News aus Nahost: Israel greift einen Beiruter Vorort an – Politik


Viele Angaben stammen von Konfliktparteien und lassen sich teilweise nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.

Wichtige Updates

Trump behauptet, Iran habe Verzicht auf Atomwaffen zugesagt  

Macron drängt Iran auf Freigabe für Marine-Mission

Für Trump steht Deal kurz bevor

Iran: Prüfen US-Vorschlag für Kriegsende 

Iran: Sichere Hormus-Durchfahrt bei Ende von US-Drohungen 

Israel greift erstmals seit Waffenruhe in Beiruter Vorort an 

Erstmals seit Beginn einer Waffenruhe vor drei Wochen hat die israelische Luftwaffe wieder in einem Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen. Ziel sei ein Kommandeur der Radwan-Einheit der libanesischen Hisbollah-Miliz gewesen, hieß es in einer Mitteilung des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und des Verteidigungsministers Israel Katz. Man habe ihn dabei „eliminieren“ wollen.

Der israelische TV-Sender Chadschot 13 berichtete, nach israelischen Informationen seien der Radwan-Kommandeur Malek Balut, sein Stellvertreter sowie weitere Radwan-Kämpfer getötet worden. Der Angriff sei gegen 20.00 Uhr Ortszeit (19.00 Uhr MESZ) erfolgt, nachdem die Luftwaffe einen konkreten Hinweis des israelischen Geheimdienstes erhalten habe. Balut habe sich in einer Wohnung in einem Vorort namens Dahija versteckt gehalten. Die Luftwaffe habe rund zehn schwere Bomben abgeworfen. 

Im Norden Israels herrsche in Erwartung einer möglichen Eskalation erhöhte Alarmbereitschaft. Die USA seien vor dem Angriff informiert worden und hätten zugestimmt. Hisbollah-Kreise bestätigten der Deutschen Presse-Agentur, dass bei dem Angriff ein Kommandeur getötet worden sei. 

Trump behauptet, Iran habe Verzicht auf Atomwaffen zugesagt  

Iran hat nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump zugesichert, keine Atomwaffen zu besitzen. „Iran darf keine Atomwaffe haben (…) und sie haben dem zugestimmt“, sagte Trump bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Teheran habe zudem auch bei anderen Punkten zugestimmt – welche das sein sollen, ließ der Republikaner offen.

Trump bezeichnete unterdessen die jüngsten Gespräche mit Iran als „sehr gut“. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir einen Deal machen werden“, sagte er.

Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai hatte zuvor Berichte als überzogen zurückgewiesen, wonach beide Kriegsparteien kurz vor einem Abschluss eines Abkommens stünden. Ein US-Verhandlungsvorschlag werde geprüft und die Antwort an den Vermittler Pakistan übermittelt, sagte er der iranischen Nachrichtenagentur Isna. 

Macron drängt Iran auf Freigabe für Marine-Mission

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat den iranischen Präsidenten Massud Peseschkian aufgefordert, den Weg für eine neutrale Marine-Mission in der Straße von Hormus freizumachen. In einem Telefonat mit Peseschkian habe er für die von Frankreich und Großbritannien geplante multinationale Mission geworben, die dazu beitragen könne, das Vertrauen der Reeder und Versicherer der Schiffe wiederherzustellen, schrieb Macron auf der Plattform X.

Die jüngsten Ereignisse hätten deutlich gezeigt, wie nützlich eine solche Mission sein könnte, sagte Macron. Er habe Peseschkian aufgefordert, diese Gelegenheit zu nutzen, und wolle das Thema auch mit US-Präsident Donald Trump erörtern. „Die Rückkehr zur Ruhe in der Meerenge wird dazu beitragen, die Verhandlungen über das Atomprogramm, die Raketenfrage und die regionale Lage voranzubringen“, schrieb Macron. „Die Europäer, von denen die Aufhebung der Sanktionen abhängt, werden dabei ihren Platz einnehmen.“

Die Mission werde sich naturgemäß von den Kriegsparteien abgrenzen. Die Verlegung des französischen Flugzeugträgers Charles de Gaulle in die Nähe der Meerenge sei im Zusammenhang mit der Mission zu sehen, sagte Macron. „Alle Parteien müssen die Blockade der Meerenge unverzüglich und bedingungslos aufheben. Es muss eine dauerhafte Rückkehr zu der vor dem Konflikt herrschenden vollständigen Freiheit der Schifffahrt erfolgen.“

Wie es aus dem Élysée-Palast hieß, verfolge der französische Ansatz das Ziel, die USA zu einer Aufgabe ihrer Seeblockade zu bringen, um damit im Gegenzug Iran zu grundlegenden Verhandlungen und der Aufgabe der Blockade der Straße von Hormus zu bewegen. Seine Überlegungen habe Frankreich mit seinen engen Partnern abgestimmt, sagte ein hoher Diplomat. 

Für Trump steht Deal kurz bevor

US-Präsident Donald Trump sieht die USA nach eigenen Worten kurz vor einer Einigung mit Iran zur Beendigung des Krieges. Man sei „sehr nah dran“, sagte Trump dem US-Sender PBS. Laut dem Präsidenten könne eine Einigung noch vor seiner für kommende Woche geplanten China-Reise zustande kommen. Falls es keinen Deal gebe, müsse man wieder damit anfangen, Iran „in Grund und Boden zu bombardieren“, sagte Trump. 

Zuvor hatte der Außenamtssprecher Irans Ismail Baghai der Nachrichtenagentur Isna erklärt, man prüfe den US-Vorschlag zur Beendigung des Krieges. Berichte über ein mögliches bevorstehendes Abkommen seien laut Baghai aber überzogen. Er sagte, nach Prüfung des Vorschlages werde Iran seine Position an Pakistan übermitteln. 

Trump bestätigte in dem Interview mit dem US-Sender PBS mehrere Punkte einer möglichen Vereinbarung, über die zuvor bereits übereinstimmend das Wall Street Journal, der Sender CNN und das Nachrichtenportal Axios berichtet hatten. Laut dem Vorschlag der USA soll Iran sein hochangereichertes Uran an die USA übergeben. Zudem bestätigte Trump, dass Iran im Rahmen der Vereinbarung zusichern solle, keine unterirdischen Nuklearanlagen zu betreiben.

Iran-Krieg beschert Russland Milliardenplus 

Russland hat im April nach Angaben des Finanzministeriums auch dank des Iran-Kriegs 917 Milliarden Rubel an Steuern aus der Rohstoffförderung eingenommen. Das entspricht gut zehn Milliarden Euro. Damit nahm der Staat mehr als doppelt so viel ein wie noch im März, als die Einnahmen bei 443 Milliarden Rubel lagen, wie aus der vom Ministerium veröffentlichten Statistik hervorgeht.

Der Großteil davon entfiel auf Einnahmen aus dem Ölgeschäft. Allerdings schlugen zugleich die ukrainischen Angriffe auf die Ölindustrie zu Buche. Der April war der erste Monat, in dem sich die Preissteigerungen an den Weltmärkten infolge des Iran-Kriegs voll bemerkbar machten. Russland ist ein Verbündeter Teherans, mischt sich aber nicht offen militärisch in den Konflikt Irans mit den USA und Israel ein. 

USA schießen iranischen Tanker manövrierunfähig

US-Streitkräfte feuern nach Angaben des US-Zentralkommandos (Centcom) mehrere Schüsse auf den unbeladenen Tanker M/T Hasna ab und machen das unter iranischer Flagge fahrende Schiff manövrierunfähig. Der Tanker habe versucht, die Blockade der Straße von Hormus zu durchbrechen und einen iranischen Hafen anzusteuern, teilt Centcom auf der Kurznachrichtenplattform X mit. 

Frankreich verlegt Flugzeugträger für Hormus-Mission zum Golf von Aden

Frankreich verlegt zur Vorbereitung der Mission in der Straße von Hormus den Flugzeugträger Charles de Gaulle in Richtung Golf von Aden. Der Verband rund um das Schiff habe den Suezkanal passiert und steuere den Süden des Roten Meeres an, teilt das Verteidigungsministerium in Paris mit.

Damit soll die multinationale Marine-Mission schneller starten können, die unter Führung von Frankreich und Großbritannien vorbereitet wird. Der Einsatz soll nach dem Ende der Kampfhandlungen an der Straße von Hormus beginnen. Ziel der Mission ist es, Handelsschiffe bei der Fahrt durch die für den Welthandel wichtigen Meerenge zu begleiten und abzusichern. Mehr als 40 Länder haben ihre Unterstützung zugesichert. Auch die Deutsche Marine hat ihr Minenjagdboot Fulda in Richtung Mittelmeer verlegt.

Die Verlegung des Marine-Verbandes diene der operativen Erkundung und solle dazu beitragen, den Handelsschiffen Sicherheit zu geben, teilte Paris mit. Außerdem biete sie zusätzliche Optionen für einen Ausweg aus der Krise und Stärkung der Sicherheit in der Region. Die Verlegung der französischen Schiffe habe mit der militärischen Konfrontation zwischen den USA, Israel und Iran nichts zu tun, betonte das Ministerium. 

Libanons Regierungschef lehnt Spitzentreffen mit Israel vorerst ab

Die Friedensverhandlungen zwischen Israel und Libanon, die US-Präsident Donald Trump angestoßen hat, kommen nicht voran. Der libanesische Regierungschef Nawaf Salam lehnte am Mittwoch ein baldiges Treffen beider Seiten ab. Es sei noch zu früh dafür, sagte er laut der staatlichen Nachrichtenagentur NNA. Zuerst müsse die Waffenruhe vom 16. April eingehalten werden, sagte er vor dem Hintergrund anhaltender Kämpfe zwischen der israelischen ⁠Armee und der mit Iran verbündeten Hisbollah-Miliz.

Trump hatte in der vergangenen Woche erklärt, er freue sich darauf, den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu ​und den ​libanesischen Präsidenten Joseph Aoun in naher Zukunft zu empfangen. Er ‌sehe eine große Chance für ein Friedensabkommen noch in ‌diesem Jahr. Doch auch Aoun lehnte ein Treffen mit Netanjahu derzeit ab. Er forderte zunächst ein Sicherheitsabkommen und ein Ende der israelischen Angriffe. Regierungschef Salam betonte, Libanon ​strebe keine Normalisierung der Beziehungen ​zu Israel an, sondern Frieden. Als Mindestbedingung nannte er einen Zeitplan für den Abzug der israelischen Truppen.

Israel hat auf der libanesischen Seite der gemeinsamen Grenze eine zehn Kilometer breite Sicherheitszone eingerichtet. Damit soll der Norden Israels vor der Hisbollah geschützt werden. Salam erklärte weiter, ‌seine Regierung werde einen Plan ausarbeiten, um die Hisbollah-Miliz zu entwaffnen. Dies ist eine zentrale israelische Forderung. Allerdings verfügt die ‌libanesische Regierung in dem in verschiedene Lager ‌zersplitterten Land kaum über Möglichkeiten, dies gegen den Willen der Hisbollah durchzusetzen. ​Die schiitische Miliz pocht auf den Waffenbesitz, um sich gegen Israel zur Wehr setzen zu können.

Iran: Prüfen US-Vorschlag für Kriegsende 

Iran prüft nach eigenen Angaben einen US-Vorschlag zur Beendigung des mehr als zweimonatigen Krieges. Außenamtssprecher Ismail Baghai sagte der iranischen Nachrichtenagentur Isna, nach Prüfung des Vorschlages werde Iran seine Position dazu an den Vermittlerstaat Pakistan übermitteln. Über Inhalte des Vorschlages machte Baghai demnach keine Angaben.

Indes wies Baghai einen US-Medienbericht der Nachrichtenwebseite Axios über ein möglicherweise bevorstehendes Abkommen zwischen den Kriegsparteien als überzogen zurück. Axios hatte unter Berufung auf US-Quellen berichtet, ein einseitiges Dokument zur kurzfristigen Beilegung des Krieges sei kurz vor dem gemeinsamen Abschluss. 

Ebrahim Resaei, der iranische Sprecher des parlamentarischen Ausschusses für Außenpolitik und nationale Sicherheit, bezeichnete ein in dem Medienbericht erwähntes Memorandum zur Beendigung des Krieges unterdessen in einem Beitrag auf der Plattform X als realitätsfernen Wunschzettel. Die USA würden in einem Krieg, den sie verlören, nichts erreichen, was sie nicht schon in direkten Verhandlungen erreicht hätten. 

Iran: Sichere Hormus-Durchfahrt bei Ende von US-Drohungen 

Die Marine der iranischen Revolutionsgarde stellt eine sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus in Aussicht. Bei einem Ende der US-Drohungen sei dies möglich, berichten staatliche Medien unter Berufung auf die Garde. Die Elite-Truppe verweist demnach auch auf neue Verfahrensregeln für den Transit. Worin ​diese neuen Abläufe bestehen, wird nicht präzisiert. Die Marine dankt jedoch den Reedern und Kapitänen dafür, dass sie bei der Passage die iranischen Vorschriften respektierten. Die Äußerungen ⁠sind die erste Reaktion Irans auf die Entscheidung der USA, ihre Einsätze zur Unterstützung festsitzender Schiffe in der strategisch wichtigen Meerenge vorerst zu stoppen. 

Trump hatte ein mögliches Ende des Iran-Kriegs in Aussicht gestellt, Teheran aber auch mit heftigen Angriffen gedroht. „Angenommen, Iran erklärt sich bereit, das Vereinbarte zu erfüllen – was vielleicht eine gewagte Annahme ist –, dann wird die bereits legendäre „Epic Fury“ ein Ende finden, und die äußerst wirksame Blockade wird es ermöglichen, dass die Straße von Hormus für alle offen ist, einschließlich Irans“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Die US-Regierung hatte ihrem Ende Februar gemeinsam mit Israel begonnenen Krieg gegen Iran den Namen „Gewaltiger Zorn“ („Epic Fury“) gegeben.

Falls Teheran sich nicht auf eine Vereinbarung einlasse, „beginnen die Bombardements, und diese werden leider ein weitaus größeres Ausmaß und eine weitaus größere Intensität haben als zuvor“, drohte Trump.

Pakistanische Vermittlerkreise: USA und Iran kommen Vereinbarung näher 

Die USA und Iran kommen pakistanischen Vermittlerkreisen zufolge einer Vereinbarung für ein Kriegsende näher. Eine Einigung auf ein Memorandum zur Beendigung des Krieges könne bald erzielt werden, sagte ein pakistanischer Insider aus dem ​Umfeld der Vermittlungen laut der Nachrichtenagentur Reuters. „Wir werden das sehr bald abschließen. Wir stehen kurz davor“, sagte der ⁠Insider. Ein entsprechender Bericht des US-Nachrichtenportals Axios sei zutreffend. Eine Stellungnahme der US-Regierung lag zunächst nicht vor. 

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor ​den Militäreinsatz ​für Geleitschutz von Handelsschiffen durch die von Iran ‌blockierte Straße von Hormus ausgesetzt und von ‌Fortschritten bei der Suche nach einer diplomatischen Lösung des Konflikts gesprochen.

Axios zufolge handelt es sich um ein 14 Punkte umfassendes Memorandum. ​Es werde von ​dem US-Gesandten Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn ​Jared Kushner mit iranischen Offiziellen verhandelt, sowohl direkt als auch über Vermittler. Die USA erwarteten eine iranische Antwort innerhalb 48 Stunden. Das Memorandum sehe eine ‌30-tägige Verhandlungsphase über ein detailliertes Abkommen vor, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf US-Regierungsvertreter ‌und andere eingeweihte Personen. In ‌dieser Zeit sollen die iranische Blockade der Schifffahrt in ​der Straße von Hormus und die US-Blockade iranischer Häfen schrittweise aufgehoben werden. Zudem soll ​Iran einem Moratorium bei der Urananreicherung zustimmen, während die ‌USA Sanktionen aufheben und eingefrorene iranische Gelder in Milliardenhöhe freigeben.

Sollten die Verhandlungen scheitern, könnten die US-Streitkräfte ihre Blockade wieder aufbauen oder Militäreinsätze wieder aufnehmen, berichtete Axios unter Berufung auf einen US-Vertreter weiter. Der Sender CNBC berichtete unter Berufung auf ⁠einen Sprecher des iranischen Außenministeriums, die Führung in ‌Teheran prüfe ‌einen 14-Punkte-Plan der USA. 

Schiff französischer Reederei in Hormus-Meerenge angegriffen

Ein Schiff der französischen Reederei CMA CGM ist in der Straße von Hormus angegriffen worden. Mitglieder der Crew wurden verletzt und evakuiert, teilte das Unternehmen mit Sitz in Marseille mit. Der unter maltesischer Flagge fahrende Frachter San Antonio wurde bei dem Angriff am Dienstag demnach beschädigt. Nähere Details zu dem Angriff während der Durchfahrt der Meeresenge nannte die Reederei nicht – auch nicht zur Frage, wer dafür verantwortlich war. Auch zum Zustand der Verletzten gab das Unternehmen keine Auskunft.

USA legen neuen UN-Entwurf gegen Iran vor – Rubio warnt vor Veto 

Die USA haben ​am Dienstag gemeinsam mit mehreren Golfstaaten einen neuen UN-Resolutionsentwurf eingebracht, in dem Iran aufgefordert wird, Angriffe in der Straße von Hormus einzustellen. „Ich halte das für einen echten Test ​für die Vereinten Nationen, ob sie handlungsfähig sind“, sagte US-Außenminister Marco Rubio bei ⁠einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Er rief China und Russland dazu auf, den Entwurf nicht erneut mit einem Veto zu blockieren. ​Der ​Text liegt der Nachrichtenagentur Reuters vor. Er verurteilt ‌mutmaßliche iranische Verstöße gegen die geltende Waffenruhe ‌und verlangt von Teheran, Angriffe auf die Handelsschifffahrt sofort einzustellen sowie die Positionen von Seeminen offenzulegen. Der Entwurf sieht zwar ​keine ausdrückliche Ermächtigung zum ​Einsatz militärischer Gewalt vor. Er beruft sich ​jedoch auf Kapitel VII der UN-Charta. Dies ermöglicht dem Sicherheitsrat Maßnahmen, die von Sanktionen bis zu Militäreinsätzen reichen.

Diplomaten zufolge strebt Washington eine Abstimmung Anfang kommender ‌Woche an. Die chinesische UN-Vertretung teilte mit, sie prüfe den Text derzeit. Ein früherer, ‌von Bahrain eingebrachter und von ‌den USA unterstützter Resolutionsentwurf war im vergangenen Monat ​am Veto Chinas und Russlands gescheitert. Man habe den Text nun leicht angepasst, erklärte Rubio. ​Er wisse jedoch nicht, ob dies ein erneutes ‌Veto verhindern werde. Die freie Passage durch die Meerenge liege zudem im wirtschaftlichen Interesse Pekings und Moskaus, da eine Sperrung weltweit die Wirtschaft ins Chaos stürzen würde.

Iran kündigt Mechanismus für Transit durch Straße von Hormus an 

Iran will sich mithilfe eines neuen Genehmigungsverfahrens die Kontrolle über die von ihm blockierte Straße von Hormus sichern. Laut iranischen Staatsmedien sollen Betreiber von Schiffen, die durch die Meerenge fahren sollen, eine E-Mail mit Regeln und Vorschriften für die Durchfahrt erhalten. Für den Transit benötigten die Schiffe dann die Erlaubnis einer iranischen Behörde (Persian Gulf Strait Authority) und müssten den Vorgaben folgen, berichtete der staatliche Sender Press TV. Unklar blieb, wie die Regeln aussehen und wie Iran auf Verstöße reagieren könnte. Laut Press TV ist der Mechanismus in der Straße von Hormus bereits in Betrieb.

Die iranische Revolutionsgarde hatten am Dienstag Schiffe davor gewarnt, die Meerenge über nicht genehmigte Routen zu passieren, sonst werde eine „entschlossene Reaktion“ darauf folgen. Die einzige sichere Route sei die vom Iran zuvor angekündigte, berichtete die von der Revolutionsgarde als Sprachrohr genutzte Nachrichtenagentur Fars.

Die Persian Gulf Strait Authority wurde von Iran eingerichtet, um den Schiffsverkehr in der Meerenge zu überwachen und zu regeln. 



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