Irans Außenminister reist zu Gesprächen nach Pakistan
International dauern die diplomatischen Bemühungen um eine friedliche Lösung im Iran-Krieg an. Irans Außenminister wird am Abend zu Gesprächen in Pakistan erwartet. Dorthin machen sich laut Medienberichten nun auch US-Verhandler auf den Weg.
Im Iran-Krieg verdichten sich die Anzeichen, dass Bewegung in die diplomatischen Bemühungen kommt: Irans Außenminister Abbas Araghtschi wird am Abend zu Gesprächen in Pakistan erwartet.
Dort soll er nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna mit Vertretern Pakistans sprechen. Pakistan vermittelt im Konflikt zwischen den USA und Iran. Gespräche mit US-Vertretern waren vorerst nicht geplant, berichtete die Nachrichtenagentur dpa und beruft sich auf pakistanische Sicherheitskreise.
Es sollte demnach ein Gegenvorschlag in den Verhandlungen mit den USA besprochen werden – bei Treffen mit dem pakistanischen Armeechef, Feldmarschall Asim Munir, Premierminister Shehbaz Sharif und seinen pakistanischen Amtskollegen, Ishaq Dar. Im Anschluss daran sollte die Reise weiter in die omanische Hauptstadt Maskat und nach Moskau gehen, hieß es im Irna-Bericht weiter.
Medien: Trump schickt Wittkoff und Kushner
Am Abend allerdings meldeten der Nachrichtensender CNN und die Agentur Reuters, US-Präsident Donald Trump habe seinen Schwiegersohn Jared Kushner und den Sonderbeauftragten Steven Witkoff angewiesen, nach Pakistan zu fliegen, um mit Araghtschi zu sprechen. Sie berufen sich auf Regierungsvertreter.
Vizepräsident JD Vance, der wie Wittkoff und Kushner an den ersten direkten Gesprächen mit dem Iran in Pakistan vor knapp zwei Wochen beteiligt war, reise nicht mit, sei aber auf „Stand-by“. Die Gespräche waren ohne Ergebnis geendet.
Merz stellt Iran Lockerung von Sanktionen in Aussicht
Die europäischen Staaten berieten auf einem informellen Gipfel in Zypern ebenfalls über Schritte zur Beruhigung der Lage. Die Bundesregierung teilte mit, sie sei bereit, mit ihren Partnern schrittweise Sanktionen gegen Iran zu lockern.
Bedingungen dafür seien die dauerhafte Öffnung der Straße von Hormus, das Ende des iranischen Atomprogramms und die Sicherheit Israels, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz in Zypern. Die Blockade hat die Energiepreise in die Höhe getrieben und setzt die Weltwirtschaft unter Druck.
Zudem gab es in den vergangenen Tagen Treffen in Paris und London, um Strategien zur Sicherung der Straße von Hormus zu entwickeln. So wollen Großbritannien und Frankreich eine neutrale Marinemission organisieren, die Handelsschiffe begleitet und schützt. Deutschland erwägt eine Beteiligung an Minenräumung und maritimer Überwachung.
US-Verteidigungsminister wirft Europa Illoyalität vor
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth – dessen Amt die Trump-Regierung inzwischen Kriegsminister nennt – bezeichnete die europäischen Beratungen über einen Marineeinsatz jedoch als „dumm“. „Das sind noch keine ernsthaften Bemühungen“, sagte er auf einer Pressekonferenz. Hegseth monierte, dass die Europäer darüber geredet hätten, „vielleicht irgendwann etwas zu unternehmen, wenn alles erledigt ist“.
Er warf den europäischen Bündnispartnern vor, sie würden „Trittbrett fahren“ und sich illoyal verhalten, weil sie mit ihren eigenen Streitkräften nicht zur Öffnung der Straße von Hormus beitrügen. „Wir verlassen uns nicht auf Europa, aber sie brauchen die Straße von Hormus viel dringender als wir“, sagte Hegseth. Die europäischen Verbündeten sollten vielleicht anfangen, weniger zu reden und keine „alberne Konferenz“ abhalten.
Der Minister griff damit die anhaltende Kritik von US-Präsident Donald Trump auf, der von den europäischen Verbündeten mehr Engagement bei der Sicherung der Straße von Hormus fordert.
Hegseth bezeichnete den Krieg gegen Iran als außerdem als „Geschenk an die Welt“. Die US-Seeblockade iranischer Häfen werde so lange weitergehen wie nötig, um die Mission der USA zu Ende zu bringen.
USA verlegen dritten Flugzeugträger Richtung Nahost
Entsprechend stocken die USA ihre Militärpräsenz in der Region weiter auf. Der Flugzeugträger „George H.W. Bush“ befinde sich jetzt im Indischen Ozean, teilte das US-Regionalkommando Centcom auf X mit.
Trump hatte eine Öffnung der von Teheran weitgehend blockierten Straße von Hormus zur Bedingung für die Waffenruhe gemacht – zugleich hält er jedoch an der eigenen Blockade iranischer Häfen fest. Er wies die Marine nun an, alle Schiffe zu beschießen und zu versenken, die Minen in der Meerenge ausbringen.
