Marktbericht: Katerstimmung nach Himmelfahrts-Rally | tagesschau.de
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Am Brückentag zwischen Himmelfahrt und Wochenende dominieren Gewinnmitnahmen das Geschäft. Dabei rückt der Konflikt zwischen Iran und den USA wieder in den Blickpunkt.
Nach dem starken Feiertagshandel an Christi Himmelfahrt geht es für den DAX am Freitag zunächst wieder abwärts. Der Deutsche Aktienindex verliert zum Handelsauftakt knapp ein Prozent auf 24.229 Punkte. Am Feiertagshandel zu Christi Himmelfahrt hatte der DAX um 1,3 Prozent auf 24.456 Punkte zulegen können.
Dabei gab es auch und vor allem Schub aus den USA: Steigende Tech-Aktien und die Hoffnung auf eine Wiederbelebung der Friedensbemühungen im Nahen Osten hatten die US-Börsen am Donnerstag teilweise auf neue Rekorde getrieben
Im Blick stehen am heutigen Freitag vor allem Chip-Werte und der China-Besuch von US-Präsident Donald Trump. Bei seiner Visite im Reich der Mitte hatte Chinas Staatschef Xi Jinping einen Friedensschluss mit Iran und die Öffnung der Straße von Hormus gefordert. Die Ölpreise zogen derweil erneut an. Öl der Nordseesorte Brent verteuerte sich um zwei Prozent auf 107,99 Dollar je Fass.
Zu den größten Verlierern zählten am deutschen Aktienmarkt die Tech-Aktien, die in den vergangenen Tagen ordentlich zugelegt hatten. Die Papiere von Infineon gaben im DAX mehr als sechs Prozent nach, im MDAX notierten Aixtron 5,6 Prozent schwächer. Die Papiere des Rüstungskonzerns Rheinmetall setzten sich mit einem Plus von 2,1 Prozent an die DAX-Spitze.
Mit Blick auf die Halbleiterwerte verwiesen Händler darauf, dass gemachte Gewinne realisiert würden. Außerdem seien die Verhandlungen der USA mit China trotz beschlossener Lockerungen im Handel mit KI-Chips nicht so gut gelaufen wie erhofft.
An der Wall Street hatte die Chip-Begeisterung noch angehalten. Für Schub sorgten dabei am Donnerstag ein beeindruckender Quartalsbericht von Cisco sowie ein fulminanter Börsengang des Chipherstellers Cerebras Systems.
Der erste Kurs des Börsenneuling hatte bei 350 US-Dollar und damit um 89 Prozent über dem Ausgabepreis von 185 Dollar gelegen. Die Aktie war zudem mehr als 25-fach überzeichnet. Zum Handelsschluss notierten die Anteilscheine bei gut 311 Dollar. Cerebras Systems stellt Chips für KI-Anwendungen her und betreibt Rechenzentren.
Für Aufsehen sorgten auch Cisco Systems mit einem Kurssprung von 13,5 Prozent. Der Netzwerkausrüster hat seine Jahresprognose für Aufträge im Bereich KI-Infrastruktur angehoben und will rund 4000 Stellen streichen. Gefragt waren auch die Titel von Nvidia, die um gut vier Prozent zulegten.
Derweil hat Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp in einem Interview präzisiert, wo sie im Übernahmeringen mit der Unicredit etwa 3.000 Stellen abbauen will. Auf Künstliche Intelligenz (KI) entfalle dabei ein „sehr großer Teil“, sagte die Managerin der Nachrichtenagentur dpa. „KI ist sehr kraftvoll in verschiedenen Bereichen.“ Die Auswirkungen seien größer, als man vor gut einem Jahr angenommen habe.
Beim Jobabbau will sie die eigene Belegschaft so weit wie möglich schonen. „Wir gehen zum Beispiel an die Kapazitäten bei externen Call-Centern ran“, sagte Orlopp. „Das Gleiche gilt für das IT-Umfeld, wo wir noch viele Externe einsetzen.“
Mit dem Stellenabbau und ambitionierten Gewinn- und Renditezielen bis 2030 stemmt sich die Commerzbank gegen eine Übernahme. So versucht der DAX-Konzern seine Aktionäre zu überzeugen, ihre Anteile nicht an die italienische Großbank zu verkaufen.
