Schutz vor UV-Strahlung: So wichtig ist Sonnencreme
Sonnencreme schützt die Haut vor Sonnenbrand und in der Folge auch vor Hautkrebs.
Quelle: dpa
Die Hitze ist da, die Sonne scheint – viele zieht es ins Freibad, an den See oder in den Park. Aber bitte das Eincremen nicht vergessen! Dass Sonne und die damit verbundene UV-Strahlung gefährlich sind – nicht nur für die Haut, sondern beispielsweise auch für die Augen – ist mittlerweile bekannt. Trotzdem appellieren Hautärzte immer wieder, den richtigen Sonnenschutz zu verwenden.
Durch den Klimawandel werden Hitzerekorde immer häufiger. Selbst das hitzeerprobte Spanien ist überrascht über den heißen Mai, in Frankreich gilt vielerorts Warnstufe Orange.
26.05.2026 | 1:21 min
Wir haben die wichtigsten Fakten für Sie zusammengestellt. Tipp Nummer eins von Hautarzt Christoph Liebich:
Bei Sonnenschutz gilt: Mehr ist mehr! Lieber den höheren Lichtschutzfaktor als den kleineren, lieber einmal mehr eincremen als zu wenig.
Christoph Liebich, Hautarzt
Entscheidend ist auch die Menge: Der Dermatologe empfiehlt zwei Milligramm pro Quadratzentimeter. Bei einem 1,80 Meter großen Menschen wären das rund 20 bis 23 Gramm, also drei bis vier Esslöffel.
Sonnencreme soll schützen – doch tut sie das auch? Die Stiftung Warentest hat getestet, welche Sonnencremes wirklich halten, was sie versprechen.
08.07.2025 | 2:55 min
Wie unterscheiden sich Sonnencreme, Sonnenmilch oder Sonnengel?
Es gibt viele verschiedene Angebote in der Drogerie: Sonnenmilch, Sonnencreme, Sonnenspray – aber wo ist da eigentlich der Unterschied?
Von der Funktionsweise her wirken alle gleich, sie sind nur für verschiedene Hauttypen geeignet: Sonnencreme eher für trockene Haut, Gele beispielsweise eher für zu Akne neigende Haut.
Christoph Liebich, Hautarzt
Die weltweite Verteilung menschlicher Hauttöne passt zur Intensität von UV-Strahlung. Am Äquator, wo die Strahlung am höchsten ist, schützt dunkle Haut vor Strahlungsschäden. Im Norden dagegen ist hellere Haut von Vorteil.
26.04.2021 | 0:28 min
Welcher Lichtschutzfaktor ist der richtige?
Der Lichtschutzfaktor hängt vom eigenen Hauttyp ab. Das Bundesamt für Strahlenschutz erklärt das so: „Er gibt an, wie viel länger man sich theoretisch mit einem Sonnenschutzmittel der Sonne aussetzen kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen, als dies ohne das Sonnenschutzmittel möglich wäre.“
Als Beispiel: Ein Mensch mit sehr heller Haut, Sommersprossen, rötlichen oder blonden Haaren, der schnell zu Sonnenbrand neigt, gehört zur ersten Hauttyp-Kategorie und hat eine Eigenschutzzeit von weniger als 15 Minuten. Nimmt man also beispielsweise zehn Minuten an, ergibt eine Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 30 theoretisch 300 Minuten Sonne ohne Sonnenbrand.
Allerdings kann die Intensität der UV-Strahlung sehr stark variieren. Auch in höheren Lagen, am Äquator und grundsätzlich in der Mittagszeit ist die Belastung deutlich stärker.
Wie gefährlich sind Stoffe wie Octocrylen?
Die Stoffe Octocrylen und Benzophenon lösen bei vielen schon beim Lesen ein ungutes Gefühl aus. Sie stecken in Kosmetikprodukten wie Make-up, Lippenpflegestiften, Haargel – oder eben Sonnencreme.
Die Stoffe sind grundsätzlich in Deutschland zugelassen, deswegen können sie auch in gängigen Produkten vorkommen. Sie stehen zwar im Verdacht, möglicherweise gesundheitsschädliche Nebenwirkungen zu haben, aber: Das Hautkrebsrisiko ist viel, viel größer.
Christoph Liebich, Hautarzt
Wer vorsichtshalber darauf verzichten möchte, für den gibt es auf dem Markt viele Alternativen mit entsprechenden Siegeln.
Bräune gilt als Zeichen von Urlaub und Erholung. In sozialen Medien boomen jetzt Bräunungskapseln und -tropfen. Doch wie sinnvoll und gesund sind sie?
01.10.2025 | 4:43 min
Sind mineralische oder chemische Sonnencremes besser?
Sonnencremes schützen entweder durch einen chemischen oder einen mineralischen Filter.
Eine mineralische Sonnencreme bleibt auf der Hautoberfläche und reflektiert dort die schädlichen UV-Strahlen, chemischer Sonnenschutz wird hingegen in der Haut eingelagert und schützt sie durch eine chemische Reaktion von innen.
Christoph Liebich, Hautarzt
Von Betacarotin-Kapseln, die oft mit „natürlichem Sonnenschutz von innen“ beworben werden, hält der Dermatologe wenig. „Die kann man zusätzlich gerne nehmen, aber sie können einen richtigen Sonnenschutz definitiv nicht ersetzen, der Lichtschutzfaktor liegt gerade mal bei eins oder zwei.“
Für eine Personengruppe können sie sogar richtig gefährlich werden: Bei Rauchern sei im Zusammenhang mit der Einnahme von Betacarotin ein Anstieg der Lungenkrebsrate festgestellt worden, so Liebich.
So lange schützt Ihre Haut Sie vor Sonne
ZDFheute Infografik
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Muss gute Sonnencreme teuer sein?
Wirksame Sonnencremes gibt es auch schon für wenig Geld – Stiftung Warentest testete im Jahr 2025 26 Sprays, Lotions und Cremes mit Lichtschutzfaktor 30, 50 und 50+. Acht Produkte bekamen ein „sehr gut“, darunter das „Lacura Sun Sonnenspray Schutz & Pflege“ von Aldi, die „Sundance Sonnenmilch“ von dm – beide mit LSF 50 – und die „Cien Sun Sonnenmilch“ mit LSF 30 von Lidl.
Zu viel Sonne ist schädlich für den Körper und kann Sonnenbrand oder sogar Hautkrebs verursachen. Dies hängt von der Art und Intensität der energiereichen Strahlung ab.
17.06.2024 | 1:49 min
Warum ist Sonnenschutz so wichtig?
Sonnenschutz ist so wichtig, weil die Haut nicht nur vor Sonnenbrand geschützt wird, sondern in der Folge auch vor Hautkrebs.
Die Zahl der Hautkrebs-Fälle hat sich in den letzten 20 Jahren fast verdoppelt. Laut Statistischem Bundesamt wurden in Deutschland im Jahr 2024 rund 120.100 Menschen wegen Hautkrebs im Krankenhaus behandelt – 2004 waren es noch 61.700. Zugenommen hätten vor allem Fälle von sogenanntem hellen Hautkrebs.
Die Zahl der Hautkrebspatienten in Deutschland hat sich in den letzten 20 Jahren fast verdoppelt. Laut Statistischem Bundesamt wurden in den Krankenhäusern 120.100 Hautkrebspatienten behandelt.
28.05.2026 | 0:23 min
Den Daten zufolge nahm auch die Zahl der Todesfälle durch Hautkrebs drastisch zu: 4.600 Menschen starben 2024 an der Erkrankung – 65 Prozent mehr als 20 Jahre zuvor.
- Möglichst viel Zeit im Schatten verbringen.
- Mittagssonne zwischen 11:00 und 15:00 Uhr vermeiden.
- Sonnensichere UV-Kleidung tragen.
- UV-Index beachten. Er liefert Infos über die Stärke der Sonnenstrahlen und ist in den meisten Wetter-Apps zu finden.
- Kopf bedecken und Augen, zum Beispiel mit einer UV-Sonnenbrille, schützen.
Der Münchner Hautarzt Christoph Liebich macht für die Zunahme der Hautkrebs-Fälle auch demografische Faktoren verantwortlich:
Das liegt daran, dass jetzt die ganzen älteren Menschen erkranken, die früher viel Zeit in der Sonne oder im Solarium verbracht haben.
Christoph Liebich, Hautarzt
Mittlerweile sei das Bewusstsein, wie gefährlich UV-Strahlung ist, aber gestiegen. Und auch die Mode hat eine gewisse Rolle gespielt: „Lange Zeit wurden in der Werbung Schönheitsideale von gebräunter Haut suggeriert, nach denen sich viele Menschen gerichtet haben.“
Dieser Artikel wurde erstmals am 9.7.2023 publiziert. In dieser Version wurden aktuelle Testergebnisse ergänzt und Statistiken aktualisiert.
Quelle: Mit Material von AFP und epd
Über das Thema berichtete das ZDF unter anderem in „heute in Europa“ am 26.05.2026 ab 16:00 Uhr.
