Beethovenfest Bonn stellt Programm 2026 vor


80 Konzerte in vier Wochen vom 4. September bis zum 4. Oktober 2026, namhafte internationale Orchester und Dirigenten, wie das London Symphony Orchestra unter der Leitung von Antonio Pappano oder das Tonhalle-Orchester Zürich unter Paavo Järvi, Solisten der Top-Liga (wie etwa Weltklassepianist Daniil Trifonov), spannende Newcomer – wie die junge koreanische Geigerin Bomsori Kim oder das gerade mal 17-jährige georgische Ausnahmetalent Tsotne Zedginidze: all das ist das Beethovenfest Bonn 2026.

Unter dem Motto „Zu Hause/Daheim“ lädt das Beethovenfest nach einer neunjährigen Pause ins neue alte Zuhause: die frisch sanierte Beethovenhalle. Das wiedergeborene Wahrzeichen der Stadt ist das neue Herz des Festivals – und ein Grund mehr, eine Reise nach Bonn anzutreten, oder aber die eigenen vier Wände in der Nähe zu verlassen.

Mit Musik gegen die „Einsamkeitspandemie“

„Ein Festival ist aber immer mehr als die Summe der Konzerte“, sagt im DW-Gespräch der Intendant des Festivals, Steven Walter. „Es ist ein Ausnahmezustand, eine Situation, wo sich eine Gesellschaft trifft, begegnet, austauscht, gemeinsam Dinge erlebt.“

Deutschland Bonn | Beethovenfest | Pressebild
Intendant Steven Walter (im Gespräch mit der Moderatorin Anja Backhaus) stellt das Programm des Festivals in Bonn vorBild: Nekame Klasohm Beethovenfest Bonn

Musik, und gerade die von Beethoven, sei nie Selbstzweck gewesen, so Musiker und Kurator Steven Walter, der zum fünften Mal das Festival in eigener Regie durchführt und seine Vision Jahr für Jahr vertieft: „Der Ursprung der Musik ist der Wunsch der Menschen, gemeinsam etwas zu erleben, sich emotional zu synchronisieren.“ Heutzutage, in den Zeiten einer „regelrechten Einsamkeits-Pandemie“, sind Musik und Konzerterlebnis als „sozialer Kit“ wichtiger und heilsamer denn je.

Mit Beethoven ein besserer Mensch werden

Natürlich bleibt die Auseinandersetzung mit Beethovens Musik ein zentrales Element des nach dem großen Sohn der Stadt Bonn benannten Festivals. Diesmal sind der Pianist Kit Armstrong und der belgische Musikwissenschaftler und Dirigent Jan Caeyers die „Beethoven-Beauftragten“ des Festivals. Ihr gemeinsames Großprojekt: ein Zyklus mit allen neun Sinfonien und fünf Klavierkonzerten mit dem Orchester Le Concert Olympique.

Pianist Kit Armstrong vor dem Flügel
Verbeugung vor dem Publikum – und dem Genie Beethovens: Pianist Kit ArmstrongBild: Nekame Klasohm Beethovenfest Bonn

Caeyers und Armstrong sind zwei Beethoven-Maximalisten. Der Dirigent Caeyers, soviel verrät er im DW-Gespräch, hat seit Jahren ein Morgenritual: neben Meditation und körperlichen Übungen liest er 20 Minuten die Partitur von „Missa Solemnis“, eines von Beethovens zentraler Werke.

„Beethoven ist für mich eine Art ‚mentalcoach‘, ein Guru“, so Caeyers. „Seine Musik ist sowieso die beste Musik, die je geschrieben wurde. Sie hat aber auch eine Bedeutung, die das rein Musikalische weit überschreitet, sie zeigt uns einen Weg zur Exzellenz.“ Jeder, der ein Werk Beethovens von Anfang bis Ende hört, werde jedes Mal ein etwas besserer Mensch, so die Überzeugung von Jan Caeyers.

Für den Ausnahmepianisten Armstrong sind es darüber hinaus zwei Dinge, die Beethoven besonders sympathisch machen: „Das ist seine Zuversicht dem menschlichen Geist gegenüber und sein ungebrochener Glaube an Schönheit.“

Georgien am Rhein

Ein besonderer Akzent des diesjährigen Programms ist der Georgien-Schwerpunkt. Die Starviolinistin Lisa Batiashvili spielt als Künstlerin in Residenz des Beethovenfestes nicht nur selbst drei Konzerte, sondern unterstützt auch junge Künstler ihres Landes, die ebenfalls zum Festival kommen – wie der Violinist Giorgi Mardaleishvili oder der Pianist Sandro Nebieridze.

Tsotne Zedginidze am Klavier
Begeistert Menschen nicht nur in Georgien: Pianist und Komponist Tsotne ZedginidzeBild: Bernd Feil/MiS/IMAGO

Auch das Campus-Projekt, ein Jugendprojekt des Festivals, widmet sich diesmal der Kaukasusrepublik, wo gerade die junge Generation entschlossen für Demokratie, Freiheit und Selbstbestimmung eintritt. Die DW begleitet das Campus-Projekt journalistisch und berichtet über Kunst- und Kulturschaffende in Georgien, die in der jüngsten Zeit immer häufiger Repressionen befürchten müssen. Dem Thema wird auch ein Hintergrundgespräch vor dem Campus-Konzert am 23. September gewidmet sein.

Über den YouTube‑Kanal DW Classical Music macht die DW auch ausgesuchte Konzerte des Beethovenfestes weltweit erlebbar und trägt kulturelle Highlights aus Bonn zu einem internationalen Publikum.



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