Ebola-Virus breitet sich weiter in Uganda und DR Kongo aus
Die Infektionszahlen mit dem Ebola-Virus in Zentralafrika steigen. Unter den neuen Fällen in Uganda sind auch Helfer. Derweil droht die Seuche auch Einfluss auf die bevorstehende Fußball-WM zu nehmen.
In Uganda ist die Zahl der nachgewiesenen Ebola-Fälle auf fünf gestiegen. Das Gesundheitsministerium meldete am Samstag drei Neuinfektionen und verstärkte die Suche nach Personen, die mit den Infizierten Kontakt hatten.
Unter den neuen Patienten sind ein Fahrer, der den ersten bestätigten Fall des Landes transportiert hatte, sowie eine medizinische Fachkraft, die diesen behandelte. Beide befänden sich in Behandlung, teilte das Ministerium mit.
Beim dritten Fall handele es sich um eine Frau aus der Demokratischen Republik Kongo, die mit einem Flugzeug in die ugandische Hauptstadt Kampala gereist war. Sie sei dort mit Bauchbeschwerden behandelt worden und dann zurückgereist. Eine Probe von ihr sei inzwischen positiv auf Ebola getestet worden, hieß es.
Ausbruch offenbar lange unentdeckt
Zahlen zu Verdachtsfällen veröffentlicht das Land nicht. In der Demokratischen Republik Kongo gibt es nach WHO-Angaben fast 750 Verdachtsfälle und knapp 180 mutmaßliche Todesfälle. In dem Land wurden demnach 83 Infektionen mit dem Ebola-Virus, darunter 9 Todesfälle, im Labor bestätigt. Die WHO geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegt, weil der Ausbruch wochenlang unbemerkt blieb und nicht alle Fälle gemeldet werden.
Zu den ersten Todesopfern des Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo gehören drei freiwillige Rotkreuz-Helfer. Das berichtet die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) in Genf. Man gehe davon aus, dass die drei sich schon am 27. März infizierten, als sie sich um Leichen kümmerten.
Provinz verbietet Trauerfeiern
Die ersten Ebola-Fälle waren erst am 15. Mai im Labor bestätigt worden. Experten gehen davon aus, dass der Ausbruch zuvor über Wochen unentdeckt blieb. Häufungen von ungeklärten Todesfällen wurden bereits vorher untersucht. Da es sich bei diesem Ausbruch aber um den seltenen Bundibugyo-Typ des Ebola-Virus handelt, wurde der Erreger mit herkömmlichen Tests zunächst nicht bestätigt. Gegen diese Variante gibt es bislang weder einen Impfstoff noch eine gezielte Therapie.
In Ituri, der am stärksten betroffenen Provinz im Osten der DR Kongo, sind ab sofort Trauerfeiern verboten. Die Behörden haben angeordnet, dass Beerdigungen von Spezialisten durchgeführt werden müssen. Denn die Leichname von Ebola-Toten sind hochansteckend. An Versammlungen dürfen nicht mehr als 50 Menschen gleichzeitig teilnehmen.
USA: Kongolesische Nationalmannschaft soll sich isolieren
Die Fußball-Nationalmannschaft der DR Kongo soll sich vor der Weltmeisterschaft in den USA 21 Tage lang isolieren. Andernfalls würde das Team die Einreise riskieren, wie Andrew Giuliani, Leiter der Task Force des Weißen Hauses für die WM, beim Fernsehsender ESPN sagte. Bislang plant das Team, sein Quartier ab dem 11. Juni in Houston aufzuschlagen.
Die USA hätten dem Weltverband FIFA sowie der kongolesischen Nationalmannschaft und Regierung unmissverständlich mitgeteilt, dass das Team in Belgien eine abgeschottete Umgebung einhalten müsse, so Giuliani. Dort trainiert das Team derzeit und bestreitet zwei Vorbereitungsspiele. Unter der Woche hatte die DR Kongo wegen des Ebola-Ausbruchs bereits ein geplantes dreitägiges Trainingslager sowie eine Abschiedsveranstaltung mit Fans in der Hauptstadt Kinshasa abgesagt.
Mit Informationen von Naveena Kottoor, ARD Nairobi
