Aus der Traum vom Triple


Den ausgelassenen Jubel von Titelverteidiger Paris Saint-Germain ertrugen die abgekämpften Profis des FC Bayern München mit versteinerten Mienen. Trainer Vincent Kompany gratulierte erst kurz seinem Gegenüber Luis Enrique, dann schritt er in aufrechtem Gang über den Rasen und richtete seine Profis um Kapitän Manuel Neuer nacheinander einzeln auf.

Kein Finale, kein Triple – der ganz große Traum vom Gewinn der Königsklasse ist für Kompany und die Münchner gegen den Champions-League-Sieger jäh geplatzt. „Ich glaube, wir waren heute keine Killer in der Offensive“, meinte Torhüter Neuer bei DAZN nach dem 1:1 (0:1), das nach einem wilden 4:5 im Hinspiel in Paris nicht mehr reichte.

Kanes Ausgleich kommt zu spät

Nach einem ganz frühen Tor von Weltfußballer und früheren BVB-Profi Ousmane Dembélé nach nicht einmal drei Minuten konnte der deutsche Meister gegen den Titelverteidiger keine Wende erzwingen. Der ganz späte Treffer von Harry Kane (90.+4 Minute) reichte nicht mehr zur ersehnten Verlängerung. „Jetzt überwiegt natürlich die Enttäuschung“, so Neuer.

Bayern Münchens Stürmer Harry Kane terzielt in der Nachspielzeit mit links den Ausgleich zum 1:1.
Ausgleich in der Nachspielzeit: Harry Kane trifft in der 90.+4. Minute. Bild: Angelika Warmuth/REUTERS

„Ich weiß, wie schwer es ist, diesen Preis zu holen“, sagte Kompany zum Gewinn des wichtigsten Vereinstitels. Der 40-Jährige haderte mit einigen Schlüsselmomenten, darunter einer für ihn klaren Gelb-Roten Karte für PSG-Verteidiger Nuno Mendes oder der für ihn unverständlichen Regelauslegung bei einem Handspiel von João Neves im Strafraum. „Trotzdem will ich nichts wegnehmen von Paris, das ist eine Top-Mannschaft“, sagte Kompany. PSG trifft im Finale am 30. Mai in Budapest auf den FC Arsenal mit dem deutschen Nationalspieler Kai Havertz.

Klares Ziel: Champions-League-Titel 2027 

Bayern-Trainer Vincent Kompany zeigt sich schon kurz nach dem Abpfiff wieder kämpferisch. „Die Mannschaft kennt mich. Ich habe nicht diese Fähigkeit, lange enttäuscht zu sein. Ich bin schon jetzt motiviert für die nächste Saison“, sagte der Belgier.

Viertelfinale 2025, Halbfinale 2026, Finale 2027? Der Weg scheint klar. „Ich bin der Überzeugung, dass wir es nächste Saison schaffen, noch mal einen Schritt zu machen. Das ist auch mein Job“, sagte Kompany. 

Auch Nationalmannschafts-Kapitän Joshua Kimmich glaubt fest daran, dass die internationale Reise irgendwann im Königsklassen-Triumph endet. „Ich glaube nicht, dass uns das irgendwie umwerfen oder vom Weg abbringen wird. Ich sitze da in der Kabine und habe das Gefühl, dass ich mit dieser Mannschaft die Champions League noch gewinnen kann. In dieser Saison nicht, darum ist die Enttäuschung groß“, sagte der 31-Jährige.

Die Bayern Fans zeigen vor dem Spiel eine beeindruckende Choreographie mit dem Spruch: "Schießt uns ins Finale"
Beeindruckende Choreo vor dem Spiel von den Bayern-FansBild: Markus Ulmer/Pressefoto Ulmer/picture alliance

Volle Konzentration auf das DFB-Pokal-Finale

„Ich habe Vertrauen in die Mannschaft, in den Trainer, dass da wirklich etwas zusammenwächst. Es war letzte Saison schon ganz gut. In dieser Saison waren wir ein Stück weit näher dran gegen ein sehr starkes Paris“, erklärte Kimmich. „Es hat noch nicht ganz gereicht“, sagte Sportvorstand Max Eberl: „So einen großen Titel zu holen, ist ein Stück weit auch eine Reise. Wir haben letztes Jahr was gelernt, wir müssen dieses Jahr etwas daraus lernen. Und dann werden wir nächste Saison wieder angreifen.“

Vorbei ist die Saison aber noch nicht. Nach dem schon fixen 35. Meistertitel gibt es noch das DFB-Pokalendspiel gegen Titelverteidiger VfB Stuttgart am 23. Mai in Berlin, dass nun für die Bayern die Saison beschließen wird. „Es ist super, dass wir dieses Finale haben. Das ist der mögliche Double-Gewinn. Darauf werden wir uns konzentrieren“, sagte Kapitän Manuel Neuer.



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