigenen Land wie in der EU auf Kritik gestoßen.

Russland: Frieden in der Ukraine noch in weiter Ferne

Ein Friedensabkommen mit der ​Ukraine ist nach Angaben der russischen Führung noch in weiter Ferne. ⁠Die Details seien zu komplex, sagte Kremlsprecher Dmitrij Peskow im Staatsfernsehen. Auch wenn es verständlich sei, ​dass die ​USA es eilig hätten. 

Russland und ‌die Ukraine hatten sich auf ‌eine von den USA vermittelte dreitägige Feuerpause von Samstag bis Montag geeinigt. US-Präsident Donald Trump ​hatte Hoffnungen ​auf eine Verlängerung der Waffenruhe geäußert. ​Kremlberater Juri Uschakow stellte jedoch klar, dass die Feuerpause auf drei Tage angelegt sei und nicht länger ‌dauern solle.





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