Ukraine News: Tusk pocht auf mehr Mitsprache Polens bei möglichen Friedensverhandlungen – Politik
Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Autobombe bei Moskau – Spekulationen um getöteten General
Russland: Drei Explosionen an Gaspipeline in Dagestan gemeldet
Ukraine zielt auf Straßenverbindung zur Krim
Moskau gibt Kraftstoff-Probleme wegen Kiews Angriffen zu
Urteil in Abwesenheit: Zehn Jahre Haft für Kremlkritiker Chodorkowski
Tusk pocht auf mehr Mitsprache Polens bei möglichen Friedensverhandlungen
Merz, der britische Premier Keir Starmer, der französische Präsident Emmanuel Macron und der ukrainische Staatschef Wolodimir Selenskij hatten sich am Sonntag in London getroffen. Dort stimmten sie eine europäische Haltung zu Russland und zu Gesprächen über ein Kriegsende ab. Merz unterrichtete nach eigenen Angaben am Dienstag Tusk über dieses Treffen. Tusk und er seien sich einig über den Kurs an der Seite der Ukraine, schrieb der Kanzler X. „Wir werden weiter eng koordinieren – dieser Krieg muss jetzt ein Ende finden.“
Tusk berichtete, dass auch die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni von dem E3-Format nicht begeistert sei. Er sprach von einem baldigen Treffen mit Polen und Italien im Format E5. Der polnische Ministerpräsident gestand aber ein, dass auf diese Weise immer mehr Staaten Anspruch auf Teilnahme erheben könnten und der Gesprächsprozess schwierig werde. Das E3-Format lässt auch die nordischen Länder Finnland, Schweden, Dänemark und Norwegen außen vor, die wichtige politische wie militärische Unterstützer der Ukraine sind.
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Autobombe bei Moskau – Spekulationen um getöteten General
Unbestätigten Berichten ukrainischer und russischer Blogger zufolge ist der Tote ein Oberst oder gar General der russischen Raketentruppen. Die mutmaßliche Adresse des 57-Jährigen in Balaschicha stand dabei bereits seit 2023 auf einer öffentlich einsehbaren Feindliste der Ukraine. Im April 2025 starb bereits ein General des russischen Generalstabs in der Stadt am östlichen Stadtrand Moskaus durch eine Autobombe. Gegen Abend entschärften die Behörden zudem einen verdächtigen Gegenstand im Südwesten Moskaus durch eine gezielte Sprengung.
Russland: Drei Explosionen an Gaspipeline in Dagestan gemeldet
In der russischen Kaukasus-Republik Dagestan kommt es in der Stadt Kisiljurt zu Explosionen an einer Gaspipeline. „Nach vorläufigen Informationen kam es an einer Gasfernleitung mit einem Durchmesser von 1200 Millimetern zu drei Explosionen“, zitiert die Nachrichtenagentur Tass das regionale Katastrophenschutzministerium. Informationen über Opfer oder Schäden liegen zunächst nicht vor, die Einzelheiten würden derzeit noch geklärt. In der Industriezone der Stadt brennt es, wie die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Bürgermeisteramt berichtet. Das Feuer habe demnach offenbar eine Gasverteilerstation erfasst.
Selenskij trifft baltische und nordische Regierungschefs in Estland
„Wir werden darüber beraten, wie wir die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine stärken, den Druck auf Russland erhöhen und Europa insgesamt sicherer machen können“, sagte der Gastgeber, Estlands Ministerpräsident Kristen Michal, vor den eintägigen Gesprächen in dem an Russland grenzenden Baltenstaat.
Die nordischen und baltischen Staaten zählen zu den größten Unterstützern der Ukraine. Gemeinsam haben die acht Länder, von denen fünf an Russland grenzen, nach Angaben der estnischen Staatskanzlei bislang Hilfe im Wert von mehr als 42 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Gemessen an der Bevölkerungsgröße sei dies der weltweit höchste Beitrag pro Kopf.
Ein weiteres Gesprächsthema dürfte die Verhinderung von Vorfällen mit einfliegenden Drohnen sein. Im Zuge des Ukraine-Krieges sind bei Angriffen wiederholt fehlgeleitete ukrainische Drohnen in den Luftraum der baltischen Staaten und auch Finnlands eingedrungen und teils abgestürzt. Kiew hatte mit ihnen Ziele im Nordwesten Russlands angegriffen. Größere Schäden oder Verletzte gab es dabei nicht. Die Vorfälle lösten aber politische Diskussionen aus und führten zu Spannungen mit Russland.
Neues Sanktionspaket: EU plant Einreiseverbot für russische Ukraine-Kämpfer
Von der Leyen teilte zudem mit, dass weitere Sanktionen den Finanz- und Energiesektor sowie erstmals auch Fischereiunternehmen treffen sollen. Um Russlands Einnahmen aus Ölexporten zu begrenzen, ist demnach unter anderem geplant, die turnusmäßige Anpassung der Ölpreisobergrenze bis Januar kommenden Jahres auszusetzen. Zudem sollen weitere Schiffe, Banken, Kryptofirmen und Ölhändler aus Russland und Unterstützerstaaten auf die Liste derjenigen Akteure kommen, mit denen Unternehmen aus der EU keine Geschäfte machen dürfen. Von der Leyen kündigte mögliche Verbote von Krypto-Dienstleistungen für Drittstaaten an, die Russland bei der Umgehung von Sanktionen unterstützen.
Weiterhin sollen erstmals Beschränkungen für die Einfuhr bestimmter Fischereierzeugnisse eingeführt werden. Unter anderem die Einfuhr von Kabeljau könnte demnach vollständig verboten werden. Ausweitungen soll es bei den Ausfuhrbeschränkungen für Güter und Technologien geben, die von Russlands Militärindustrie genutzt werden. „Zum Beispiel nehmen wir weitere Metalle und Legierungen ins Visier, die in der Luft- und Raumfahrt sowie im Verteidigungssektor verwendet werden“, sagte von der Leyen.
Dabei zeigten auch die EU-Sanktionen harte Wirkung. So seien etwa die russischen Energieeinnahmen Anfang 2026 um rund 40 Prozent zurückgegangen. „Russlands Wirtschaft verlangsamt sich deutlich. Das Wachstum ist bestenfalls schleppend. Der Haushalt gerät zunehmend unter Druck“, sagte sie. Ein Teil der Sanktionen soll bereits am kommenden Montag bei einem EU-Außenministertreffen beschlossen werden, der andere könnte dann nach noch notwendigen Abstimmungen in den kommenden Wochen erfolgen.
Ukraine zielt auf Straßenverbindung zur Krim
Die Angriffe auf die Brücke zählen zu einer seit Mai laufenden Operation der Ukrainer, die für Russland militärisch bedeutende Krim abzuriegeln. Die russische Armee nutzt die Halbinsel für Luftangriffe auf ukrainisches Gebiet und zur Versorgung ihrer Einheiten in der Südukraine. Allerdings ist die Krim nur über drei Straßen erreichbar – die Strecken über Perekop und Tschonhar im Norden sowie über die neu gebaute Brücke von Kertsch im Osten.
Für Treibstofftransporte per Bahn oder Lastwagen ist die Brücke von Kertsch allerdings zu unsicher. Mehrere Fähren, die von Russland zur Krim kursierten, hat die Ukraine ausgeschaltet. Moskau hat entlang des Asowschen Meeres eine neue Straße zur Versorgung der Krim gebaut. Doch auch dort spüren ukrainische Drohnen mittlerer Reichweite Militär- und Treibstoff-Lkws auf und zerstören sie. Auf der 2014 annektierten Halbinsel, die für Russland zugleich ein wichtiges Feriengebiet ist, musste Treibstoff bereits rationiert worden.
Ein russischer Angriff mit Raketen und Drohnen traf unterdessen in der Nacht die ukrainische Stadt Tschuhujiw im östlichen Gebiet Charkiw und tötete mindestens drei Menschen, wie die örtlichen Behörden mitteilten. Außerdem seien drei Menschen verletzt worden. In der Großstadt Charkiw selbst wurden mindestens 15 Menschen verletzt, zahlreiche Gebäude wurden beschädigt. Die ukrainische Luftwaffe ortete bis zum Morgen 168 russische Drohnen und Raketen, von denen 148 abgewehrt worden seien.
Selenskij: Positives Gespräch mit US-Gesandten Witkoff und Kushner
Die von den USA vermittelten Verhandlungen stocken derzeit, da sich die Regierung in Washington auf den Iran-Konflikt konzentriert. Selenskij betont jedoch, das gemeinsame Ziel eines Friedens in Europa bleibe auf der Tagesordnung. Zudem habe man über die Aussichten auf Gespräche beim kommenden G-7-Gipfel im französischen Evian gesprochen.
Moskau gibt Kraftstoff-Probleme wegen Kiews Angriffen zu
Ein nun im Energieministerium gebildeter Stab mit Unternehmen aus ebendiesem Sektor soll eine stabile und effiziente Versorgung des Landes sicherstellen, teilte die Behörde weiter mit.
Vizeregierungschef Alexander Nowak hatte beim Sankt Petersburger Internationalen Wirtschaftsforum am vergangenen Wochenende bereits eingeräumt, dass Russland derzeit weniger Öl fördere als ursprünglich geplant. Er erklärte dies mit unplanmäßigen Reparaturen – ohne Gründe dafür zu nennen. Von Moskau eingesetzte Behörden auf der annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim und dem ebenfalls annektierten Gebiet Luhansk in der Ostukraine hatten schon zuvor die Ausgabe von Benzin eingeschränkt. Die russische Regierung untersagte außerdem erstmals und zunächst bis Ende November die Ausfuhr von Kerosin.
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Ukraine: Tote und Verletzte nach russischen Angriffen
Im Gebiet Sumy starb ein Mann bei einem russischen Angriff mit Mörsern und Drohnen. Er sei auf einem Fahrrad in der Gemeinde Seredyna-Buda unterwegs gewesen, teilte Gouverneur Oleh Hryhorow mit. Die Gemeinde befindet sich unmittelbar an der Grenze zu Russland.
In der Ostukraine sind Behördenangaben nach zudem mindestens sieben Menschen verletzt worden. Auf die Stadt Slowjansk seien drei Bomben abgeworfen worden, teilte der Militärgouverneur des Gebiets Donezk, Wadym Filaschkin, mit. Es habe Schäden an Verwaltungsgebäuden, einer medizinischen Einrichtung und mehreren Wohnhäusern gegeben. Bis zur Front sind es von Slowjansk aus nur etwa 18 Kilometer.
Urteil in Abwesenheit: Zehn Jahre Haft für Kremlkritiker Chodorkowski
Chodorkowski wurde vorgeworfen, im Herbst 2022 interne Zahlen zu den Verlusten der russischen Armee in der Ukraine veröffentlicht zu haben. In einem Video von 2024 kritisierte er den russischen Raketeneinschlag an einem Krankenhaus für krebskranke Kinder in Kiew mit zwei Toten und vielen Verletzten – auch dies wurde ihm als Diffamierung der Armee ausgelegt.
Es gehört zur Strategie der Moskauer Führung, auch russische Gegner des Ukraine-Kriegs im Ausland mit Strafverfahren zu überziehen. Internationale Haftbefehle werden verschickt in der Hoffnung, deren Bewegungsfreiheit einzuschränken.
Chodorkowski, früher der reichste Mann Russlands, saß von 2003 bis 2013 in Lagerhaft wegen angeblicher Steuerhinterziehung; sein Ölkonzern Yukos kam unter staatliche Kontrolle. Im Exil ist der 62-Jährige einer der bekanntesten Gegner von Kremlchef Wladimir Putin und wendet die Reste seines Vermögens für die russische Opposition auf.
Nato-Kampfjets schießen Drohne über Lettland ab
Der Abschuss erfolgte um 10.05 Uhr Ortszeit über der Gemeinde Berzgale nahe Rezekne im Osten des Landes, teilte Brigadegeneral Kaspars Zdanovskis auf einer Pressekonferenz mit Verteidigungsminister Raivis Melnis mit. Melnis bestätigte bisher nicht die vielfach veröffentlichte Information, wonach die Drohne von einem französischen Kampfjet abgeschossen wurde. Auch der genaue Absturzort sei noch unklar. Berichte über Verletzte oder Schäden gab es demnach bislang nicht. Die Suche nach Trümmerteilen laufe.
In Lettland hatten die Behörden zuvor die Bewohner mehrerer Regionen im Osten des Landes über eine mögliche Bedrohung des Luftraums informiert. In zwei davon wurde die Bevölkerung aufgefordert, Schutz zu suchen. Der Alarm wurde nach dem Abschuss der Drohne aufgehoben.
Im Zuge des Ukraine-Krieges hat es bereits mehrere Vorfälle mit Drohnen in Lettland gegeben. Bei ukrainischen Angriffen waren mehrfach fehlgeleitete unbemannte Flugkörper in den Luftraum des Baltenstaats eingedrungen und abgestürzt, mit denen Kiew Ziele im Nordwesten Russlands angegriffen hatte. Größere Schäden oder Verletzte gab es dabei nicht. Die Vorfälle lösten aber eine politische Krise in Lettland aus und führten zu einem Regierungswechsel.
EU zahlt weitere Milliardenhilfen an die Ukraine aus
Bei der Auszahlung handelt es sich nach Angaben der EU-Kommission um die mittlerweile siebte aus der sogenannten Ukraine-Fazilität. Über dieses Finanzierungsinstrument sollen bis Ende 2027 bis zu 50 Milliarden Euro an das von Russland angegriffene Land gehen können.
Seit Beginn der russischen Invasion 2022 haben die EU und ihre Mitgliedstaaten nach jüngsten EU-Angaben Hilfen im Umfang von knapp 205 Milliarden Euro zugesagt – von militärischer und finanzieller Unterstützung bis hin zu Hilfe für Geflüchtete. Davon kamen 3,8 Milliarden Euro aus Erträgen aus der Verwahrung eingefrorener russischer Vermögenswerte.
Ukraine meldet Angriffe auf russische Ölanlagen
Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben das Öldepot Gruschowa angegriffen. Dieses gehöre zum russischen Ölterminal Schescharis in der Schwarzmeer-Hafenstadt Noworossijsk, teilte der ukrainische Generalstab mit. Zudem meldete er einen Angriff auf eine Pumpstation für Pipelines in der Region Wolgograd. An beiden Anlagen seien Brände ausgebrochen.
Russischer Krim-Gouverneur: Ukraine greift Passagierzug an
Der Personenzug sei auf der Strecke Moskau–Simferopol getroffen worden. „Fahrgäste blieben unverletzt“, teilte Aksjonow mit. Der Zugverkehr wurde in der touristischen Hochsaison vorübergehend eingestellt. Es seien sämtliche Züge evakuiert und die Passagiere in Bussen weitertransportiert worden, teilte die Bahngesellschaft Grand Service Express bei Telegram mit. Bereits vorige Woche gab es nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf einen Nahverkehrszug laut russischen Angaben einen Toten und zwei Verletzte.
Russland hatte die Krim 2014 annektiert und nutzt sie auch als Aufmarschgebiet für seine Truppen im Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiew will mit den Drohnenangriffen vor allem den militärischen Nachschub stören.
Das russische Verteidigungsministerium meldete am Morgen den nächtlichen Abschuss von mehr als 300 Drohnen in verschiedenen Regionen, darunter auch auf der Krim. Überprüfbar sind die Angaben von unabhängiger Seite nicht. Getroffen wurde erneut auch ein Ölterminal in dem Schwarzmeer-Hafen Noworossijsk. Es sei niemand verletzt worden, teilten die Behörden mit.
Ukraine: Fünf Tote bei russischen Angriffen in Region Saporischschja
Bei russischen Angriffen auf die ukrainische Region Saporischschja sind nach Angaben der örtlichen Behörden fünf Menschen getötet worden. Zudem seien 14 Personen verletzt worden, teilte der Gouverneur der Region auf Telegram mit. Russland habe das Gebiet mit Luftangriffen und Artillerie beschossen. Dabei seien Infrastruktur, Wohngebäude und Autos beschädigt worden.
