Absatz sinkt, Konkurrenz wächst: Gewinn von E-Autobauer BYD bricht um mehr als die Hälfte ein


Absatz sinkt, Konkurrenz wächstGewinn von E-Autobauer BYD bricht um mehr als die Hälfte ein

28.04.2026, 16:20 Uhr

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Ein BYD Haiyue 07 auf einem Messestand der „Auto China 2026“. (Foto: picture alliance/dpa)

Der Preiskrieg und die sinkende Nachfrage auf dem wichtigsten Automarkt China macht auch den heimischen Herstellern schwer zu schaffen. Im Ausland läuft es für den größten E-Autobauer besser. Fortschritte bei der Batterie-Technologie sollen BYD zu neuem Schwung verhelfen.

Der chinesische Autobauer BYD hat angesichts des harten Wettbewerbs auf dem Heimatmarkt zum Jahresauftakt den stärksten Gewinneinbruch seit sechs Jahren verzeichnet. Mit 4,1 Milliarden Yuan – umgerechnet 510 Millionen Euro – verdiente der weltweit größte Elektroautohersteller 55,4 Prozent weniger als vor Jahresfrist, wie aus Börsenunterlagen hervorgeht. Der Rückgang fiel damit noch stärker aus als im vierten Quartal 2025. Der Umsatz schrumpfte von Januar bis März um 11,8 Prozent auf 150,2 Milliarden Yuan.

BYD leidet in China unter der zunehmenden Konkurrenz durch heimische Rivalen wie Geely oder Leapmotor. Auf dem Markt für Elektroautos tobt in der Volksrepublik seit Jahren ein heftiger Preiskrieg, der auf den Margen der Unternehmen lastet. Erschwert wurde die Lage durch den Wegfall von Förderprogrammen für Elektroautos, was den Fahrzeugabsatz in China zu Jahresbeginn einbrechen ließ.

Wie andere chinesische Autobauer versucht auch BYD, die Schwäche auf dem Heimatmarkt durch höhere Exporte wettzumachen. Vincent Sun, Analyst beim Finanzdienstleister Morningstar, sagt für das laufende Jahr ein Exportplus von 25 bis 30 Prozent voraus. Das Unternehmen selbst setzte sich zum Ziel, 1,5 Millionen Fahrzeuge im Ausland zu verkaufen, was einem Anstieg um 40 Prozent verglichen mit 2025 entspräche. 

Europa als Schlachtfeld

Der Anstieg der Energiepreise infolge des Krieges im Nahen Osten belebt das weltweite Interesse an Elektrofahrzeugen wieder. BYD verkaufte im ersten Quartal insgesamt 700.463 Stück. Die Auslieferungen ins Ausland übertrafen dabei die inländischen Lieferungen. Der Exportboom – bei dem Europa zu einem wichtigen Schlachtfeld für BYD und seine Konkurrenten wird – zeigt auch die Fähigkeit des Tesla-Konkurrenten, sich zu einer globalen Marke zu entwickeln. 

Um neue Kunden zu gewinnen, setzt BYD auf neue Technologien. Das Unternehmen brachte im vergangenen Monat eine Batterie für Elektrofahrzeuge auf den Markt, die in neun Minuten vollständig aufgeladen werden kann. Dies ist ein technologischer Fortschritt, der dem Autobauer nach Einschätzung von Citi helfen könnte, den Markt für mindestens ein Jahr anzuführen.

Analysten erwarten, dass die neue Batterietechnologie und Modelleinführungen zusammen mit der Expansion im Ausland ab dem zweiten Quartal zu einer Erholung der Erträge führen werden. Sie gehen davon aus, dass das Unternehmen im ersten Quartal wahrscheinlich die Talsohle erreicht hat.

Quelle: ntv.de, chl/rts/DJ



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