»Global Sumud Flotilla«: Israel stoppt erneut Schiffe von Gaza-Hilfsflotte
Die israelische Marine ist erneut gegen internationale Hilfsflotte für den Gazastreifen vorgegangen. Mehr als 50 Schiffe waren
am Donnerstag vom türkischen Mittelmeer-Hafen Marmaris aufgebrochen, um
zu versuchen, die israelische Seeblockade des Gazastreifens zu
durchbrechen. Auf einer Live-Videoübertragung der Global Sumud Flotilla war zu
sehen, wie israelische Soldaten ein Boot mit Aktivisten
enterten. Die Organisatoren sprachen von einer Attacke Israels auf
ihre Boote.
Bei dem Vorfall befand sich die Flotte demnach etwa 250 Seemeilen von Gaza entfernt. Die Organisation verlangte sicheres Geleit und forderte Regierungen zum
Handeln auf, um »diese illegalen Handlungen oder Piraterie zu stoppen,
die darauf abzielen, Israels genozidale Belagerung des Gazastreifens
aufrechtzuerhalten.« Auch das türkische Außenministerium warf Israel einen »neuen Akt der Piraterie« vor.
Der israelische Ministerpräsident bestätigte das Vorgehen gegen die Hilfsflotte. Die Soldaten hätten »einen böswilligen Plan« vereitelt, die Blockade zu verstoßen. Israel spricht von einer »Provokation«, an der eine »terroristische
Organisation« beteiligt sei. Im Gazastreifen gebe es genügend
Hilfsgüter, die Aktion diene nur der im Gazastreifen regierenden
islamistischen Hamas. Nach Angaben des israelischen Außenministeriums
wurden seit Oktober mehr als 1,5 Millionen Tonnen humanitäre Hilfe und
»tonnenweise« medizinische Güter nach Gaza gebracht.
Besatzungsmitglieder der letzten Hilfsflotten festgenommen
Erst Ende April hatten israelische Soldaten mehr als 20 Boote der
Global Sumud Flotilla nahe der griechischen Insel Kreta gestoppt und
zunächst etwa 175 Aktivistinnen und Aktivisten festgenommen.
Mehrere Länder protestierten gegen die damalige Abfangaktion. Zwei der Aktivisten, ein
spanisch-schwedischer Staatsbürger palästinensischer Abstammung und ein
brasilianischer Staatsbürger, wurden für ein Verhör nach Israel gebracht
und dort mehrere Tage festgehalten.
Am Sonntag wurden sie aus
Israel abgeschoben. Die beiden Aktivisten warfen Israel Folter vor. Das
Land wies die Vorwürfe zurück. Auch Ende 2025 hatte schon einmal eine
Hilfsflotte versucht, in den
Gazastreifen zu gelangen. Die Schiffe wurden damals von der israelischen
Marine aufgebracht; die Besatzungsmitglieder wurden festgenommen und
anschließend ausgewiesen.
Zwei Jahre nach dem Überfall der Hamas und dem Beginn des darauffolgenden Gazakriegs trat im Oktober 2025 eine maßgeblich von den USA
vermittelte Waffenruhe in Kraft. Ein Großteil des Gazastreifens wurde in dieser Zeit weitgehend zerstört. Nach Berechnungen eines Forscherteams am Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock sollen mindestens 100.000 Menschen getötet worden sein.
Seit Beginn der Waffenruhe werfen sich Israel und die Terrororganisation Hamas einander Verstöße
gegen das Abkommen vor. Die humanitäre Lage in dem Küstengebiet ist
Hilfsorganisationen zufolge weiterhin äußerst prekär.
