Fußball-WM 2026: So hoch sind die Fifa-Entschädigungen an die Klubs

Verband erhöht Prämien
Warum Bayern, BVB und Co. für ihre WM-Spieler Millionen von der Fifa erhalten
WM-Profis bringen ihren Klubs nicht nur Ruhm, sondern auch Millionensummen von der Fifa ein. Welche Vereine am meisten kassieren – und warum sie selbst von Ex-Spielern profitieren
Es ist der Traum eines jeden Fußballprofis, einmal bei einer Weltmeisterschaft für das eigene Land zu spielen. Die jeweiligen Klubs stellen sich dem in der Regel nicht in den Weg. Immerhin kann eine WM-Teilnahme dazu führen, dass ein Profi sich auf internationaler Bühne beweist, sein Marktwert steigt und man ihn nach dem Turnier für mehr Geld verkaufen kann als vorher.
Dennoch nehmen die Verantwortlichen von Vereinen wie Bayern München, Borussia Dortmund und Co. die Entschädigungszahlungen der Fifa dankend an. Was ist das sogenannte Fifa World Cup Benefits Program und wie viele Einnahmen generieren die Klubs dadurch?
Infantino spricht von „finanzieller Anerkennung“
Eine WM-Teilnahme ist wie so vieles im Weltfußball keine kostenlose Angelegenheit: Für jeden Turnierspieler schickt die Fifa eine tägliche Entschädigung von rund 11.000 US-Dollar (rund 9500 Euro) an die Vereine. Denn diese haben Verträge mit den Spielern und geben sie für die WM frei. Klubs, bei denen die Profis in den vergangenen Jahren unter Vertrag standen, profitieren anteilig davon. Sie erhalten ein Drittel der jeweiligen Tagespauschale.
Die Prämien wurden deutlich erhöht: Im Anschluss an die WM 2022 in Katar hatte der Verband noch 209 Mio. US-Dollar (nach heutigem Wechselkurs etwa 180 Mio. Euro) an 440 Vereine aus 51 Ländern ausgeschüttet. Jetzt sollen die Klubs für die Bereitstellung ihrer Spieler bei der WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada nach Angaben der Fifa insgesamt mit rund 300 Mio. Euro entschädigt werden.
„Der Ausbau des Fifa-Programms zur Beteiligung von Klubs für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 bedeutet eine noch ausgeprägtere finanzielle Anerkennung des enormen Beitrags, den so viele Klubs und ihre Spieler rund um die Welt sowohl zur Qualifikation als auch zur Endrunde der WM leisten“, sagte Fifa-Präsident Gianni Infantino.
Die Entschädigungshöhe verhandelte die Fifa mit der europäischen Klubvereinigung (ECA). Dabei wurde festgehalten, dass erstmals auch die Klubs an den Turniereinnahmen beteiligt werden, deren Spieler nur in der Qualifikation zum Einsatz gekommen sind.
Diese Klubs bekommen das meiste WM-Geld
Knapp 500 Vereine erhalten im Rahmen des Turniers in Nordamerika Zahlungen vom Fußball-Weltverband. Topklubs, die besonders viele Profis abstellen, verdienen allein durch die Gruppenphase einige Millionen Euro. In der K.o.-Phase kommen dann weitere Einnahmen hinzu. In einer Analyse zur WM 2026 hat die Deutsche Kreditbank AG (DKB) die Fifa-Ausgleichszahlungen für die Gruppenphase ermittelt und miteinander verglichen.
Das meiste Geld erhält Manchester City – umgerechnet insgesamt über 4,55 Mio. Euro. Gleich dahinter folgt der deutsche Rekordmeister Bayern München mit rund 3,81 Mio. Euro. Auf Platz drei liegt der englische Meister FC Arsenal mit 3,54 Mio. Euro und der erneute Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain belegt mit 3,34 Mio. Euro Rang vier, gefolgt vom FC Liverpool, der etwa 2,71 Mio. Euro erhält.
In dem Ranking gibt es aber auch einige Überraschungen. Klubs wie Crystal Palace aus England und Al Ahly aus Ägypten schneiden erstaunlich gut ab. Neben den Bayern sind auch die Bundesligisten Borussia Dortmund und TSG Hoffenheim mit dabei:
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Auch Bundesligisten kassieren ordentlich ab
Nicht nur die Bayern, der BVB und Hoffenheim bekommen Millionensummen für ihre WM-Spieler. Leverkusen, Frankfurt, Stuttgart, Leipzig und Mainz kassieren ebenfalls Zahlungen von mehr als einer Million Euro.
Absteiger Heidenheim und der 1. FC Köln gehen als einzige Bundesliga-Vereine leer aus, da sie keine Spieler zur WM 2026 entsenden und entsprechend keine Fifa-Prämien erhalten.
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Insgesamt erhalten Bundesliga-Klubs für die WM-Gruppenphase 21,06 Mio. Euro an Abstellungszahlungen von der Fifa. Damit liegt das deutsche Oberhaus im internationalen Vergleich auf Platz zwei der bestbezahlten Ligen. Nur an der englischen Premier League ist kein Vorbeikommen. Die kassiert mit 38,5 Millionen fast das Doppelte von dem, was die Bundesliga bekommt.
Die französische Ligue 1 liegt mit rund 16,63 Mio. Euro auf Platz drei – dahinter kommen die spanische La Liga (16,14 Mio. Euro) und die italienische Serie A (14,94 Mio. Euro). Obwohl Italien die WM-Teilnahme zum dritten Mal in Folge verpasst hat, können sich die Klubs im Land also wenigstens über Fifa-Prämien freuen.
England und Deutschland im Ländervergleich ganz vorne
Im Ländervergleich ergibt sich die gleiche Rangordnung: England (46,21 Mio. Euro), Deutschland (22,62), Frankreich (19,39), Spanien (17,29) und Italien (15,52).
Dahinter liegt die Türkei mit etwa 9,99 Mio. Euro, gefolgt von den Niederlanden mit 8,01 Mio. Euro und Portugal mit 7,23 Mio. Euro. Gastgeberland USA steht an neunter Stelle, die Klubs in den Vereinigten Staaten erhalten umgerechnet insgesamt rund 6,57 Mio. Euro.
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Ex-Spieler treiben Einnahmen nach oben
Die höchsten Einnahmen durch ehemalige Spieler, die nun zur WM fahren, erzielt der französische Erstligist Olympique Marseille mit rund 477.979 Euro. Auf Platz zwei liegt der Premier-League-Absteiger Wolverhampton Wanderers mit etwa 458.900 Euro und Platz drei belegt Bundesligist Bayer Leverkusen mit rund 423.976 Euro.
Auch Topklub Manchester City profitiert von der Regelung und kassiert rund 416.519 Euro für ehemalige Spieler. Stade Rennes erhält etwa 404.604 Euro, der RC Lens rund 389.155 Euro und der FC Chelsea knapp 387.440 Euro.
Hinweis: Zum Zeitpunkt der Datenerfassung hatten noch nicht alle teilnehmenden Nationen ihre endgültigen WM-Kader veröffentlicht. Die ausgewiesenen Summen basieren daher auf dem aktuellen Stand der Nominierungen und können sich bis Turnierbeginn noch geringfügig verändern. Wesentliche Verschiebungen bei den Spitzenplätzen der Vereine und Ligen sind jedoch nicht zu erwarten.
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Mit Material des Sport-Informations-Dienstes (SID)
