Bombenangriff erschüttert Kolumbien kurz vor Präsidentenwahl


Der Anschlag ereignete sich im Ort Cajibío in der südwest-kolumbianischen Region Cauca. Medienberichten zufolge fiel ein Sprengstoffzylinder auf einen Kleinbus und explodierte. Der Gouverneur von Cauca, Octavio Guzmán, teilte auf der Onlineplattform X Bilder, auf denen erhebliche Schäden an mehreren Fahrzeugen zu sehen sind. 

Die Zeitung „El Tiempo“ berichtete unter Berufung auf Augenzeugen, bewaffnete Männer hätten zuvor Fahrzeuge auf der Straße gestoppt und blockiert. Offizielle Angaben zu möglichen Verdächtigen gab es von den Ermittlungsbehörden zunächst nicht.

Sicherheitskräfte begutachten Trümmer
Ermittler auf der Suche nach HinweisenBild: Edwin Rodriguez Pipicano/Anadolu Agency/IMAGO

„Terroristische Eskalation“

Gouverneur Guzmán sprach von einer „Tragödie“, warnte vor einer „terroristischen Eskalation“ und forderte entschlossene Maßnahmen der Regierung. Auch Präsident Gustavo Petro sieht Terrorismus in Zusammenhang mit dem Vorfall und machte Dissidenten der früheren FARC-Guerilla verantwortlich, die das Friedensabkommen von 2016 nicht anerkannt haben. Konkret nannte er Iván Mordisco, den Anführer der Splittergruppe FARC-Dissidenten und meistgesuchten Verbrecher des Landes.

Angriffsserie in den vergangenen Wochen

Der Anschlag trifft Kolumbien in einer angespannten Sicherheitslage wenige Wochen vor der Präsidentenwahl am 31. Mai. Bereits am Freitag gab es eine Serie koordinierter Angriffe im Westen des Landes. Nach übereinstimmenden Berichten explodierte in der Stadt Cali ein Fahrzeug nahe einer Militärbasis, während es in der benachbarten Stadt Palmira zu weiteren Detonationen in der Nähe einer militärischen Einrichtung kam. Todesopfer wurden nicht gemeldet. Die Behörden machen auch dafür Dissidenten der früheren FARC-Guerilla verantwortlich. 

Kolumbien Bogotá 2026 | Parlamentswahl | Präsident Gustavo Petro eröffnet den Wahltag
Der scheidende Präsident Gustavo Petro (Archivbild)Bild: Jorge Londono/LongVisual/ZUMA/picture alliance

Verteidigungsminister Pedro Sánchez kündigte angesichts der jüngsten Anschläge eine verstärkte Offensive der Sicherheitskräfte an – zudem wurde ein Kopfgeld in Höhe von umgerechnet rund 855.000 Euro auf Mordisco und weitere führende mutmaßliche Verantwortliche ausgesetzt.

Wahlkampfthema Sicherheit

Die Sicherheitslage ist eines der zentralen Themen im Wahlkampf. Alle drei aussichtsreichen Anwärter für das Präsidentenamt haben nach eigenen Angaben Morddrohungen erhalten und umfangreiche Maßnahmen für ihren Schutz ergriffen.

Kolumbien leidet seit Jahrzehnten unter bewaffneten Konflikten, an denen neben der Armee und linken Guerillagruppen auch rechte Paramilitärs und Drogenbanden beteiligt sind. Viele der bewaffneten Gruppen Kolumbiens, die einst linken oder rechten Ideologien anhingen, sind heute kriminelle Banden, die sich insbesondere durch den lukrativen Kokainhandel finanzieren. Kolumbien ist der größte Kokainproduzent der Welt.

fab/wa (dpa, afp)



Source link

Ähnliche Beiträge