Papst Leo XIV. „gefährdet viele Menschen“
Donald Trump greift erneut den Papst an – wieder wegen dessen Haltung zum Iran-Krieg (Archivfoto).
Quelle: AP
Und ich glaube nicht, dass das sehr gut ist. Ich denke, er gefährdet viele Katholiken und viele Menschen.
Donald Trump, US-Präsident
Leo hat sich allerdings nie dafür ausgesprochen, dass Iran Atomwaffen haben solle – und machte das nun in einer Reaktion auf Trumps Angriff auch deutlich: „Wenn mich jemand dafür kritisieren will, dass ich das Evangelium verkünde, soll er das mit der Wahrheit tun“, sagte das Kirchenoberhaupt am Dienstagabend vor Journalisten in Castel Gandolfo. Die Kirche spreche sich seit Jahren gegen alle Atomwaffen aus, daran gebe es keinen Zweifel, so Leo XIV.
US-Präsident Trump eskaliert auf allen Kanälen – mit Drohgebärden und Provokationen gegen Iran und den Papst.
15.04.2026 | 8:29 min
Tatsächlich hatte der Pontifex zu weiteren Friedensgesprächen aufgerufen, den Krieg allgemein kritisiert und Trumps Drohungen mit massiven Angriffen auf Zivilisten scharf verurteilt. Zudem hatte Leo betont, dass seine Aussagen auf biblischen und kirchlichen Lehren fußten. Er äußere sich nicht als politischer Rivale Trumps.
Vatikan nüchtern: „Papst verfolgt seinen Weg weiter“
Aus dem Vatikan hatte es in einer ersten Reaktion auf Trumps Worte bereits geheißen: „Der Papst verfolgt seinen Weg weiter, indem er das Evangelium predigt, den Frieden, wie es der heilige Paulus sagen würde“ – und zwar bei jeder „passenden und unpassenden“ Gelegenheit, sagte der vatikanische Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin. Italiens rechter Vize-Regierungschef Matteo Salvini merkte an: „Über den Papst diskutiert man nicht, man hört ihm zu.“
Auch Außenminister Antonio Tajani verteidigte den Pontifex. Die Attacken seien „weder akzeptabel noch hilfreich für die Sache des Friedens“, schrieb Tajani am Dienstag auf der Plattform X. Er bekräftige seine Unterstützung „für jede Handlung und jedes Wort von Papst Leo“, betonte der Chefdiplomat. Die Worte des Pontifex seien „ein Bekenntnis zum Dialog, zum Wert des menschlichen Lebens und zur Freiheit“.
Nach dem öffentlichen Streit mit US-Präsident Trump ist Papst Leo XIV. um eine Deeskalation bemüht. Trump hatte die Außenpolitik des katholischen Oberhaupts kritisiert.
19.04.2026 | 0:20 min
US-Außenminister Rubio will Vatikan besuchen
Erst am Montag hatte das US-Außenministerium angekündigt, dass Trumps Chefdiplomat Marco Rubio, selbst Katholik, Ende der Woche den Vatikan besuchen werde. Dort solle Rubio mit „Vertretern des Heiligen Stuhls zusammenkommen, um die Lage im Nahen Osten und gemeinsame Interessen in der westlichen Hemisphäre zu erörtern“, hieß es. Beobachter werten die Reise als Versuch, nach dem öffentlich ausgetragenen Streit die Wogen zu glätten.
Rubio selbst spielte den Konflikt zwischen Trump und Papst Leo im Vorfeld herunter: Es seien „einige Dinge passiert“, seine Reise aber bereits zuvor geplant gewesen, sagte er am Dienstag in Washington. Es gebe eine Menge Themen, die er am Donnerstag bei seinem Treffen mit dem Papst besprechen wolle. „Wir haben gemeinsame Anliegen in Bezug auf Religionsfreiheit – Religionsfreiheit in verschiedenen Teilen der Welt“, sagte Rubio unter Verweis auf Leos jüngste Reise nach Afrika.
Rubio soll in Rom auch Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni treffen. Auch dieses Gespräch gilt als heikel: Meloni hatte den Papst gegen frühere Angriffe Trumps verteidigt. Die Reise fällt zudem mit dem ersten Jahrestag von Leos Pontifikat zusammen.
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Quelle: AP, dpa, KNA, AFP
