Arbeit mit AfD würde CDU umbringen
Sehen Sie hier die Sendung Markus Lanz vom 5. Mai 2026.
05.05.2026 | 75:55 min
In der schwarz-roten Koalition wachsen die Spannungen: In der Union nimmt der Frust über den Partner SPD spürbar zu, Kompromisse stoßen zunehmend auf Kritik.
Kanzler Merz räumte am vergangenen Sonntagabend in einem TV-Interview ein, die Handschrift von CDU/CSU sei bislang nicht deutlich genug erkennbar. Merz habe von seiner Partei zwar „einen großen Handlungsspielraum“ bekommen. „Aber ich habe keine Vollmacht, die CDU umzubringen.“
Journalistin zu Merz-Auftritt: Zeichen der Verzweiflung
Für die Wirtschaftskorrespondentin der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, Julia Löhr, war diese Aussage von Friedrich Merz ein Zeichen der Verzweiflung des Bundeskanzlers.
Ich finde es schon bemerkenswert, wenn der Kanzler in einer TV-Talkshow versuchen muss, diese Koalition zusammenzuhalten.
Julia Löhr, FAZ-Hauptstadtbüro
Friedrich Merz habe „diesen Auftritt ja genutzt, um der SPD ein Stoppschild hinzustellen und zu sagen: ‚So, jetzt haben wir genug SPD-Politik gemacht, jetzt kommt aber endlich mal die CDU-Politik‘.“
Die Bundesregierung ist seit einem Jahr im Amt. CDU und SPD wollen den Abwärtstrend in den Umfragen durch umfassende Reformen aufhalten.
05.05.2026 | 2:14 min
Löhr: Keine Kanzlerkrise, sondern Kommunikationskrise
Löhr sah in der momentanen Situation jedoch keine Kanzlerkrise, sondern eine Kommunikationskrise der gesamten Regierung. Ihrer Meinung nach werde viel über die Menschen geredet, statt mit ihnen.
Niemand in der Koalition kann wirklich gut kommunizieren. Auch Lars Klingbeil nicht und Friedrich Merz erst recht nicht. Zumindest nicht empathisch mit den Menschen.
Julia Löhr, FAZ-Hauptstadtbüro
Ein Jahr nach Amtsantritt steht die Bundesregierung unter Kanzler Merz (CDU) unter Druck. In der Koalition blockieren sich die Partner, obwohl Reformen dringender denn je sind.
03.05.2026 | 2:46 min
Für den nordrhein-westfälischen Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) zeigte der Auftritt des Bundeskanzlers, Merz müsse als Parteivorsitzender darauf achten, dass das im Koalitionsvertrag mühsam Erreichte nicht ständig infrage gestellt werde.
Ich finde, die SPD muss jetzt auch wissen, dass das, was im Koalitionsvertrag steht, auch von uns eingefordert wird.
Karl-Josef Laumann, CDU-Politiker
Für den CDU-Politiker gab es zu dieser Koalition keine verantwortbare Alternative – sie sei die beste Konstellation gewesen, „was wir für Deutschland machen konnten. Alles andere ist eine Katastrophe.“
In den Umfragen des aktuellen Politbarometers liegt die AfD erstmals mit 26 Prozent vor der CDU mit 25 Prozent. Grund könnte die Unzufriedenheit mit der Krisenpolitik der Bundesregierung sein.
17.04.2026 | 1:57 min
Laumann: Keine Zusammenarbeit mit der AfD
Die öffentlich ausgetragenen Konflikte zwischen Union und SPD nähren zunehmend Spekulationen über ein vorzeitiges Ende der Koalition. Diskutiert wird dabei auch immer wieder eine unionsgeführte Minderheitsregierung – und die Frage, ob dann eine punktuelle Zusammenarbeit mit der AfD infrage kommt.
Laumann zeigte kein Verständnis für die Diskussionen um eine Minderheitsregierung oder ob Friedrich Merz die Vertrauensfrage stellen sollte und sagte, diese Möglichkeiten wären nicht nur schlecht für Deutschland, sondern sie würden „Europa in Turbulenzen stürzen“ und die CDU würde dies „nicht überleben“. Er kenne zudem keinen CDU-Politiker, der bereit wäre, mit der AfD zusammenzuarbeiten.
Eine Zusammenarbeit von CDU und AfD würde diese Partei umbringen.
Karl-Josef Laumann, CDU-Politiker
Ronzheimer: Merz dachte schon 2025 an Vertrauensfrage
Auch der Journalist und Podcaster Paul Ronzheimer sagte, dass er keinen Spitzenpolitiker der CDU kenne, der zu einer Zusammenarbeit mit der AfD bereit sei. „Aber es gibt Leute, die immer wieder zumindest vorsichtig über diese Minderheitsoption sprechen“, so Ronzheimer.
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03.05.2026 | 5:01 min
Ronzheimer behauptete des Weiteren, dass Friedrich Merz bereits im November 2025 – nach dem Streit um die gescheiterte Wahl von Frauke Brosius-Gersdorf zur Verfassungsrichterin und seinem Streit mit der Jungen Union zum Rentenpaket – erstmals über das Stellen der Vertrauensfrage nachgedacht habe.
„Zu diesem Zeitpunkt bereits, das haben wir recherchiert, hat Friedrich Merz darüber nachgedacht, mit einer Vertrauensfrage ins Parlament zu gehen, also zu einem Zeitpunkt, wo er gerade wenige Monate regiert.“
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