Grimme-Preis 2026: Fernsehpreis-Verleihung in Marl


Man kann es sich kaum vorstellen, aber der Gang über den roten Teppich im Blitzlichgewitter vor dem Theater Marl war für ihn eine Premiere: TV-Legende Frank Elstner bekommt einen Ehrenpreis, genauer gesagt die „Besondere Ehrung des Preisstifters Deutscher Volkshochschul-Verband (DVV)“. Deshalb ist er trotz seiner Erkrankung persönlich ins nördliche Ruhrgebiet gekommen – zur Verleihung des Grimme-Preises 2026.

Der Verband würdigt Elstner „nicht nur als einen überragender TV-Macher, sondern als Botschafter für gesellschaftliche Anliegen.“ Der 84-jährige „Wetten dass…“-Erfinder setzt sich seit Jahren für den Kampf gegen die Krankheit Parkinson ein, an der er selber erkrankt ist.

Der „Wetten dass…“-Erfinder war sichtlich gerührt

Mit Blick auf seine Parkinson-Erkrankung sagte er dann zum Publikum am Abend in Marl: „Ich habe in der Familie eine Umfrage gemacht. Meine jüngste Tochter hat mir gesagt, ich soll nicht so viel reden. Ich tue ihr jetzt den den Gefallen und sage einfach: Bleibt gesund!

Elstner freut sich auf die Kaulitz-Brüder

Frank Elstner ist gespannt auf Bill und Tom Kaulitz als neue „Wetten dass“- Moderatoren. „Ich bin neugierig„, sagte er in einem Interview des Grimme-Instituts, das zur Verleihung der Grimme-Preise veröffentlicht wurde. „Ich glaube daran, dass man mit guten Ideen immer wieder etwas Neues machen kann„, sagte er.

Zehn von 16 Preisen für das ZDF

Insgesamt werden sechzehn Grimme-Preise sowie drei Sonderpreise in diesem Jahr vergeben. Freuen darf sich vor allem das ZDF mit gleich zehn Preisen. So geht zum Beispiel der Preis für die besondere journalistische Leistung an die ZDF-Reporterin Golineh Atai für herausragende Berichte aus der arabischen Welt, so die Jury.

Tatort-Duo kriegt Preis gleich für ersten Fall

Die ARD wird mit fünf Preisen für ihre Produktionen ausgezeichnet. Einen bekommt der Hessische Rundfunk für den Frankfurter Tatort und seinem neuen Ermittler-Duo Melika Foroutan und Edin Hasanovic. Gleich ihr erster Fall „Dunkelheit“ wird jetzt in der Kategorie Fiktion ausgezeichnet. In dem geht es um einen alten, unaufgeklärten Mord, einen Cold Case.

Außerdem erhält der Film „Die Nichte des Polizisten“, produziert für den SWR und NDR, einen Preis. Dabei ermittelt eine junge Polizeianwärterin im rechtsextremen Milieu.

Eklat aus 2025 erneut Thema bei der Verleihung

Im Vergleich zum vergangenen Jahr hatten die Macher des Preises aus dem Marler Grimme-Institut in diesem Jahr auf eine etwas entspanntere Verleihung gehofft. Damals gab es eine kontroverse Diskussion um die zunächst geplante Auszeichnung einer Nahost-Aktivistin und deren Social-Media-Arbeit.

Als Antisemitismus-Vorwürfe gegen die junge Frau aufkamen, wurde die Auszeichnung zurückgenommen. Das widerum führte zu Protest gegen das Institut: Die Macher einer Fernseh-Serie gaben ihren Grimme-Fernseh-Preis wieder zurück, beim Grimme-Online-Award im Herbst nahmen zwei Regisseure ihren Preis erst gar nicht an – aus Protest gegen die Entscheidung.

Tatort-Schauspielerin kritisiert Grimme-Institut

Die Kontroverse spielte dann aber doch bei der Verleihung in diesem Jahr eine Rolle: Preisträgerin und Tatort-Schauspielerin Melika Foroutan kritisierte das Grimme-Institut und plädierte für die Freiheit der Kultur: „Eingriffe in Jury-Entscheidungen begrenzen diese Freiheit.



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