You Are Not Alone: Dreharbeiten zu ‚Michael‘-Fortsetzung starten noch dieses Jahr
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Gerade einmal eine Woche nach dem Kinostart von Michael wird bekannt: Die Michael-Jackson-Biografie bekommt eine Fortsetzung.
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Überraschend ist das kaum. Der Film endet mit der Einblendung „His story continues…“, zudem hat er bereits mehrere Kassenrekorde gebrochen, wie die Einspielergebnisse zeigen. Dennoch wirft ein zweites Kapitel viele Fragen auf. Das erste endet Mitte der achtziger Jahre, also bevor die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs laut wurden. Wird die Fortsetzung die schwierigeren Seiten von Jacksons Leben wirklich thematisieren? Oder präsentiert sie erneut eine weichgespülte, vom Nachlass abgesegnete Version?
Trotzdem laufen die Planungen auf Hochtouren.
Lionsgate-Chef Adam Fogelson erklärte im Podcast The Town With Matt Belloni (Quelle auf Englisch), die Fortsetzung könne noch in diesem Jahr oder im Jahr 2027 gedreht werden.
Fogelson sagte, es gebe „eine enorme Menge an Musik … und Lebenserfahrungen, getrennt und losgelöst von den Vorwürfen …, die allein mehr als einen zweiten Film füllen würden“.
Aber sicher …
Michael hat massive Kritik und zahlreiche Produktionskontroversen ausgelöst. Im Zentrum steht vor allem eine hohe Geldspritze aus dem Jackson-Nachlass. Berichten zufolge flossen rund 15 Millionen Dollar, um den letzten Akt des Films neu zu drehen und alle Hinweise auf sexuellen Missbrauch zu entfernen.
Auf die Frage, was in der Fortsetzung zu sehen sein könnte, verwies Fogelson etwa auf Jacksons Halbzeitshow beim Super Bowl 1993.
Ob die Fortsetzung die gegen Jackson erhobenen Vorwürfe überhaupt erwähnt, ließ er offen. „Das ist eine sehr komplexe Frage, und ich bin nicht sicher, dass ich die beste Person bin oder dass jetzt der beste Zeitpunkt ist“, sagte er.
In der Besprechung von Michael bei Euronews Culture schrieben wir: „‚Michael‘ taugt nur als beleidigend offensichtliche Hagiografie. Alles, was in seiner frühen Lebensgeschichte als umstritten gelten könnte, wird gestrichen. (…) All das hat in diesem konfliktfreien, formelhaften und vom Nachlass kontrollierten Vorwand, mehr Alben zu verkaufen, keinen Platz. Stattdessen ist dieses Biopic so stark glattgebügelt, dass es fast durchsichtig wirkt und nur wenig kritische Fans bedient, die einfach die Hits hören und Nachstellungen ikonischer MJ-Momente sehen wollen.“
Michael läuft derzeit in den Kinos.
