Mindestens 90 Tote bei Minenunglück in China


Wie Staatsmedien berichten, wurden für die Rettungsarbeiten etwa 750 Einsatzkräfte mobilisiert. Es wird befürchtet, dass noch weitere Bergleute in der Mine eingeschlossen sind. Die Anzahl der Toten könnte sich demzufolge noch erhöhen.

Das Unglück ereignete sich bereits am Freitagabend im Liushenyu-Kohlebergwerk im Landkreis Qinyuan. Während der Explosion sollen sich nach derzeitigem Erkenntnisstand 247 Personen unter Tage befunden haben.

Der Staatssender CCTV berichtete, 123 Menschen seien verletzt ins Krankenhaus gebracht worden. Vier davon hätten sich in einem lebensbedrohlichen Zustand befunden.

Führungskräfte festgenommen

​Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua wurden die Führungskräfte des Bergwerks festgenommen. Was ihnen vorgeworfen wird, ist bisher nicht bekannt.

Chinas Staatschef Xi Jinping forderte eine gründliche Untersuchung der Unfallursache. Verantwortliche müssten gemäß den gesetzlichen Vorschriften zur Rechenschaft gezogen werden. Ministerpräsident Li Qiang kündigte eine verstärkte landesweite Aufsicht über die Arbeitssicherheit sowie Sicherheitsüberprüfungen an.

China Qinyuan 2026 | Rettungsarbeiten nach Gasexplosion im Kohlebergwerk Liushenyu
Laut Staatsmedien sind rund 750 Rettungskräfte im EinsatzBild: cnsphoto/REUTERS

„Hohe Gasbelastung“ war bekannt

Die Mine besteht laut chinesischen Berichten aus insgesamt sechs Schächten und verfügt über eine Produktionskapazität von 1,2 Millionen Tonnen pro Jahr. Sie wurde laut der Staatszeitung „The Paper“ von den örtlichen Behörden als Mine mit „hoher Gasbelastung“ eingestuft. Damit ist offenbar ein hoher Gehalt an leicht entzündlichem Methan gemeint, das sich in Kohleminen ansammeln kann.

Die Gasexplosion war das folgenschwerste Bergbauunglück in China seit 17 Jahren. 2009 waren bei einer Explosion in einem Bergwerk in der nordöstlichen Provinz Heilongjiang 108 Menschen ums Leben gekommen.

Die Provinz Shanxi gilt als einer der Zentren für die chinesische Kohleindustrie. Auch wenn China in den letzten Jahren verstärkt auf erneuerbare Energien setzt, deckt Kohle nach wie vor etwas mehr als die Hälfte des Gesamtenergieverbrauchs des Landes. 

gri/pg (dpa, afp, rtr)



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