Iran-Liveblog: ++ China kritisiert Beschlagnahmung eines Tankers durch USA ++
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China hat die Beschlagnahmung eines unter iranischer Flagge fahrenden Tankers durch die USA kritisiert. Laut iranischem Außenministerium sind aktuell keine weiteren Gespräche mit den USA geplant.
Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghai warf den USA vor, es „nicht ernst mit der Diplomatie“ zu meinen. Baghai verwies auf „eindeutige Verstöße“ seitens der USA gegen die Feuerpause. Konkret nannte er einen US-Angriff auf ein Frachtschiff und die Seeblockade iranischer Häfen – sowie die Lage im Libanon, wo die pro-iranische Hisbollah sich trotz einer seit Freitag geltenden separaten Waffenruhe zwischen Beirut und Israel Gefechte mit der israelischen Armee liefert.
Die USA werfen dem Iran ihrerseits massive Verstöße gegen die Waffenruhe vor – darunter mit Angriffen am Samstag, die sich laut US-Präsident Trump gegen ein französisches und ein britisches Schiff richteten, sowie mit der erneuten Blockade der Straße von Hormus. Der Iran hat die für den Welthandel immens wichtige Meerenge seit Kriegsbeginn weitestgehend gesperrt. Derweil brachte die US-Armee einen iranischen Frachter im Golf von Oman unter ihre Kontrolle. Teheran kündigte daraufhin Vergeltung an.
Hinter den Unstimmigkeiten darüber, ob Irans Führung an den Gesprächen teilnimmt, könnte auch noch eine andere Komponente liegen: Nach Einschätzungen von ARD-Korrespondent Benjamin Weber will sich Iran – vor allem international – von den USA „ernst genommen fühlen“. Das sagte Weber am Nachmittag bei tagesschau24. Kurz vor dem Ende der zweiwöchigen Waffenruhe im Iran-Krieg herrscht weiter Ungewissheit über die Fortsetzung der Friedensverhandlungen.
Pakistans Innenminister hat bei zwei verschiedenen Treffen diplomatische Vertreter aus dem Iran und den USA empfangen. Dabei sei unter anderem über die Sicherheit in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad vor einer möglichen zweiten Verhandlungsrunde gesprochen worden, hieß es in einer Mitteilung. „Wir beten für den Erfolg der zweiten Verhandlungsrunde in Islamabad“, sagte Minister Mohsin Naqvi demnach bei einem Treffen mit der Geschäftsträgerin der US-Botschaft, Natalie A. Baker.
Pakistan vermittelt im Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Vor gut einer Woche waren in Islamabad hochrangige Delegationen aus Washington und Teheran für Verhandlungen zusammengekommen.
In Katar soll erstmals seit Beginn des Iran-Kriegs der Flugbetrieb am Hauptstadtflughafen in Doha für ausländische Airlines wieder anlaufen. Die Luftfahrtbehörde des Golfstaates erklärte, dass der Betrieb schrittweise wieder aufgenommen werden soll.
Katar hatte den Flugverkehr infolge der US-israelischen Angriffe gegen den Iran und der iranischen Gegenangriffe eingestellt. Am 7. März wurde der Flugverkehr in begrenztem Umfang und nur für Flüge der nationalen Fluggesellschaft Qatar Airways wieder aufgenommen.
Pakistan hat seine diplomatischen Kontakte zu den USA und Iran seit gestern deutlich intensiviert, wie es aus Regierungskreisen hieß. Ziel sei es, die Gespräche zwischen Washington und Teheran möglichst schnell fortzusetzen – vielleicht schon am Dienstag, berichtet ARD-Korrespondentin Franziska Amler aus Neu-Delhi.
China hat die Beschlagnahmung eines unter iranischer Flagge fahrenden Tankers durch die USA kritisiert. Ein Sprecher des Außenministeriums, Guo Jiakun, sagte, die Straße von Hormus sei eine internationale Wasserstraße. Die ungehinderte Durchfahrt von Schiffen liege im gemeinsamen Interesse der Staaten der Region und der internationalen Gemeinschaft.
„Wir hoffen, dass alle Beteiligten verantwortungsbewusst handeln, das Waffenruheabkommen einhalten und eine Eskalation der Spannungen oder eine Verschärfung der Konflikte vermeiden“, sagte der Sprecher.
Der Iran hat eigenen Angaben zufolge noch keine Entscheidung über weitere Verhandlungen mit den USA getroffen. „In dieser Hinsicht wurde keine Entscheidung getroffen“, sagte Außenamtssprecher Ismail Baghai bei einer Pressekonferenz in Teheran. Eine weitere Verhandlungsrunde sei aktuell nicht geplant.
Im Krieg mit Israel und den USA sind in Iran nach offiziellen Angaben mehr als 3.300 Menschen getötet worden. Der Chef der iranischen Organisation für Rechtsmedizin, Abbas Masdschedi, sprach von mindestens 3.375 Todesopfern. Wie viele davon Zivilisten und Angehörige der Sicherheitskräfte sind, sagte Masdschedi nicht.
Laut Irans Präsident Massud Peseschkian müssten alle rationalen und diplomatischen Wege genutzt werden, um die Spannungen mit den USA abzubauen. Gleichzeitig betonte er laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA, dass Wachsamkeit und Misstrauen im Umgang mit Washington eine „unbedingte Notwendigkeit“ seien.
Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge trotz der Waffenruhe in der Nacht im Südlibanon eine Raketenabschussrampe angegriffen. Diese sei feuerbereit und eine „direkte Bedrohung für die Ortschaften in Nordisrael“ sowie für Soldaten gewesen, teilte das israelische Militär am Morgen mit.
Die Armee werde sich weiterhin gegen Gefahren verteidigen und Sicherheit für israelische Zivilisten und Soldaten gewährleisten, hieß es in einer Erklärung weiter. Laut der vom US-Außenministerium veröffentlichten Waffenruhe-Vereinbarung zwischen Israel und dem Libanon darf Israel alle notwendigen Maßnahmen zur Selbstverteidigung gegen geplante, unmittelbar bevorstehende oder andauernde Angriffe ergreifen.
Der Außenhandel mit Iran ist im vergangenen Jahr weiter zurückgegangen. Die Exporte aus Deutschland sanken vom Vorjahr um ein knappes Viertel auf 961,6 Millionen Euro, wie das Statistische Bundesamt berichtete. Ausgeführt wurden vor allem Maschinen sowie pharmazeutische und chemische Erzeugnisse.
Umgekehrt kamen aus Iran Importe im Wert von 234,5 Millionen Euro, eine leichte Steigerung um 1,7 Prozent zum Vorjahr. Fast zwei Drittel der Einfuhren waren Nahrungsmittel mit Pistazien an der Spitze. Darauf folgten pharmazeutische Erzeugnisse und Textilien wie zum Beispiel Teppiche.
Damit liegt der Iran auf der Liste der wichtigsten Handelspartner auf Rang 72. Vor dem Inkrafttreten umfassender US-Sanktionen im Jahr 2018 war es noch der 51. Platz gewesen.
Israels Außenminister Gideon Saar hat sich für die Zerstörung einer Jesus-Figur durch einen israelischen Soldaten im Libanon entschuldigt. „Diese schädliche Tat widerspricht vollkommen unseren Werten“, erklärte Saar. „Wir entschuldigen uns für diesen Vorfall bei allen Christen, deren Gefühle dadurch verletzt wurden.“
Gestern war ein Bild in Sozialen Medien veröffentlicht worden, das einen israelischen Soldaten zeigen soll, der im Libanon einer gestürzten Jesus-Figur mit einer Axt auf den Kopf schlägt. Israels Armee bestätigte die Echtheit des Materials und kündigte Konsequenzen an.
Die Armee habe „kein Interesse daran, zivile Infrastruktur, inklusive religiöser Gebäude oder Symbole, zu zerstören“, hieß es. Die christliche Gemeinschaft, zu der das Kruzifix gehörte, solle bei dessen Wiederherstellung unterstützt werden. Etwa ein Drittel der libanesischen Bevölkerung bekennt sich zum Christentum.
Irans Justiz hat zwei Männer nach Spionagevorwürfen hinrichten lassen. Die Exekution erfolgte im Morgengrauen, wie die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan berichtete. Ein Revolutionsgericht in der Großstadt Karadsch bei Teheran hatte das Urteil gesprochen.
Irans Justiz warf den beiden Männern vor, für den israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad spioniert zu haben. Wann sie festgenommen wurden und wann das Urteil fiel, blieb zunächst unklar.
Menschenrechtsgruppen kritisieren seit Jahren die rigorose Anwendung der Todesstrafe in Iran und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen auch als Mittel der Einschüchterung zu nutzen.
Der Erste Vizepräsident Irans, Mohammed-Resa Aref, hat ein Ende der Blockade iranischer Ölausfuhren gefordert. Die weltweiten Treibstoffpreise könnten sich nur stabilisieren, wenn der wirtschaftliche und militärische Druck auf iranische Ölexporte aufhöre, erklärte er auf der Plattform X. Man könne nicht die iranischen Ausfuhren beschränken und gleichzeitig erwarten, dass andere uneingeschränkt sicher seien. „Die Wahl ist klar: Entweder ein freier Ölmarkt für alle oder das Risiko erheblicher Kosten für alle.“
Noch immer ist unklar, ob iranische Vertreter an den von den USA angekündigten Gesprächen heute in Islamabad teilnehmen. Eine offizielle Absage von iranischer Seite gebe es nicht, berichtete ARD-Korrespondent Benjamin Weber. Die staatliche Nachrichtenagentur IRNA habe gemeldet, dass Iran nicht an den Gesprächen teilnehmen werde. Begründung: überzogene Forderungen der USA.
Das israelische Militär hat die Bewohner im Südlibanon davor gewarnt, sich südlich einer bestimmten Linie von Dörfern zu bewegen oder sich dem Fluss Litani zu nähern. Die israelischen Streitkräfte blieben während der geltenden Waffenruhe in dem Gebiet stationiert, teilte das Militär mit. Grund seien anhaltende Aktivitäten der Hisbollah-Miliz. Militärsprecher Avichay Adraee rief die Zivilbevölkerung zudem dazu auf, wegen Sicherheitsrisiken bis auf Weiteres nicht in mehrere Grenzdörfer zurückzukehren.
Die US-Marine hat ein iranisches Frachtschiff angegriffen und unter ihre Kontrolle gebracht. Über sechs Stunden hinweg habe das US-Militär Warnungen ausgesprochen, denen die Besatzung jedoch nicht nachgekommen sei, teilte das US-Regionalkommando Centcom mit. Das Kriegsschiff „USS Spruance“ habe die Besatzung daraufhin aufgefordert, den Maschinenraum zu räumen, und dann mit mehreren Schüssen den Schiffsantrieb außer Gefecht gesetzt. Das oberste iranische Militärkommando kündigte Vergeltung an und sprach von „Piraterie“, wie staatliche iranische Medien berichten.
Vor dem Auslaufen der zweiwöchigen Waffenruhe zwischen den USA und Iran wird eine US-Delegation mit Vizepräsident JD Vance an der Spitze ab heute zu neuen Verhandlungen in Pakistan sein. US-Präsident Donald Trump will dem Iran nach eigenen Angaben einen „vernünftigen Deal“ anbieten. Teheran plant iranischen Staatsmedien zufolge jedoch vorerst keine Teilnahme an neuen Verhandlungen.
Die erneute Schließung der Straße von Hormus treibt die Ölpreise um mehr als sieben Prozent in die Höhe. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuert sich um 7,26 Prozent auf 96,94 Dollar. Der Preis für US-Leichtöl WTI steigt um 7,24 Prozent auf 89,92 Dollar. Die USA und der Iran werfen sich gegenseitig vor, durch Angriffe auf Schiffe gegen eine Waffenruhe verstoßen zu haben.
Das US-Militär hat nach den Worten von Präsident Trump ein iranisches Frachtschiff im Golf von Oman beschlagnahmt. Teheran dementiert laut einem Bericht der Staatsagentur IRNA ein Treffen mit US-Vertretern in Islamabad.
