EU-Kommission präsentiert Strategie gegen Armut


Eine Helferin gibt für wohnungslose Menschen heiße Suppe aus.

Stand: 06.05.2026 • 16:45 Uhr

Jeder fünfte Mensch in der Europäischen Union gilt als armutsgefährdet. Die EU-Kommission will das Thema in den Fokus rücken und hat Lösungsansätze präsentiert. Die Verantwortung liegt vor allem bei den einzelnen Staaten.

Von Sarah López, ARD-Studio Brüsssel

Es ist ein großes Ziel, das sich die Europäische Union gesetzt hat: Bis 2050 soll die Armut in der EU beseitigt werden. Die Kommission hat jetzt eine Strategie vorgestellt, mit der das klappen soll.

Da geht es um verschiedene Punkte. Zum Beispiel das Wohnen: Die Kommission setzt darauf, dass die Mitgliedsländer mehr bezahlbaren und sozialen Wohnraum schaffen. Und es soll Programme geben, die verhindern, dass Menschen ihre Wohnung verlieren – etwa Frühwarnsysteme und Beratungen.

Außerdem schaut die EU-Kommission auf Kinderarmut. Die Armutsstrategie fordert bessere Bildung und Betreuungsangebote. Kinder sollten zum Beispiel kostenloses Essen in der Schule bekommen.

Sozialpolitik ist meist Sache der Mitgliedsstaaten

Als drittes soll die Inklusion von Menschen mit Behinderung verbessert werden. Denn die seien besonders von Armut gefährdet. Hier ist ein Ziel, dass Menschen mit Behinderung beim Reisen auf weniger Barrieren stoßen.

Allerdings: Die Strategie besteht vor allem aus Empfehlungen an die Mitgliedsstaaten. Für den Großteil der Sozialpolitik liegt die Kompetenz bei denen und nicht bei der EU. Von der EU-Kommission gibt es für die Umsetzung der Strategie auch kein zusätzliches Geld. Stattdessen sollen Fonds, die es bereits gibt, besser genutzt werden.

Als nächstes müssen die Mitgliedsländer über die Vorschläge beraten. Nach Angaben der EU gilt jeder fünfte Mensch in der Europäischen Union als armutsgefährdet. Bei Kindern ist es sogar jedes vierte.



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