G7 planen neue Russland-Sanktionen | tagesschau.de
Die führenden demokratischen Wirtschaftsmächte wollen die Ukraine wieder stärker unterstützen. Dazu sollen neue Sanktionen gegen den russischen Öl- und Gassektor kommen, berichten Medien unter Berufung auf Diplomaten.
Die G7-Staaten haben sich nach Angaben aus Diplomatenkreisen bei ihrem Gipfel in Frankreich auf neue Sanktionen gegen den russischen Energiesektor verständigt. Die Staats- und Regierungschefs der sieben Industrienationen hätten entschieden, „den Druck auf Russland zu erhöhen, insbesondere durch Sanktionen auf Öl und Gas“, berichten mehrere Nachrichtenagenturen übereinstimmend unter Berufung auf Diplomatenkreise.
Der Beschluss folgte offenbar im Anschluss an eine G7-Sitzung zur Ukraine. Die G7-Staaten vereinbarten demnach auch weitere Militärhilfen für die Ukraine, unter anderem zur Stärkung der Luftabwehr.
Selenskyj in Évian
Der britische Premierminister Keir Starmer bestätigte den Schritt für sein Land. „In Zusammenarbeit mit unseren G7-Verbündeten werden wir den Druck auf Wladimir Putin und seinen Kreis von Mitstreitern weiter erhöhen“, sagte Starmer. Demnach sind in Großbritannien 70 neue Sanktionsmaßnahmen geplant. Sie sollen unter anderem 20 weitere Tanker der russischen Schattenflotte betreffen.
An den Ukraine-Beratungen in Évian nahm neben US-Präsident Donald Trump und den anderen G7-Staats- und Regierungschefs auch der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj teil. Trump und Selenskyj kamen am Tagungsort auch zu einem bilateralen Treffen zusammen.
Trump telefoniert mit Putin
Der US-Präsident forderte Russland in Évian zu einer Vereinbarung mit Kiew zur Beendigung des Ukraine-Kriegs auf. „Russland sollte ein Abkommen schließen“, sagte Trump am Rande des G7-Gipfels. Trump verwies auf die hohen Opferzahlen in dem mehr als vierjährigen Krieg. „Russland hat enorme Verluste an Menschenleben zu verzeichnen, ebenso wie die Ukraine“, sagte der US-Präsident.
Trump hatte am Sonntag vor dem G7-Gipfel sowohl mit Selenskyj als auch mit Kreml-Chef Wladimir Putin telefoniert. „Vielleicht können wir was machen“, sagte Trump am Montag in Évian, ohne Details zu nennen.
Merz: „Fenster für die Diplomatie“
Neben Trump und dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj nahmen an den Beratungen Bundeskanzler Friedrich Merz sowie die Staats- und Regierungschefs von Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada und Japan teil. Die Europäer seien dabei sehr geschlossen aufgetreten, hieß es aus den Regierungskreisen.
Auf dem Schlachtfeld in der Ukraine habe sich die Dynamik geändert, Kiew sei nun in einer Situation der Stärke. Russland könne den Krieg nicht gewinnen und stehe unter Druck, hieß es.
Merz sprach von einem „Fenster für die Diplomatie“ im Ukraine-Konflikt. Ungeachtet der jüngsten Angriffe Russlands habe sich die Dynamik in dem Krieg „deutlich zugunsten der Ukraine verändert“, erklärte auch Merz kurz vor Beginn des G7-Gipfels.
