Wegen KI-Boom: Samsung-Mitarbeiter erwartet Geldregen
Wegen KI-Boom
Samsung-Mitarbeiter erwartet Geldregen
Wegen hoher Nachfrage nach KI-Chips sprudeln die Gewinne bei Samsung. Nach einem abgewendeten Streik dürfen Mitarbeiter der Halbleiterabteilung nun auf riesige Boni hoffen
Nach dem abgewendeten Generalstreik bei Samsung stimmen die Mitglieder der Samsung-Gewerkschaft nun über eine Jahresprämie von umgerechnet mehreren Hunderttausend Euro pro Kopf ab. Die Abstimmung über eine vom Management vorgestellte Einigung solle noch bis zum 27. Mai andauern, meldete Südkoreas amtliche Nachrichtenagentur Yonhap.
Der Kompromiss beinhaltet eine durchschnittliche Lohnerhöhung von 6,2 Prozent sowie die Ausschüttung von 10,5 Prozent des Unternehmensgewinns an die Belegschaft. Laut Prognosen könnten die diesjährigen Boni für die Mitarbeiter der Halbleiterabteilung bis zu 600 Mio. Won betragen (rund 340.000 Euro). Eine Zustimmung der Gewerkschaft gilt als wahrscheinlich.
Mehrwöchiger Streik angedroht
Zuvor hatten beim weltweit größten Produzenten von Speicherchips rund 48.000 gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter einen 18-tägigen Generalstreik angedroht. Hintergrund war ein Konflikt um die Höhe von Bonuszahlungen an die Belegschaft, nachdem der südkoreanische Elektronikriese im Zuge eines Booms rund um Künstliche Intelligenz Rekordgewinne erzielt hat. Allein der Betriebsgewinn für das erste Jahresquartal beträgt 57,2 Billionen Won (umgerechnet knapp 33 Mrd. Euro) – in etwa das Achtfache des Vorjahreszeitraums.
Die südkoreanische Zentralbank schätzte in einem internen Bericht, dass der angedrohte Generalstreik bei Samsung das Wirtschaftswachstum des Landes für dieses Jahr um 0,5 Prozentpunkte hätte bremsen können. Separat äußerte auch die US-amerikanische Handelskammer in Südkorea eine Warnung, in der es hieß, der Streik könne globale Lieferketten unterbrechen und Südkoreas Ruf als verlässlichen Technologie- und Produktionsstandort beschädigen.
Samsung treibt heimische Börse
Die wirtschaftliche Bedeutung von Samsung reicht inzwischen weit über Südkorea hinaus. Gemeinsam mit dem Konkurrenten SK Hynix und dem US-Konzern Micron Technology beherrscht Samsung den Markt für sogenannte High-Bandwidth-Memory-Chips (HBM). Diese besonders leistungsfähigen Speicherbausteine gelten als Schlüsseltechnologie für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz. Sie werden sowohl für das Training großer Sprachmodelle als auch für deren Betrieb benötigt.
Das Angebot ist laut Experten derzeit so knapp, dass die Produktionskapazitäten der Branche für das Jahr 2026 bereits vollständig ausgebucht sind. Neue Kapazitäten sollen voraussichtlich erst 2027 zur Verfügung stehen. Zu den wichtigsten Abnehmern zählen große Technologiekonzerne wie Microsoft, Amazon und Alphabet, die Milliarden in den Ausbau ihrer KI-Infrastruktur investieren. Die Entwicklung spiegelt sich auch an der Börse wider. Der südkoreanische Leitindex KOSPI hat in den vergangenen zwölf Monaten um fast 200 Prozent zugelegt – Samsung macht inzwischen gut ein Drittel der gesamten Marktkapitalisierung im Index aus.
Mit Agenturen
