Starnberg: Artemed-Klinikchef Rainer Salfeld stirbt bei Flugzeugabsturz – Starnberg


Professor Rainer Salfeld ist tot. Der Gründer und Chef der Artemed-Kliniken starb am Samstag bei einem Flugzeugabsturz südlich von Mannheim. Ums Leben kam laut Polizei auch ein weiterer Insasse in dem einmotorigen Propellerflugzeug. Dabei handelt sich um einen 60 Jahre alten Berufspiloten aus dem Landkreis Ebersberg. Mit ihm war Salfeld oft geflogen.

Die Maschine war am Samstag um 10.45 Uhr in Aachen-Merzbrück gestartet – mit dem Ziel Sonderflughafen Oberpfaffenhofen. Gegen 11.30 Uhr soll das Kleinflugzeug vom Typ North American T-28 Trojan (Baujahr 1951) über der Gemeinde Limburgerhof auseinandergebrochen oder explodiert sein. Die Maschine stürzte daraufhin in ein Wohngebiet am Ortsrand. Die Ermittlungen zur Unfallursache dauern an, ein erstes Ergebnis der Experten wird erst in einigen Monaten erwartet.

Eine Sprecherin der Artemed-Gruppe, die ihren Hauptsitz in Tutzing hat, bestätigte am Montag den Tod Salfelds. Dies sei ein großer Verlust für das Unternehmen, dort herrsche Betroffenheit. Der Firmenchef sei ein erfahrener und begeisterter Hobbypilot gewesen, sagte die Sprecherin. Die Familie wünsche sich, dass „sein Lebenswerk in seinem Sinne konsequent weitergeführt“ werde. Das Unternehmen hat bundesweit mehr als 10 000 Beschäftigte und betreibt inzwischen 19 Kliniken. Der Flug nach Aachen soll privat gewesen sein.

In einer  Propellermaschine des Typs North American T-28 war der erfahrene Hobbypilot  Rainer  Salfeld geflogen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt etwa 550 Stundenkilometer. Hier eine Maschine bei einer Flugschau in den USA.
In einer  Propellermaschine des Typs North American T-28 war der erfahrene Hobbypilot  Rainer  Salfeld geflogen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt etwa 550 Stundenkilometer. Hier eine Maschine bei einer Flugschau in den USA. Alamy Stock Photos / Kevin McCarthy/mauritius images

Vor wenigen Monaten hatte der Artemed-Konzern die Trägerschaft der Marianne-Strauß-Klinik im Kempfenhausen übernommen, die auf die Behandlung von Patienten mit Multipler Sklerose spezialisiert ist. Die Fachklinik mit ihren 120 stationären Betten und 240 Mitarbeitenden war in finanzielle Schwierigkeiten geraten, und die Bauarbeiten kamen zum Stillstand. Doch mit dem Trägerwechsel änderte sich die Situation entscheidend, das größte Fach-Krankenhaus in Süddeutschland war gerettet. Das Sanierungsverfahren habe damit ein „glückliches Ende gefunden“, erklärte damals Salfeld in einer Pressekonferenz.

Die Trümmerteile des Kleinflugzeuges liegen nach dem Absturz vor Wohnhäusern in Limburgerhof (Rheinland-Pfalz).
Die Trümmerteile des Kleinflugzeuges liegen nach dem Absturz vor Wohnhäusern in Limburgerhof (Rheinland-Pfalz). Enrique Kaczor/onw-images/dpa

Sein Unternehmen erwirtschaftet einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro, ergänzt durch internationale Projekte, die Artemed-Akademie und die Artemed-Stiftung. Salfeld sei für die deutsche  Gesundheitsbranche eine „herausragende Persönlichkeit“ gewesen, heißt es seitens des Unternehmens.

Sein Tod bedeute eine „große persönliche und unternehmerische Lücke“.  Trotzdem werde Artemed wirtschaftlich stabil und organisatorisch klar aufgestellt bleiben. Die vier geschäftsführenden Direktoren an der Spitze des Unternehmens hätten mit Salfeld die Gruppe gemeinsam in den vergangenen Jahren geführt und zukunftsweisend weiterentwickelt. Zudem sei sein Verantwortungsbewusstsein gegenüber Patientinnen und Patienten ebenso wie gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern „außergewöhnlich“ gewesen, heißt es weiter.

Salfeld studierte Rechtswissenschaften und begann seine Karriere bei McKinsey & Company, wo er zuletzt als Senior Partner den Gesundheitsbereich verantwortete. 1990 gründete er mit seinem Vater, einem langjährigen Chefarzt in Minden, die erste Artemed-Klinik in Bad Oeynhausen und legte damit den Grundstein für die heutige Konzern-Gruppe. Seit 22 Jahren war Salfeld Honorarprofessor an der Universität Augsburg.  Der Jurist und Klinik-Unternehmer lebte mit seiner Frau und den drei gemeinsamen Kindern in Pöcking.



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