Was vom Fall des toten Buckelwals bleibt


Ein toter Wal liegt vor der dänischen Insel Anholt (Aufnahme mit Drohne).

Die dänischen Behörden haben bestätigt, dass es sich bei dem toten Wal vor einer dänischen Insel um den Wal handelt, der wochenlang in der Ostsee gestrandet war.

16.05.2026 | 1:37 min


Buckelwal „Timmy“ ist tot. Für das mehrfach gestrandete Tier, das über Wochen die Schlagzeilen dominierte, gab es keine erfolgreiche Rettung. Experten hatten von dem Transport des Wals abgeraten und die Überlebenschancen des geschwächten Tieres als gering eingeschätzt.

Doch was bleibt vom Fall „Timmy“? Und was lässt sich daraus lernen?

Karte die den Ort zeigt, an dem der tote Wal in der Nähe der dänischen Insel Anholt liegt.

In der Nähe der dänischen Insel Anholt war „Timmy“ entdeckt worden.

Quelle: ZDF


Walforscher spricht von „Exodus“ in den Meeren

Thilo Maack von Greenpeace und der Walforscher und Mitgründer des gemeinnützigen Wal- und Delfinschutzvereins „M.E.E.R.“, Fabian Ritter, machen auf die unzähligen Wale aufmerksam, die als Beifang in Fischereinetzen landen und dort qualvoll sterben.

„Was da stattfindet in unseren Meeren, ist ein Exodus, der es von den getöteten Tieren oder sterbenden Tieren gesehen von der Anzahl her ganz locker mit der Walfang-Ära aufnehmen kann“, sagt Ritter im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Also das sind größere Opferzahlen als zu den höchsten Zeiten des brutalen Walfangs.

Fabian Ritter, Walforscher

„Das zu durchdenken, zu überlegen, was ist da ursächlich dafür, nämlich in erster Linie die Fischerei, und wie damit umzugehen ist, das ist das Gebot der Zeit“, betont er.

Eine Rinne in der Kirchsee vor der Insel Poel führt vom Wal in tieferes Gewässer (Aufnahme aus einem Flugzeug).

Knapp zwei Monate dauerte die Odyssee des Buckelwals. Vor Dänemark ist nun ein toter Wal gestrandet. Inzwischen ist klar: Es ist „Timmy“.

16.05.2026 | 1:40 min


Greenpeace-Experte fordert Stellnetz-Verbot in Schutzgebieten

Maack erhofft sich zudem von dem Einzelschicksal mehr Aufmerksamkeit und Energie für den Schutz der Meere. So müsste unbedingt zerstörerische Fischereimethoden in Meeresschutzgebieten verboten werden, etwa mit Stellnetzen, erklärt der Biologe.

Dies sei heute noch in Deutschland und vielen anderen Ländern legal und werde auch von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus verteidigt. „Und das darf natürlich nicht sein“, so Ritter.

Mann schwimmt neben Wal auf dem Rettungsschiff

Bei der Freilassung des Wals wurde gegen Absprachen verstoßen. Jetzt soll die Crew des Rettungsschiffs zu den Geschehnissen an Bord befragt werden.

04.05.2026 | 2:14 min


Plan für künftige Wal-Strandungen gefordert

Greenpeace-Experte Thilo Maack sagte der dpa, es wäre sinnvoll, für Deutschland ein standardmäßiges Protokoll zu entwickeln, wie in Zukunft damit umzugehen ist, wenn Wale stranden. Ähnlich hatte sich zuvor auch schon der Walforscher Boris Culik geäußert.

Wal auf dem Weg in die Nordsee

Bei den meisten unserer Nachbarn scheint man mit Fällen wie dem gestrandeten Wal „Timmy“ und der Debatte um seine Rettung anders umzugehen. Entsprechend fällt die Berichterstattung in Europa aus.

29.04.2026 | 2:06 min


Walforscher: Mitgefühl nicht nur für „Timmy“

Im Wirbel um den Wal ist Biologe Ritter auch selbst zur Zielscheibe von Drohungen und Hetze geworden – so wie viele Experten, die sich gegen die Pläne der privaten Initiative positionierten. In sozialen Medien tobte die Debatte um „Timmy“ teils in rauem Ton.

Im Mitgefühl mit dem leidenden Wal sei das Mitgefühl füreinander über Bord geworfen oder mindestens zeitweise vergessen worden, kritisiert Ritter. Es sei für viele offensichtlich unerträglich, andere Meinungen zu ertragen.

Da können wir einiges lernen aus diesem Fall.

Fabian Ritter, Walforscher

„Ich persönlich würde mir noch wünschen, dass wir als Menschen noch mal darüber reflektieren, wie wir untereinander und miteinander umgegangen sind, wie sehr Diffamierung, Hetze und Bedrohung tatsächlich bis hin zu Morddrohungen da fast schon an der Tagesordnung waren.“

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Quelle: dpa

Über dieses Thema berichteten die heute-Nachrichten am 16.05.2026 ab 19 Uhr.



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