Drei Branchen, die Hoffnung machen


Autoindustrie

Die Autoindustrie in Baden-Württemberg macht Verluste und baut Stellen ab. Gleichzeitig suchen Gesundheitsbranche und Rüstungsindustrie dringend nach neuen Fachkräften.

20.05.2026 | 1:47 min


Er wollte den Niedergang der Autoindustrie nicht länger begleiten. Mehr als 30 Jahre arbeitete Sören Hruska in der Branche, unter anderem bei VW in Zwickau, zuletzt bei einem Zulieferer.

Anfang des Jahres verließ er seine Heimat Sachsen und zog nach Friedrichshafen an den Bodensee. Dort leitet er nun bei Rolls-Royce Power Systems die Fertigung von Motorenbauteilen – für Schiffe und Panzer wie den Leopard 2.

Friedrichshafen: Panzer statt Pkw

Während die Autoindustrie Stellen abbaut und Werke schließt, boomt das Geschäft bei Rolls-Royce Power Systems. „Ich wollte noch mal etwas Neues anfangen. Etwas aufbauen und größer werden lassen. Nicht nur verwalten oder abbauen“, sagt Hruska.

KNDS eröffnet neue Produktionsfertigungsstraße

Der Verwaltungsratschef des Rüstungskonzerns KNDS bestätigte den Einstieg der Bundesregierung im Zuge des Börsengangs. Das Unternehmen ist bekannt für die Produktion des Leopard-2-Panzers.

20.05.2026 | 0:26 min


Nicht nur die Aufrüstung treibt das Geschäft an. Auch KI-Rechenzentren sorgen für neue Aufträge. Rolls-Royce Power Systems produziert dafür Notstromaggregate.

Wir bauen unsere Produktionskapazitäten aus und stellen weltweit rund 1.000 neue Mitarbeiter ein, etwa die Hälfte davon in Deutschland.

Jörg Stratmann, Vorstandschef Rolls-Royce Power Systems

Cyber Valley Tübingen: Wie KI neue Jobs schaffen soll

Baden-Württemberg will bei Künstlicher Intelligenz nicht nur Zulieferer sein. Mit seinen Forschungseinrichtungen gehört das Land schon jetzt zu den wichtigsten KI-Standorten Europas. Das große Geld verdienen bislang aber vor allem Konzerne aus den USA und China.

Das sollen KI-Ökosysteme wie das Cyber Valley in Tübingen ändern. Dort entwickeln Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen Anwendungen für Industrie, Robotik und autonomes Fahren. Daraus sollen neue Firmen und Arbeitsplätze entstehen.

Militärroboter

Beim Thema KI dominieren US-Player den Markt. Doch Europa will unabhängiger werden. Wie das gelingen könnte, zeigen seltene Einblicke bei Frankreichs Militär und beim KI-Riesen Mistral.

25.03.2026 | 6:32 min


„Es ist völlig klar, dass die Zukunft stark von KI bestimmt sein wird“, sagt Professor Andreas Geiger. „Wenn wir hier den Anschluss verlieren, steht unser Wohlstand auf dem Spiel.“

KI-Gründer: Land braucht mehr Gründergeist

Geiger hat vor wenigen Wochen selbst das KI-Start-up KE:SAI gegründet. Nun brauche es mehr Gründer wie ihn. Menschen, die nicht in Konzerne gehen, sondern eigene Firmen aufbauen. Firmen, die international wettbewerbsfähig sind und den Standort stärken.

Der Druck auf den Standort wächst. Das zwingt auch Politik zum Umdenken, beobachtet Florian Mayer, Geschäftsführer des Cyber Valley in Tübingen. „Man investiert jetzt sehr viel Geld in Zukunftsthemen wie KI, Robotik und Quanten“, sagt er. Auch in den Industrieunternehmen verändere sich langsam das Denken und Handeln.

Roboter

KI verändert bereits heute den Alltag. Im Wettrennen um die besten Technologien in diesem Bereich sind China und die USA Weltspitze, aber auch deutsche Unternehmen wollen mitmischen.

16.04.2026 | 1:43 min


Tuttlingen: Zentrum für Medizintechnik

Wie Innovation und Industrie Wohlstand schaffen, zeigt die Region Tuttlingen. In mehr als 400 Unternehmen arbeiten dort etwa 14.000 Menschen in der Medizintechnik. Die Branche wächst seit Jahren.

Dazu tragen auch Unternehmen wie KLS Martin bei. Das Familienunternehmen aus Tuttlingen gibt es seit 1896. „Wir investieren jedes Jahr einen deutlich zweistelligen Anteil unseres Umsatzes in Forschung und Entwicklung“, sagt Geschäftsführer Michael Martin gegenüber ZDFheute. Zudem profitiere das Unternehmen von der Zusammenarbeit mit Hochschulen und Kliniken im Land.

Das Wachstum schafft gut bezahlte Arbeitsplätze und gibt Beschäftigten wie Henrik Stegmaier Sicherheit in Krisenzeiten. „Es ist beruhigend, nicht von Kurzarbeit oder Entlassungen betroffen zu sein“, sagt er.

Eine Frau programmiert einen Roboter

Wie können KI und Roboter unseren Arbeitsalltag wirklich besser machen? Und wie erfinden wir Arbeit so neu, dass Maschinen zu Helfern werden, statt unsere Jobs zu übernehmen?

07.05.2026 | 43:30 min


Maschinenbau und Autoindustrie: Neue Branchen ersetzen Jobverluste noch nicht

Auch sein Kollege Lukas Buschle blickt optimistisch auf den Standort: „Wenn es andere Branchen schaffen, ihre Produktion mit neuer Technologie zu verbinden, mache ich mir um Baden-Württemberg nicht allzu viele Sorgen.“

Noch ersetzt das nicht die Jobs und Wertschöpfung, die im Maschinenbau und der Autoindustrie verloren gehen. Aber die Beispiele aus Friedrichshafen, Tübingen und Tuttlingen zeigen: Im Südwesten entsteht bereits neuer Wohlstand.

Max Schwarz ist Reporter im ZDF-Landesstudio Baden-Württemberg.

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Über dieses Thema berichtete heute in Deutschland am 20.05.2026 ab 14:00 Uhr.



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