Großeinsatz der Polizei bei Mega-Demos
In London soll ein Großeinsatz der Polizei Zusammenstöße einer rechtsextremen Demonstration mit Zehntausenden Teilnehmern mit einer propalästinensischen Demo verhindern.
16.05.2026 | 1:51 min
Unter massiven Sicherheitsvorkehrungen haben in London am Samstag zwei Demonstrationen begonnen: Zehntausende Menschen nahmen an der Demonstration „Unite the Kingdom“ des rechtsextremen Aktivisten Tommy Robinson teil, wie auf Luftaufnahmen britischer Medien zu sehen war. An einer propalästinensischen und gegen Rassismus gerichteten Demonstration zum Nakba-Tag beteiligten sich nach Schätzungen eines AFP-Reporters mehrere Tausend Menschen.
Die Metropolitan Police erklärte im Vorfeld, es handele sich um einen ihrer größten Einsätze seit Jahren. Sie kündigte den Einsatz von 4.000 Einsatzkräften an, die von Pferden, Hunden, Drohnen, Hubschraubern und Kameras zur Gesichtserkennung unterstützt werden sollten. Es gelte eine „Null-Toleranz-Strategie“. Die Kosten für den Einsatz wurden auf 4,5 Millionen Pfund (rund fünf Millionen Euro) geschätzt.
Bis zum frühen Nachmittag wurden laut Polizei elf Menschen wegen verschiedener mutmaßlicher Straftaten festgenommen. Vor der Demonstration des einwanderungs- und islamfeindlichen Robinson waren elf „ausländische ultrarechte Agitatoren“ an der Einreise nach Großbritannien gehindert worden.
Im September waren in London mehr als 100.000 Menschen auf die Straße gegangen, um für eine schärfere Asylpolitik zu demonstrieren.
13.09.2025 | 2:37 min
Zudem 90.000 Zuschauer im Wembley-Stadion
Die Polizei hatte für beide Kundgebungen zahlreiche Auflagen hinsichtlich der Routen und Zeitpläne erlassen, um die rivalisierenden Protestzüge voneinander zu trennen. Veranstalter müssen demnach sicherstellen, dass eingeladene Redner keine Gesetze gegen Hassrede verletzen. Andernfalls können sie dafür rechtlich belangt werden – ein Novum bei den Vorgaben.
Eine weitere Herausforderung für die Sicherheitskräfte war das Endspiel des FA Cup zwischen den Fußballmannschaften Manchester City und Chelsea, zu dem 90.000 Zuschauer ins Londoner Wembley-Stadion kamen.
Angriffe auf Beamte bei rechter Demo im September
Eine erste Auflage des „Unite the Kingdom“-Marschs, der in diesem Jahr vom Londoner West End zum Platz vor dem Parlament führt, hatte im vergangenen September mehr als 100.000 Menschen angezogen. Dabei war es zu Angriffen auf die Polizei gekommen. Gut zwei Dutzend Beamte wurden verletzt.
Die Proteste in Großbritannien entstünden auch, weil rechte Parteien im Land die Sorgen der Bevölkerung instrumentalisierten, sagt Extremismusforscherin Julia Ebner.
14.09.2025 | 11:23 min
Justizminister David Lammy warf den Organisatoren der „Unite the Kingdom“-Demo in einem Post auf dem Kurznachrichtendienst X vor, Hass und Spaltung zu verbreiten. Sollte es zu Gewalt kommen, werde man rasch handeln. An den Gerichten stünden dafür zusätzliche Kapazitäten bereit, schrieb er.
Die rechte Kundgebung fällt in diesem Jahr zusammen mit der propalästinensischen Demo zum Nakba-Tag, an dem an die Vertreibung von Palästinensern infolge der Staatsgründung Israels 1948 erinnert wird.
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Quelle: dpa, Reuters, AFP
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 16.05.2026 um 15:12 Uhr.
