Diplomatie im Iran-Krieg: Viele Flugstunden, wenig Aussicht auf neues Treffen
Zum zweiten Mal binnen 24 Stunden ist Irans Außenminister Araghtschi im Vermittlerstaat Pakistan, um Irans Positionen zu übermitteln. Auch eine Reise nach Moskau ist geplant. Neue Gespräche mit den USA zeichnen sich nicht ab.
Kaum abgereist, ist er wieder zurück in Pakistan: Irans Außenminister Abbas Araghtschi ist rund 24 Stunden nach seinem Besuch erneut in die Hauptstadt Islamabad gereist, um dort weitere Gespräche zur Beilegung des Kriegs mit den USA zu führen. Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim wird Araghtschi der pakistanischen Regierung, die in dem Konflikt vermittelt, die iranischen Bedingungen für eine Beendigung des Krieges übermitteln.
Zu diesen Bedingungen zählen laut Tasnim unter anderem die sofortige Aufhebung der von den USA verhängten Seeblockade sowie die Einführung einer neuen rechtlichen Regelung für die Straße von Hormus. Zudem fordert Teheran Kriegsentschädigungen und Garantien, dass es zu keiner erneuten militärischen Aggression gegen die Islamische Republik kommen wird. Den Atomstreit hingegen wolle Iran nicht auf die Verhandlungsagenda setzen, hieß es weiter.
Araghtschi war erst am Samstag aus Islamabad abgereist. Er hatte bei seinem Besuch den pakistanischen Armeechef Asim Munir und Premierminister Shehbaz Sharif getroffen. Auch bei diesen Treffen ging es laut pakistanischen Sicherheitskreisen um einen iranischen Gegenvorschlag in den Verhandlungen mit den USA.
Araghtschi trifft Putin
Zudem wurde bekannt, dass Araghtschi am Montag in Moskau erwartet wird. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bestätigte in russischen Staatsmedien ein Treffen mit Präsident Wladimir Putin, ohne auf Details einzugehen. Moskau und Teheran sind strategische Verbündete, allerdings ist Russland nicht bereit, den Partner im aktuellen Konflikt mit den USA militärisch zu unterstützen. In erster Linie erhält Teheran diplomatische Rückendeckung aus dem Kreml.
Trump: Iran kann uns kontaktieren
Unklar ist weiter, wann und ob es eine neue Verhandlungsrunde Irans mit den USA gibt. US-Präsident Donald Trump hatte eine angekündigte Reise seiner Unterhändler nach Pakistan am Samstag kurzfristig abgesagt – zum zweiten Mal in einer Woche. Er begründete dies auch mit einem aus seiner Sicht inakzeptablen Vorschlag des Iran.
Am Sonntag sagte Trump dem Sender Fox News, wenn Iran Redebedarf habe, solle die Führung den Kontakt suchen. „Wenn sie reden wollen, können sie zu uns kommen oder uns anrufen“, sagte Trump. Er ergänzte: „Es ist ganz einfach, sie dürfen keine Atomwaffen haben, sonst gibt es keinen Grund für ein Treffen.“
Ursprünglich war geplant gewesen, dass der US-Sondergesandte Steve Witkoff gemeinsam mit Trumps Schwiegersohn Jared Kushner für neue Gespräche nach Islamabad reisen sollte, die Hauptstadt des Vermittlerstaats Pakistan. Die Iraner hätten darum gebeten, persönlich zu sprechen, hatte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, noch am Freitag mitgeteilt – was aus Teheran prompt dementiert wurde.
