Bundesregierung will bei Rüstungskonzern KNDS einsteigen
Der Verwaltungsratschef des Rüstungskonzerns KNDS bestätigte den Einstieg der Bundesregierung im Zuge des Börsengangs. Das Unternehmen ist bekannt für die Produktion des Leopard-2-Panzers.
20.05.2026 | 0:26 min
Die Bundesregierung hat nach langem Ringen eine Entscheidung über den Einstieg beim deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS getroffen.
Sie will sich zunächst zu 40 Prozent an dem Panzerbauer beteiligen, wie mehrere Nachrichtenagenturen aus Regierungskreisen erfuhren. Gleichzeitig will sie aber die feste Absicht erklären, die Beteiligung „in einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren“ auf 30 Prozent zu reduzieren.
… ist Hersteller von Waffensystemen wie dem Kampfpanzer Leopard 2 und der Panzerhaubitze 2000. Das Unternehmen entstand durch die Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Unternehmen Nexter.
Aktuell befindet sich KNDS im Besitz der deutschen Familie hinter Krauss-Maffei Wegmann und der französischen Regierung. Das Unternehmen, dessen Wert Medienberichten zufolge auf 20 Milliarden Euro geschätzt wird, will demnächst an die Börse gehen.
Geopolitische Krisen, Nato-Ziele: Deutschland muss mehr Geld für Verteidigung ausgeben. Wie stark die deutsche Wirtschaft und Rüstungsindustrie davon profitieren.
15.05.2026 | 0:54 min
KNDS-Verwaltungsratschef begrüßt Einigung
KNDS-Verwaltungsratschef Thomas Enders hat die Pläne der Bundesregierung zum Einstieg bei dem Rüstungskonzern im Zuge des Börsengangs bestätigt. „Zunächst einmal ist zu begrüßen, dass sich die Bundesregierung zu einer Entscheidung durchgerungen hat“, sagte Enders am Mittwochabend der Nachrichtenagentur Reuters.
KNDS werde damit nach dem Börsengang zu 80 Prozent in Staatsbesitz sein. „Ziel muss sein, über Zeit die Staatsanteile deutlich abzuschmelzen“, sagte der ehemalige Airbus-Chef. Nationale Sicherheitsinteressen sollten in erster Linie über Aufträge und spezifische Sicherheitsvereinbarungen gewährleistet werden.
Die Bundesregierung hat die Eckpunkte für den Haushalt 2027 beschlossen. Ein Grund für die Neuverschuldung sind höhere Verteidigungsausgaben. Sie fallen nicht unter die Schuldenbremse.
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Bundesregierung will gleiche Rechte wie Frankreich
Nach Möglichkeit solle auch der französische Staat seinen Anteil von derzeit 50 Prozent an dem Unternehmen reduzieren, hieß es aus den deutschen Regierungskreisen.
Jedenfalls solle garantiert werden, dass für die deutsche und die französische Seite die gleichen Rechte etwa bei Standortentscheidungen gelten, auch wenn der deutsche Staat seine Beteiligung auf 30 Prozent absenkt.
Der Kaufpreis soll der sogenannte IPO-Preis (Initial Public Offering) sein, zu dem Aktien beim erstmaligen Börsengang an Privatanleger und institutionelle Investoren ausgegeben werden. „Es wird kein Paketaufschlag gezahlt“, hieß es. Innerhalb der Bundesregierung wird das Wirtschaftsministerium von Katherina Reiche (CDU) für die Beteiligung zuständig sein.
Weltweit haben Länder noch nie so viel für Rüstung ausgegeben wie 2025. Das zeigen Zahlen des Friedensforschungsinstituts SIPRI. Demnach gaben die Staaten insgesamt 2,89 Billionen Dollar aus.
27.04.2026 | 0:32 min
Pistorius will generell mehr staatliche Beteiligung
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte im Juli vergangenen Jahres erstmals einen Einstieg des Staates bei KNDS ins Spiel gebracht. Er strebt generell eine stärkere staatliche Beteiligung an der deutschen Rüstungsindustrie an. Dem „Handelsblatt“ sagte Pistorius im Oktober:
Wir brauchen die Staatsbeteiligungen, davon bin ich fest überzeugt – auch, um sicherzustellen, dass Know-how und Arbeitsplätze in Deutschland erhalten bleiben.
Boris Pistorius (SPD), Verteidigungsminister
Er sagte weiter: „Alle Kabinettskollegen sind sich darüber bewusst, wie essenziell unsere Schlüsseltechnologien für die Sicherheit unseres Landes sind. Daher schauen wir uns gerade den Panzerbauer KNDS und den Schiffbauer TKMS an.“
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Quelle: dpa, Reuters, AFP
