Putin lehnt Treffen mit Selenskyj ab


Kremlchef Wladimir Putin will sich nicht zu einem direkten Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj treffen. Er sehe dafür derzeit keinen Grund, sagte der russische Staatschef beim Internationalen Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg. Zu einer solchen Begegnung könne es erst kommen, wenn eine endgültige Einigung über eine Friedenslösung erzielt worden sei. Selenskyj hatte Putin in einem offenen Brief direkte Gespräche über ein Ende des Ukraine-Kriegs vorgeschlagen.

Am Sonntag wollen in London Bundeskanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Premier Keir Starmer mit Selenskyj über das weitere Vorgehen beraten. Die sogenannten E3 – Deutschland, Frankreich und Großbritannien – spielen eine Schlüsselrolle bei den europäischen Bemühungen um ein Ende des russischen Angriffskriegs.

USA und Iran greifen sich in Golfregion erneut an

Ungeachtet der seit fast zwei Monaten geltenden Waffenruhe haben sich die USA und der Iran erneut gegenseitig angegriffen. Nach Angaben des US-Militärs wurden sechs vom Iran auf Kuwait und Bahrain abgefeuerte ballistische Raketen abgefangen, ein weiteres Geschoss verfehlte sein Ziel.

Zuvor hatten US-Streitkräfte nach eigenen Angaben vier iranische Drohnen nahe der Straße von Hormus abgewehrt und danach Radarstellungen auf der iranischen Insel Qeschm sowie in Goruk angegriffen. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten daraufhin, als Reaktion US-Stützpunkte in der Region attackiert zu haben. Trotz laufender Verhandlungen über ein Rahmenabkommen kommt es immer wieder zu vereinzelten Angriffen zwischen den Konfliktparteien.

Merz sieht Unterstützung für schnelleren EU-Beitritt von Balkan-Ländern

Der Vorschlag Deutschlands und Frankreichs für eine Beschleunigung des EU-Beitritts der Westbalkan-Staaten ist nach den Worten von Bundeskanzler Friedrich Merz bei allen Beteiligten auf Zustimmung gestoßen. Man werde jetzt einen schrittweisen Prozess einleiten, sagte Merz bei einem Treffen von Staats- und Regierungschefs der EU- und Balkan-Länder in Tivat in Montenegro. Dabei stellte er konkrete Schritte in Aussicht wie etwa die Teilnahme am europäischen Zahlungssystem SEPA, am Studentenaustauschprogramm Erasmus Plus und am Mobilfunkroaming.

Familienfoto der Staats- & Regierungschefs
Gruppenfoto beim Gipfel der EU- und Westbalkan-LänderBild: Kay Nietfeld/dpa/picture alliance

Zum Westbalkan gehören Albanien, Bosnien und Herzegowina, das Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien. Die sechs Länder bewerben sich seit vielen Jahren um eine Mitgliedschaft in der EU. Montenegro ist bei den Bemühungen um einen Beitritt am weitesten fortgeschritten.

EU-Kommission fordert weniger Grenzkontrollen

Die EU-Kommission dringt auf einen Abbau der Grenzkontrollen in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Migrationskommissar Magnus Brunner sagte der Funke-Mediengruppe, die Kontrollen in den neun betroffenen Mitgliedstaaten sollten schrittweise zurückgefahren werden. Als Grund nannte er die deutlich gesunkenen Asylzahlen.

EU-Kommissar Magnus Brunner
EU-Migrationskommissar Magnus Brunner (Archivbild)Bild: Dursun Aydemir/Anadolu Agency/IMAGO

Im Schengen-Raum gilt grundsätzlich Reisefreiheit ohne regelmäßige Grenzkontrollen. Mehrere Staaten, darunter Deutschland, haben jedoch vorübergehende Kontrollen eingeführt. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hatte im vergangenen Frühjahr nach Amtsantritt der schwarz-roten Bundesregierung verschärfte Kontrollen an den deutschen Grenzen angeordnet.

Argentinien weitet Suche nach Hantavirus-Quelle aus

Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ weiten die argentinischen Behörden die Suche nach infizierten Nagetieren aus. Neben Untersuchungen in der südlichen Provinz Feuerland soll in der kommenden Woche auch der Westen der Provinz Mendoza in die Ermittlungen einbezogen werden, wie das Gesundheitsministerium in Buenos Aires mitteilte. Die „Hondius“ war von Feuerland aus zu einer Reise in Richtung Kapverden aufgebrochen. Während der Fahrt kam es im April zu einem Ausbruch des gefährlichen Hantavirus. Drei Passagiere starben.

Wissenschaftler suchen in Argentinien nach der Quelle des Hantavirus-Ausbruchs im April
Wissenschaftler suchen in Argentinien nach der Quelle des Hantavirus-Ausbruchs im AprilBild: Fabian Marelli/GDA/La Nacion/IMAGO

Hantaviren können schwere Atemwegserkrankungen auslösen. Einen zugelassenen Impfstoff gibt es bislang nicht. Der Erreger verbreitet sich meist über Urin, Kot oder Speichel infizierter Nagetiere. Die sogenannte Andes-Variante, die bei „Hondius“-Passagieren nachgewiesen wurde, ist auch von Mensch zu Mensch übertragbar.

Papst Leo reist nach Spanien

Papst Leo XIV. trifft an diesem Samstag zu einem sechstägigen Besuch in Spanien ein. Seine Stationen sind die Hauptstadt Madrid, Barcelona und die Kanarischen Inseln. In dem überwiegend katholischen Land werden Hunderttausende Menschen zu Veranstaltungen unter freiem Himmel erwartet. Für Leo, der seit Mai vergangenen Jahres an der Spitze der katholischen Kirche steht, ist es der erste Besuch in einem größeren europäischen Land außerhalb Italiens. Der US-Amerikaner war vor seiner Wahl zum Papst lange als Missionar und Bischof in Peru tätig und spricht daher sehr gut Spanisch.

Kreuz auf dem Jesusturm der Sagrada Familia
Papst Leo wird in Barcelona das Kreuz des Jesusturms auf der Sagrada Familia segnenBild: Emilio Morenatti/AP Photo/picture alliance

Große Beachtung dürften die Segnung des Jesus-Turms der Basilika Sagrada Família in Barcelona am kommenden Mittwoch – dem 100. Todestag des Architekten Antoni Gaudí – und Begegnungen auf den Kanaren mit Migranten aus Afrika finden. Zudem kündigte der Vatikan am Vorabend des Besuchs an, der Papst werde sich mit Opfern sexuellen Missbrauchs in katholischen Einrichtungen treffen. Dies hatten Opferverbände gefordert.

pgr/jj/gri (dpa, afp, ap, epd, rtr)

Dieser Nachrichtenüberblick wurde um 9.00 Uhr (MESZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.



Source link

Ähnliche Beiträge