Darum gab es keinen Handelfmeter für die Bayern
Im Halbfinale zwischen Bayern und PSG hat es einige umstrittene Entscheidungen gegeben. Allen voran das mögliche Gelb-Rot für Paris. ZDF-Experte Thorsten Kinhöfer zu den Szenen.
06.05.2026 | 2:49 min
Es lief die 27. Minute, als die Anhänger des FC Bayern am Mittwochabend im Halbfinal-Rückspiel der UEFA Champions League erstmals wegen eines Handspiels aufschrien: Der bereits gelb verwarnte PSG-Verteidiger Nuno Mendes verhinderte ein Dribbling von Konrad Laimer mit dem rechten Arm.
Doch der Verteidiger von Paris Saint-Germain flog nicht vom Platz. Im Gegenteil: Der Unparteiische entschied nach einem Tipp des vierten Offiziellen auf Handspiel zulasten Laimers bei seiner Ballannahme zuvor – doch der hatte den Ball wohl mit der Brust angenommen.
Man hat eindeutig gesehen, dass der Ball an Laimers Bauch, Oberschenkel, Hüfte ging. Dementsprechend hätte es in der Folge eine gelb-rote Karte geben müssen. Das ist eine klare fehle Fehlentscheidung.
ZDF-Schiedsrichterexperte Thorsten Kinhöfer
Da es sich aber um eine mögliche Gelb-Rot-Entscheidung handelte, griff der Videoschiedsrichter korrekterweise nicht ein.
Die Champions-League-Saison des FC Bayern endet im Halbfinale gegen PSG. Im Rückspiel zeigt Paris eine defensiv überragende Leistung. Einige Schiedsrichter-Entscheidungen sorgen für Unmut.
06.05.2026 | 2:59 min
Referee Pinheiro blieb im Zentrum des Bayern-Grolls
Dennoch: Es blieb nicht die einzige strittige Szene des Abends, bei der Referee Pinheiro im Zentrum des Bayern-Grolls stand. Zwei Minuten später schoss PSG-Mittelfeldspieler Vitinha im eigenen Strafraum bei einem Klärungsversuch Joao Neves an den Arm, aber auch hier ließ Pinheiro weiterlaufen. Die Bayern-Fans fühlten sich abermals betrogen.
Bayern gegen Paris Saint-Germain und Arsenals Finaleinzug. Die Highlights der Halbfinal-Spiele im „sportstudio Champions League“.
06.05.2026 | 47:54 min
Doch in diesem Fall zu Unrecht. Laut dem International Football Association Board (IFAB) gilt: Wird ein Spieler bei einem Schuss oder Kopfball eines Mitspielers an der Hand oder am Arm vom Ball getroffen, liegt kein Handspiel vor.
Kinhöfer: Man kann Schiedsrichter „keinen Vorwurf“ machen
Es sei denn, der Ball landet direkt im gegnerischen Tor oder der Spieler erzielt unmittelbar danach ein Tor – in diesem Fall erhält die gegnerische Mannschaft einen direkten Freistoß. „Man sagt im Regelwerk: Teammate to Teammate“, so der ZDF-Schiedsrichterexperte Thorsten Kinhöfer.
Da man klar habe erkennen können, dass Vitinha den Ball klären wollte und dabei seinem eigenen Mitspieler unglücklicherweise an den Arm schoss, sei die Schiedsrichter-Entscheidung auf einen Strafstoß zu verzichten, „glasklar richtig“.
Wenn der Schuss von einem Bayern-Spieler gekommen wäre, wäre es zu einem Strafstoß gekommen.
ZDF-Schiedsrichterexperte Thorsten Kinhöfer
So aber könne man dem Schiedsrichter „keinen Vorwurf“ machen, so Kinhöfer weiter.
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Das ZDF berichtet über dieses Thema am 06.05.2026 ab 23:10 Uhr im „sportstudio Champions League“.
