Musks SpaceX will mit Milliardenverlusten an die Börse
Der US-Raumfahrtkonzern SpaceX hat die offiziellen Unterlagen für seinen mit Spannung erwarteten Börsengang eingereicht. Das von Multimilliardär Elon Musk geführte Unternehmen könnte dabei eine Rekordbewertung von 1,75 Billionen Dollar erreichen. Damit würde SpaceX den bislang größten Börsengang der Geschichte – den des saudischen Ölkonzerns Aramco aus dem Jahr 2019 – deutlich übertreffen. Ein genaues Datum für den Gang an die Börse steht noch aus, am Markt wird jedoch mit einem Termin im Juni gerechnet.
Zunächst keine Dividende für Aktionäre
Aus den Börsenunterlagen geht hervor, dass SpaceX im vergangenen Jahr einen Verlust von rund 4,94 Milliarden Dollar verzeichnete. Ausschlaggebend waren umfangreiche Investitionen in die Entwicklung neuer Raketengenerationen sowie in Künstliche Intelligenz. Gleichzeitig wuchs der Umsatz deutlich auf 18,67 Milliarden Dollar (16 Milliarden Euro). Den größten Anteil steuerte das Satellitennetzwerk Starlink bei: Mit Einnahmen von 11,4 Milliarden Dollar legte dieser Bereich um nahezu 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu.
Die bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Dokumente zeigen zudem, dass Musk seine dominierende Stellung im Unternehmen auch nach dem Börsengang behalten wird. Eine Aktienstruktur mit zwei Anteilsklassen sichert ihm 85,1 Prozent der Stimmrechte. Musk soll weiterhin in Personalunion als Vorstandschef, Technikvorstand und Verwaltungsratsvorsitzender agieren.
Darüber hinaus geben die Unterlagen Einblick in das eng verflochtene Firmengeflecht des Milliardärs sowie in neue Großaufträge. So hält der Elektroautobauer Tesla viele Aktien von SpaceX. Zudem schloss das Raumfahrtunternehmen im Mai einen umfangreichen Vertrag über Cloud-Dienstleistungen mit dem KI-Entwickler Anthropic ab. Die Vereinbarung soll SpaceX bis Mai 2029 monatlich Einnahmen von 1,25 Milliarden Dollar sichern.
Anleger, die kurzfristig auf Ausschüttungen hoffen, werden jedoch enttäuscht: SpaceX erklärte, auf absehbare Zeit keine Dividenden an seine künftigen Aktionäre zahlen zu wollen.
Zu SpaceX gehören auch Internetsatelliten und die Plattform X
Elon Musk steht nicht nur an der Spitze von SpaceX, sondern auch des Elektroautobauers Tesla. Die Anteile an beiden Unternehmen bilden die Grundlage seines Vermögens, das ihn zum derzeit reichsten Menschen der Welt macht. Nach Schätzungen des Finanzdienstes Bloomberg beläuft sich sein Vermögen aktuell auf rund 667 Milliarden Dollar.
Seit seiner Gründung im Jahr 2002 hat sich SpaceX zum weltweit führenden Raumfahrtunternehmen entwickelt. Der Konzern revolutionierte die Branche mit wiederverwendbaren Raketen und betreibt mit Starlink inzwischen ein Netzwerk von rund 10.000 Satelliten zur Bereitstellung globaler Breitbandverbindungen. Zudem integrierte Musk seine KI-Firma xAI sowie die Online-Plattform X in das SpaceX-Ökosystem.
Musk plant Kolonie auf dem Mars
Für die Zukunft skizziert Musk ambitionierte Pläne, darunter den Aufbau von KI-Rechenzentren im All. Die Idee basiert darauf, dass im Weltraum reichlich Sonnenenergie verfügbar ist und sich die Kühlung dort effizienter gestalten lässt. Kritiker verweisen jedoch auf erhebliche Hürden wie hohe Aufbaukosten und Risiken durch Strahlung, die elektronische Komponenten beschädigen könnte.
Auch Musks Vergütung ist an weitreichende Ziele gekoppelt. Dazu zählen unter anderem die Errichtung einer dauerhaften menschlichen Kolonie auf dem Mars sowie eben der Aufbau riesiger Rechenzentren im All. Eine zentrale Rolle spielt dabei die neue Schwerlastrakete Starship, deren nächster Testflug noch in dieser Woche erwartet wird.
pgr/se (dpa, rtr, afp)
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