Pop-Ikone Anxious Girl von Roy Lichtenstein kommt zur Auktion
Der Pop-Art-Pionier Roy Lichtenstein malte „Anxious Girl“ 1964 als Teil seiner „Girls“-Serie. Das Bild kommt nun zur Auktion und könnte bis zu 60 Millionen Dollar (rund 51 Millionen Euro) einbringen.
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Das Gemälde zeigt eine junge Frau mit blonden Haaren und blauen Augen, deren Blick von Unruhe geprägt ist. Lichtenstein schuf das Motiv auf dem Höhepunkt seines Schaffens.
Ursprünglich gehörte „Anxious Girl“ den Sammlern Horace und Holly Solomon, zwei prägenden Figuren der Pop-Szene der sechziger Jahre. Später wechselte das Werk in eine Privatsammlung und verschwand mehr als drei Jahrzehnte aus der Öffentlichkeit.
Nun soll es am 18. Mai bei der „20th Century Evening Sale“ von Christie’s in New York in den Vereinigten Staaten versteigert werden. Für Sammlerinnen und Sammler ist es eine seltene Chance, eines der begehrtesten Werke Lichtensteins zu erwerben.
„‚Anxious Girl‘ ist das Pop-Porträt schlechthin, ein wahres Ikon der Kunst des 20. Jahrhunderts“, erklärte Sara Friedlander von Christie’s in einer Mitteilung.
„In seiner Komposition zeigt das Gemälde Lichtensteins einzigartige Fähigkeit, komplexe visuelle Hinweise auf drei zentrale Elemente zu reduzieren: Linie, Farbe und Form. Mit diesen Mitteln gelingt es ihm, starke menschliche Gefühle zu erzählen – über zeitlose Liebesgeschichten und Bildwelten, die von Comics inspiriert sind.“
Lichtensteins Werke zählen weiterhin zu den weltweit gefragtesten Positionen der Kunst des 20. Jahrhunderts. Sein Gemälde „Masterpiece“ von 1962 erzielte 2017 bei einer Auktion den Rekordpreis von 165 Millionen Dollar (141 Millionen Euro).
Der US-Künstler ist vor allem für seine charismatischen Cartoon-Bilder und den Einsatz von Ben-Day-Punkten bekannt – einer mechanischen Drucktechnik, die im Comic-Druck verwendet wurde. Erste Experimente mit der Pop-Art unternahm er 1961.
Weil Lichtenstein Motive direkt aus Comic-Strips übernahm, galt er früh als kontroverse Figur. Seine Arbeitsweise löste hitzige Debatten über die Grenze zwischen Plagiat und künstlerischer Aneignung aus.
Das Motiv von „Anxious Girl“ stammt aus der DC-Anthologie „Girls‘ Romances“, genauer aus der Geschichte „Too Much to Ask!“.
Im ursprünglichen Comic erscheint die Figur als Heldin, die zwischen zwei möglichen Liebhabern hin- und hergerissen ist. In Lichtensteins Version fehlt allerdings die markante Falte auf ihrer Stirn.
Lichtensteins „Girls“-Serie gilt als seine wohl bekannteste Werkgruppe. Sie zeigt Frauen in verschiedenen, oft übersteigerten Gefühlslagen. Erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt kommt nun wieder ein Bild aus dieser Reihe auf den Auktionsmarkt: Zuvor war 2015 Christie’s „Nurse“ für 95 Millionen Dollar (81 Millionen Euro) zugeschlagen worden.
