USA News: Trumps Name muss vom Kennedy-Center entfernt werden – Politik
Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Gericht stoppt Trumps Entschädigungsfonds für angebliche Justizopfer vorerst
Krieg mit Iran treibt US-Inflation auf Drei-Jahres-Hoch
Trump erneuert Klage gegen „Wall Street Journal“
Jill Biden dachte, ihr Mann hätte im TV-Duell einen Schlaganfall
Rückschlag für Trump: Keine neuen Wahlkreis-Zuschnitte in Alabama und South Carolina
Trumps Name muss vom Kennedy-Center entfernt werden
Das Gesetz zur Einrichtung des Kennedy-Centers mache es „kristallklar“, dass die Institution nur den Namen des früheren Präsidenten John F. Kennedy tragen dürfe, so Bundesrichter Christopher R. Cooper. „Der Kongress hat dem Kennedy-Center seinen Namen gegeben, und nur der Kongress kann ihn ändern.“
„Der Kongress hat dem Kennedy-Center seinen Namen gegeben, und nur der Kongress kann ihn ändern.“
Bundesrichter Christopher R. Cooper
Im Bau des Kennedy-Centers am Potomac-Fluss werden traditionell alle Genres von Theater, Tanz und Musik gezeigt. Trump hatte das Center kurz nach seinem Amtsantritt vor gut einem Jahr unter seine Kontrolle gebracht und einen Kampf gegen „anti-amerikanische Propaganda“ in der Kulturwelt angekündigt. Er entließ mehrere Mitglieder des Kuratoriums, übernahm den Vorsitz und beauftragte seinen Vertrauten Richard Grenell, die Institution neu auszurichten.
Republikaner teilen Wahlbezirke in Louisiana neu auf
Eine Neuaufteilung war nötig, weil der Oberste Gerichtshof die Wahlkreise in Louisiana Ende April als ethnisch motiviert bezeichnet und deshalb verworfen hatte. Bisher gab es in dem Bundesstaat zwei Wahlkreise, die mehrheitlich schwarz bevölkert sind und von zwei demokratischen Abgeordneten vertreten werden. Einen über sechs Jahrzehnte bestehenden Schutz mehrheitlich schwarzer Wahlkreise weichten die Richterinnen und Richter in ihrem Grundsatzurteil auf.
In der Folge machten sich vor allem im Süden der USA Republikaner an eine Neuaufteilung – auch auf Druck von US-Präsident Donald Trump. In Alabama kippte ein Gericht in erster Instanz einen prorepublikanischen Neuzuschnitt, eine finale Entscheidung steht allerdings noch aus. Auch in Louisiana könnte der Neuzuschnitt juristisch angefochten werden.
SZ-Korrespondent Boris Herrmann über die Manipulation des Wahlsystems durch Trump und seine Partei:
Musiker sagen Auftritt bei Trumps USA-Geburtstagsfeier ab
Als Grund gaben die Musiker an, dass die Veranstaltung, die nach eigenen Angaben überparteilich ist, zu politisch aufgeladen sei. „Leider hat sich das, was uns als Feier unseres Landes präsentiert wurde, zu etwas deutlich Spaltenderem entwickelt, als ich ursprünglich zugesagt hatte“, schrieb Sänger Michaels auf Instagram.
Die Konzertreihe wird von einer nach eigenen Angaben gemeinnützigen Organisation veranstaltet, die sich den Jubiläumsfeierlichkeiten in der US-Hauptstadt widmet – diese selbst gehen jedoch auf einen Aufruf von Donald Trump zurück. Das Line-up zwischen dem 25. Juni und dem 10. Juli war am Mittwoch veröffentlicht worden.
Fabrice „Fab“ Morvan vom ehemaligen Pop-Duo Milli Vanilli will trotz der Absagen anderer Künstler in Washington D.C. auftreten. „Ich bin hier, um die Menschen zu unterhalten und zu vereinen, nicht um sie zu spalten“, sagte Morvan dem Online-Musik- und Filmmagazin „Consequence“. Neben Morvan halten bislang auch unter anderem die Rapper Vanilla Ice und Flo Rida an ihren Auftritten fest.
Gericht stoppt Trumps Entschädigungsfonds für angebliche Justizopfer vorerst
Rund 1,8 Milliarden Dollar (rund 1,5 Milliarden Euro) sollen laut US-Justizministerium in einen neuen Fonds fließen, mit dem angebliche Opfer von politisch oder ideologisch motiviertem Vorgehen des Staates entschädigt werden sollen. Kritiker befürchten, dass Staatsgeld für die Belohnung von Trump-Anhängern ausgegeben werden könnte, die beim Sturm auf das Kapitol 2021 dabei gewesen waren und dafür während der Regierungszeit Joe Bidens angeklagt worden waren. Trump hatte nach seinem Amtsantritt 2025 etliche Begnadigungen ausgesprochen.
Trump hatte wegen seines Entschädigungsfonds – „Anti-Weaponization Fund“ – selbst aus den Reihen der Republikaner massiv Kritik auf sich gezogen. Kritiker reden von „Schmiergeld“ für Trump-Getreue und von Korruption. Im Kongress wurden sogar Abstimmungen über andere Haushaltsgelder vorerst verzögert, um so Druck auf Trump aufzubauen.
Krieg mit Iran treibt US-Inflation auf Drei-Jahres-Hoch
Die Konsumausgaben, die für mehr als zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung stehen, legten im April zwar um 0,5 Prozent zu. Die hohen Preise schönen jedoch die Statistik. Experten gehen davon aus, dass die Verbraucher ihre Ausgaben bald zurückfahren werden, da die Inflation die Lohnzuwächse übersteigt und damit an der Kaufkraft nagt.
Die steigenden Preise belasten Donald Trump. Der US-Präsident hatte die Wahl 2024 maßgeblich mit dem Versprechen gewonnen, die Inflation zu senken. Einer Umfrage von Reuters/Ipsos aus der vergangenen Woche zufolge sanken seine Zustimmungswerte auf einen der niedrigsten Stände seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus. Als Grund gilt eine nachlassende Unterstützung unter den Republikanern. Die hohe Inflation gefährdet die Mehrheit seiner Partei bei den Kongresswahlen im November.
Trump erneuert Klage gegen „Wall Street Journal“
Im Kern geht es dabei um die Veröffentlichung eines Gratulationsschreibens an den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Trump behauptet, dadurch verleumdet worden zu sein. Vor wenigen Wochen war die Klage von einem Bezirksgericht in Florida vorläufig abgewiesen worden. Richter Darrin P. Gayles urteilte, Trump habe nicht plausibel darlegen können, dass die Zeitung mit der Veröffentlichung des Schreibens an Epstein in „böswilliger Absicht“ gehandelt habe. Bestimmte Kriterien seien zudem „bei Weitem“ nicht erfüllt worden.
In der nun überarbeiteten Klage heißt es den Angaben nach, das Wall Street Journal habe in mehreren Punkten in böswilliger Manier gehandelt. Zudem wird darauf verwiesen, dass der Präsident eine Beteiligung an dem Brief mehrfach dementierte. In der Klage fordert Trump wie auch zuvor einen Schadenersatz in Milliardenhöhe.
Die US-Zeitung hatte 2025 von einem angeblichen Glückwunschschreiben an Epstein zu dessen 50. Geburtstag im Jahr 2003 berichtet, das den Namen Trumps trägt. Die Zeitung stellt so eine weitere Verbindung zwischen Trump und dem US-Finanzier her. Der 2019 in Haft gestorbene Epstein betrieb über Jahre einen Missbrauchsring, dem eine bis heute unbekannte Zahl von Frauen und Mädchen zum Opfer fielen.
In dem Brief mit anzüglichem Inhalt sollen mit einem Marker die Umrisse eines Frauenkörpers gezeichnet worden sein. Die Zeitung berief sich auf Einblick in Dokumente. Trump bestreitet, Urheber gewesen zu sein.
Jill Biden dachte, ihr Mann hätte im TV-Duell einen Schlaganfall
Sie wisse nicht, was an dem Tag los gewesen sei, sagte Biden über ihren damals 81-jährigen Mann. „Ich hatte Angst, denn ich hatte Joe noch nie zuvor und auch seitdem nie wieder so gesehen“, sagte die frühere First Lady.
Der Demokrat Joe Biden war wegen seines misslungenen Auftritts bei einem TV-Duell mit Trump im Sommer 2024 heftig in die Kritik geraten. Er verhaspelte sich mehrfach, verwechselte Jahreszahlen und suchte nach Worten. Auch Parteifreunde fingen plötzlich an, mehr oder weniger offen infrage zu stellen, ob Biden physisch und mental noch fit genug sei für eine weitere Amtszeit. Knapp einen Monat nach dem Auftritt verkündete er seinen Rückzug. Daraufhin ging Vizepräsidentin Kamala Harris für die Demokraten in das Rennen gegen Trump – und verlor bei der Wahl im November.
Trumps Justizministerium ermittelt gegen Autorin E. Jean Carroll
CNN zufolge geht es um eine eidesstattliche Erklärung, in der Carroll angegeben habe, keine externe Finanzierung für ihre Klage erhalten zu haben. Später sei bekannt geworden, dass der Milliardär Reid Hoffman einen Teil der Kosten übernommen habe. Justizminister Todd Blanche habe sich laut CNN aus den Ermittlungen zurückgezogen, weil er früher als Anwalt für Trump gearbeitet habe.
Eine New Yorker Geschworenenjury hatte 2023 entschieden, Trump habe Carroll 1996 in einem Kaufhaus sexuell missbraucht und später verleumdet. Trump wurde zu fünf Millionen Dollar Entschädigung verurteilt. In einem zweiten Verleumdungsprozess sprach ein Gericht Carroll Anfang 2024 weitere 83,3 Millionen Dollar zu. Trump weist die Vorwürfe zurück.
Mehr zu den Hintergründen lesen Sie hier:
US-Militär: Toter bei Angriff auf Drogenboot im Pazifik
US-Präsident Donald Trump und seine Regierung lassen seit vergangenem Herbst immer wieder Boote mutmaßlicher Drogenschmuggler in der Karibik und im Pazifik angreifen. Dabei wurden nach Angaben des Militärs bereits weitaus mehr als 100 Personen getötet. Als rechtliche Grundlage für die Attacken führt Trumps Regierung den Umstand an, dass Drogenkartelle von ihr zu Terrororganisationen erklärt wurden. Kritiker zweifeln indes an, dass die tödlichen Angriffe in internationalen Gewässern völkerrechtlich zulässig sind.
Rückschlag für Trump: Keine neuen Wahlkreis-Zuschnitte in Alabama und South Carolina
In Alabama hinderte ein Gremium aus drei Bundesrichtern die Republikaner daran, eine neue Wahlkreiskarte einzuführen. Damit sollte einer der beiden Wahlkreise des Bundesstaates mit hohem Anteil an schwarzer Bevölkerung abgeschafft werden. Das Gericht urteilte, die Abgeordneten hätten bei der Neufestlegung der Wahlkreisgrenzen schwarze Wähler absichtlich diskriminiert. Stattdessen müsse Alabama weiter eine Karte verwenden, die zwei Wahlkreise mit beträchtlichem Anteil an schwarzer Bevölkerung vorsehe, nicht nur einen. Zwei der Richter des Gremiums waren von Trump ernannt worden, einer von dem demokratischen Ex-Präsidenten Bill Clinton. Republikaner in Alabama kündigten umgehend an, beim konservativ dominierten Obersten Gerichtshof der USA Berufung einzulegen.
Die Republikaner versuchen, ihre knappe Mehrheit im US-Repräsentantenhaus bei den Zwischenwahlen zu verteidigen. Trumps Zustimmungswerte in Meinungsumfragen sind derzeit nicht gut, was zum Teil auf den unpopulären Iran-Krieg und die dadurch verursachten höheren Benzinpreise zurückzuführen ist.
Trump-Kandidat Paxton gewinnt Vorwahl in Texas
Cornyn räumt die Niederlage kurz nach Schließung der Wahllokale ein. Paxtons Sieg gilt als Signal für Trumps Einfluss in der Partei, zugleich könnte der Sitz dadurch umkämpfter werden als sonst, da Paxton mit so einigen Skandalen vorbelastet ist. 2023 leitete das Repräsentantenhaus von Texas ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn ein, unter anderem wegen Bestechlichkeit und Amtsmissbrauchs zugunsten eines Spenders.
Biden klagt gegen Justizministerium wegen Interview-Aufnahmen
Ex-Präsident Joe Biden verklagt das US-Justizministerium, um die Weitergabe von Audioaufnahmen und Abschriften aus Interviews für ein Memoiren-Projekt zu stoppen. Die Materialien stammen aus Gesprächen, die ein Sonderermittler im Zusammenhang mit Untersuchungen zu Bidens Umgang mit Verschlusssachen geführt hatte, am Ende gab es keine Anklage. Die Interviews flossen später in die Arbeit an Bidens Memoiren von 2017 ein.
Hintergrund ist ein langes Rechtsverfahren um eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz, das die konservative Heritage Foundation angestoßen hat. Biden wirft dem Ministerium vor, seine Linie zu Ausnahmen im Informationsfreiheitsrecht zu verlassen und eine Anfrage des Justizausschusses im Repräsentantenhaus nur als Umgehung dieses Verfahrens zu nutzen. Die geplante Offenlegung am 15. Juni sei ein ungerechtfertigter Eingriff in seine Privatsphäre, heißt es in der Klage.
Anti-ICE-Proteste in New Jersey: Einwanderungsbehörde verteidigt sich
Vor dem Zentrum in der Stadt Newark nahe der Millionenmetropole New York, in dem derzeit rund 300 Menschen festgehalten werden, protestieren schon seit Tagen Dutzende Menschen. Sie werfen ICE unter anderem vor, dass die dort festgehaltenen Menschen nicht ausreichend Nahrung und Zugang zu medizinischer Versorgung bekämen. Bei Zusammenstößen benutzten die Einsatzkräfte nach Angaben der Demonstranten auch Pfefferspray und Schlagstöcke.
Republikaner scheitern vorerst mit Wahlkreiszuschnitt in Alabama
Der Fall beschäftigte schon mehrmals Gerichte in den USA. Bei der jetzigen Anordnung handelt es sich um eine einstweilige Verfügung. Es ist eine, zumindest kurzfristige, Niederlage für die Republikaner in dem südlichen Bundesstaat. Denn Alabama legte gegen die Anordnung bereits Berufung ein.
Hintergrund der Neuzuschnitte von Wahlkreisen – das sogenannte Redistricting – ist, dass alle zehn Jahre die Wahlkreise neu zugeschnitten werden müssen, damit sie jeweils ähnlich viele Einwohner umfassen. In der Praxis nutzen Parteien diesen Prozess jedoch oft, um sich Vorteile zu verschaffen: So können aus einem Wahlkreisteil mit klarer Mehrheit Gebiete in einen anderen Wahlkreis verfrachtet werden, in dem das Rennen enger ist.
Im Fall von Alabama vertreten die Richter die Auffassung, dass der geforderte Wahlkreisplan der Republikaner vorsieht, die Stimmen schwarzer Wählerinnen und Wähler so auf die Wahlkreise zu verteilen, dass sie verwässern. In vielen Bundesstaaten befassen sich US-Gerichte mit derartigen Fällen.
Am 3. November gibt es in den USA Parlamentswahlen: Das Repräsentantenhaus wird komplett neu gewählt und ein Teil des Senats. Bei diesen Zwischenwahlen könnte jedes einzelne Abgeordnetenmandat entscheidend sein. Auf Druck von US-Präsident Donald Trump sind seine Parteifreunde in den Bundesstaaten dabei, die Linien zugunsten der Republikaner neu zu ziehen. In Texas, Florida, Oklahoma, Tennessee, Alabama, North Carolina und Ohio gab es neue Wahlkreise oder Pläne dafür. Die Demokraten zogen etwa in Kalifornien und Virginia nach, stehen aktuell aber schlechter da.
Trump jubelt nach Gesundheitscheck: Alles „perfekt“ – bisher keine Details veröffentlicht
Kritiker bemängeln, dass die Veröffentlichungen zu Trumps Gesundheit oft rosige Worte enthielten, aber kaum unabhängig nachprüfbare Fakten. Für den 79-Jährigen war es bereits der dritte solche Termin in den vergangenen 13 Monaten. Nach der letzten regulären jährlichen Untersuchung hatte Leibarzt Sean Barbabella dem Präsidenten eine „hervorragende Gesundheit“ bescheinigt.
Im Juli horchten viele auf, als bekannt wurde, dass Trump vorsichtshalber wegen „leichter Schwellungen“ im unteren Bereich seiner Beine erneut untersucht wurde. Wie das Weiße Haus in der Folge mitteilte, leidet Trump demnach an einer chronisch venösen Insuffizienz – also einer Erkrankung der Beinvenen, die vor allem bei älteren Menschen vorkommt. Trump wird am 14. Juni 80 Jahre alt.
Nach einer weiteren Untersuchung in dem Militärkrankenhaus in Bethesda am Rande der Hauptstadt im Oktober war Trump nach Angaben seines Leibarztes nicht nur kerngesund, sondern deutlich besser in Schuss als es sein Alter vermuten ließe. Barbabella kam damals zu dem Schluss, Trump habe das Herz und Gefäßsystem eines 65-Jährigen.
Spekulationen über Trumps Gesundheitszustand wurden in seiner zweiten Amtszeit immer wieder angeheizt – unter anderem als Aufnahmen von teils offenbar überschminkten Blutergüssen an seinen Händen und geschwollen wirkenden Beinen im Netz die Runde machten. Trump erklärte die Blutergüsse mit häufigem Händeschütteln, seine Sprecherin Karoline Leavitt nannte zusätzlich auch noch die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten als Ursache.

