Trump spricht von „fantastischen Handelsabkommen“ mit China
US-Präsident Donald Trump hat bei seinem Besuch in China nach eigener Darstellung „fantastische Handelsabkommen“ mit der Volksrepublik geschlossen. Unter anderem habe der chinesische Präsident Xi Jinping dem Kauf von 200 Boeing-Flugzeugen zugestimmt, sagte Trump in einem Interview des US-Nachrichtensenders Fox News. Dies werde viele Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten sichern.
Fox News zufolge geht es um Passagierflugzeuge vom Typ Boeing 737. Analysten waren im Vorfeld von bis zu 500 zusätzlichen Maschinen für China ausgegangen. An der Wall Street in New York gab der Aktienkurs von Boeing deshalb zeitweise um mehr als vier Prozent nach.
Flugzeuge, Erdöl und Sojabohnen
China habe darüber hinaus Interesse am Kauf von Erdöl aus den Vereinigten Staaten bekundet. Die Volksrepublik hatte kleinere Mengen Öl aus den USA eingeführt, bevor Trump im vergangenen Jahr Zölle verhängte. China ist ein wichtiger Abnehmer von Erdöl aus dem Iran.
Laut Trump bekundete China auch Interesse an der Einfuhr von Sojabohnen aus den USA. Im Handelsstreit mit den USA hatte China den Import von Soja stark zurückgefahren und wandte sich stattdessen vermehrt Brasilien zu.
Neben Handelsfragen ging es am letzten Tag von Trumps Besuch in China um den Iran-Krieg. Laut dem US-Präsidenten stellte China Hilfe bei der Öffnung der Straße von Hormus für Öl- und Gastransporte in Aussicht.
Interesse an Öffnung der Straße von Hormus
In dem Interview von Fox News sagte er laut vorab verbreiteten Auszügen, Xi habe ihm mit Blick auf die Meerenge zugesichert: „Wenn ich in irgendeiner Weise helfen kann, würde ich gerne helfen.“
Das chinesische Außenministerium rief zu einer schnellstmöglichen „umfassenden und dauerhaften“ Waffenruhe im Iran-Krieg auf. Zudem sollten die Schifffahrtswege so schnell wie möglich wieder freigegeben werden.
China hat als wichtiger Abnehmer iranischen Öls Interesse an eine raschen Öffnung der Straße von Hormus. Durch die Meerenge läuft ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gastransporte.
Die Straße von Hormus wird von Teheran seit Beginn des Iran-Kriegs weitgehend blockiert. Das US-Militär sperrt seinerseits die iranischen Häfen an der Schifffahrtsstraße.
Trump: „Haben viel Gutes erreicht“
Am Donnerstag hatte die Taiwan-Frage das Gipfeltreffen von Trump und Xi geprägt. Wenn diese „falsch gehandhabt“ werde, könnten China und die USA „sogar in einen Konflikt geraten“, sagte Xi.
Bei seinem Besuch in China sei „viel Gutes“ erreicht worden, bilanzierte Trump bei einem Gang durch die Gärten von Zhongnanhai nahe der sogenannten Verbotenen Stadt in Peking. Dies sei „großartig für beide Länder“.
Trump hielt sich seit Mittwoch in China auf. Inzwischen ist er wieder auf dem Rückweg. Die Präsidentenmaschine Air Force One hob am Freitagvormittag (MESZ) in Peking ab.
Es war nach 2017 bereits der zweite Staatsbesuch Trumps in China. Wenn Xi Trumps Einladung für einen Gegenbesuch annimmt, wird es am 24. September ein Treffen im Weißen Haus in Washington geben.
gri/se (afp, dpa, rtr)
