USA stoppen Entsendung von 4.000 Soldaten nach Polen
4.000 US-Soldaten sollten diese Woche nach Polen verlegt werden – jetzt bestätigt das Pentagon, dass ihre Entsendung gestoppt wurde. Polen sieht in der Entscheidung eine Folge des geplanten Truppenabbaus in Deutschland.
Die USA verringern ihre Truppenstärke in Europa. Das Pentagon hat bestätigt, dass eine in dieser Woche geplante Entsendung von Soldaten zum Austausch stationierter Verbände in Deutschland und Polen gestoppt wurde.
4.000 Soldaten sind Regierungsvertretern zufolge nicht wie geplant nach Polen verlegt worden. Der bevorstehende Einsatz eines Bataillons in Deutschland ist ebenfalls abgesagt worden.
Ein Teil der Ausrüstung und einige Soldaten seien schon unterwegs gewesen und von der Entscheidung überrascht worden, so das Wall Street Journal.
Schon am Donnerstag hatten US-Medien über die Aussetzung berichtet. Polen hatte zuerst dementiert, dass es überhaupt von der Entscheidung betroffen ist und auf den angekündigten Truppenabbau in Deutschland verwiesen.
Polen sieht sich nicht im Fokus der Entscheidung
Nach der offiziellen Bestätigung aus den USA erklärten polnische Regierungsvertreter, der US-Abzug ziele nicht direkt auf Polen, ab sondern sei eine Folge von Trumps Entscheidung zum Truppenabbau in Deutschland.
Ministerpräsident Donald Tusk sagte, er habe Zusicherungen erhalten, dass die Entscheidung logistischer Natur sei und keine direkten Auswirkungen auf die Abschreckungsfähigkeiten und die Sicherheit Polens habe.
Kongressabgeordnete verärgert
Sowohl Demokraten als auch Republikaner zeigten sich verärgert, dass der Kongress nicht informiert oder zu Beratungen hinzugezogen wurde. Der republikanische Kongressabgeordnete Bacon sagte, polnische Regierungsvertreter hätten sich überrumpelt gefühlt.
Die demokratische Abgeordnete Marilyn Strickland kritisierte die Maßnahme ebenfalls. Es könne der Eindruck entstehen, „dass wir kein verlässlicher Verbündeter sind“, sagte sie.
Abzug in Deutschland angeordnet
Ein NATO-Vertreter sagte der Nachrichtenagentur AP, die Streichung des Rotationseinsatzes in Polen habe keine Auswirkungen auf die Abschreckungs- und Verteidigungspläne des Bündnisses. Deutschland und Kanada hätten ihre Präsenz an der NATO-Ostflanke erhöht.
Erst vor knapp zwei Wochen hatte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth den Abzug von etwa 5.000 US-Soldaten aus Deutschland angeordnet. Polen bekräftigte danach seine Bereitschaft, mehr US-Soldaten aufzunehmen.
