Tausende Haushalte in Reutlingen weiter ohne Strom

Vom Stromausfall in Reutlingen sind die Innenstadt und ein betroffenes Klinikum wieder am Netz. Aber diverse Stadtteile und Gemeinden seien aber nach wie vor ohne Strom, sagte Reutlingens Oberbürgermeister Thomas Keck (SPD) bei einer Pressekonferenz. Darunter sei auch der größte Stadtbezirk Betzingen mit mehr als 11.000 Einwohnern und der Stadtbezirk Ohmenhausen mit etwa 5.000 Einwohnern, die Gemeinden Wannweil und Kirchentellinsfurt sowie ein Industriegebiet.
„Das ist eine prekäre Situation. Sowas hat man Gott sei Dank nicht alle Tag“, sagte Keck. Insgesamt seien noch 7.600 Haushalte und 30.000 Menschen betroffen, hieß es bei der Pressekonferenz. In der Nacht waren noch 20.000 Haushalte ohne Strom. Die Stadt teilte mit, die Belastung für die Bevölkerung so gering wie niedrig halten möchte. Personen, die ohne Strom schlecht zurechtkommen, seien im Fokus, etwa sei eine Anlaufstelle für Patienten, die zuhause beatmet werden, eingerichtet worden.
In der Nacht hatte es im Umspannwerk Reutlingen-West gebrannt, der Strom fiel für mehrere Stunden aus. Laut einem Sprecher der Netze BW, die sich die Anlage mit dem regionalen Netzbetreiber FairNetz teilen, gibt es Hinweise auf Brandstiftung. Es seien drei Brandstellen gefunden worden, außerdem seien der Zaun und das Gelände vor der Anlage beschädigt, sagte der Sprecher. Die Polizeidirektion Reutlingen betonte auf der Pressekonferenz, es werde in alle Richtungen ermittelt. Möglich sei sowohl ein technischer Defekt als auch eine fahrlässige oder mutwillige Brandstiftung. Es würden alle Möglichkeiten in Betracht gezogen. „Unsere Spezialisten von der Kriminaltechnik, vom Landeskriminalamt sind vor Ort und befassen sich als oberster Schwerpunkt mit der Ursachenforschung“, sagte eine Polizistin.
