Ukraine News: Merkel: Europa soll sich in Verhandlungen über Kriegsende einschalten – Politik


Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.

Wichtige Updates

Ukraine: Russische Drohnen treffen drei Frachter im Schwarzen Meer 

Ein Todesopfer und mehr als 30 Verletzte bei russischen Angriffen

Behörden: Mindestens drei Tote bei ukrainischem Angriff auf Großraum Moskau 

Kiew erhält mehr als 500 Soldatenleichen zurück

Selenskij: Russland erwägt Angriff auf Nato-Staat von Belarus aus 

Merkel: Europa soll sich in Verhandlungen über Kriegsende einschalten

Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine aktive Rolle Europas bei den Verhandlungen mit Moskau zur Beendigung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine angemahnt. „Was ich bedaure, ist, dass Europa sein diplomatisches Potenzial aus meiner Sicht nicht ausreichend einsetzt“, sagte Merkel beim WDR-Europaforum in Berlin.

Es sei richtig, dass Europa die Ukraine militärisch unterstütze und auf Abschreckung setze. Aber auch im Kalten Krieg sei die Diplomatie „immer die zweite Seite der Medaille“ gewesen. „Militärische Abschreckung plus diplomatische Aktivitäten. Das finde ich wichtig“, sagte Merkel. Konkrete Vorschläge wolle sie als frühere Regierungschefin aber nicht machen.

Ich sage nur, dass ich es nicht ausreichend finde, wenn Präsident Trump den Kontakt zu Putin hält. Wir sind ja auch wer. 

Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel

Sich selbst sieht Merkel nicht als Vermittlerin. Um mit Putin zu verhandeln und ernst genommen zu werden, müsse man über eigene Macht verfügen. Deshalb habe sie als Kanzlerin 2014 bei den Verhandlungen für eine Friedenslösung im Donbass selbst mit Putin verhandelt: „Ich wäre jetzt nicht auf die Idee gekommen, jemanden fragen, ob er für mich nach Minsk fährt und dort mit Putin spricht.“

Kremlchef Putin hatte vor wenigen Tagen Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder, als europäischen Vermittler ins Spiel gebracht. Das stieß auf breite Ablehnung. Schröder ist ein Freund Putins und wurde nach seiner Zeit als Kanzler für russische Gasunternehmen tätig.

Selenskij: Russland will mithilfe von US-Firmen Getreide von der Krim exportieren

Die Ukraine wirft Russland vor, Getreide von der besetzten Halbinsel Krim unter Beteiligung von US-Unternehmen exportieren zu wollen. Man habe Versuche registriert, den Export von Getreide von der Krim zu organisieren, „und bedauerlicherweise auch andere Formen der wirtschaftlichen Ausbeutung ​der Halbinsel, an denen US-Unternehmen beteiligt sind“, schreibt der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij auf der Online-Plattform X. Zudem versuche die Regierung in Moskau, Investitionen aus „demokratischen Ländern“ für russische Öl- und Gasprojekte in der ⁠Arktis zu gewinnen.

Ex-Präsidialamtschef Jermak gegen Kaution auf freiem Fuß

Das Oberste Anti-Korruptions-Gericht in der Ukraine hat den wegen Geldwäsche-Vorwürfen tagelang inhaftierten früheren Präsidialamtschef Andrij Jermak gegen Zahlung einer Millionen-Kaution auf freien Fuß gesetzt. Medien in Kiew zeigten Aufnahmen, wie Jermak in einem Anzug gekleidet am Morgen das Untersuchungsgefängnis verließ. Er ist unter Auflagen frei und darf die Ukraine nicht verlassen. Erst in der vergangenen Woche hatte das Gericht eine 60-tägige Untersuchungshaft angeordnet.

Das Gericht setzte umgerechnet 2,72 Millionen Euro als Kaution an. Das Geld sei in den vergangenen Tagen von Unterstützern gesammelt worden, berichteten ukrainische Medien. Demnach sollen mehrere Prominente, aber auch Unternehmen Jermaks Anwalt, Ihor Fomin,  hohe Beträge überwiesen haben. Zu den Auflagen gehört, dass Jermak eine elektronische Fessel tragen muss und keinen Kontakt zu anderen Beschuldigten in dem Strafverfahren haben darf.

Der 54-Jährige war bis zu seiner Entlassung im November die rechte Hand von Präsident Wolodimir Selenskij – und beteuert seine Unschuld. Er soll als Angehöriger einer organisierten Gruppe an Geldwäsche von umgerechnet fast neun Millionen Euro im Zusammenhang mit einem Luxusbauprojekt in der Nähe Kiews beteiligt gewesen sein. Jermak weist das kategorisch zurück. Bei einer Verurteilung drohen ihm laut ukrainischen Medien acht bis zwölf Jahre Gefängnis.

Der Fall des nach Selenskij einst zweitmächtigsten Mannes in Kiew erschüttert die Ukraine. Selenskij will das Land in die Europäische Union führen und hat nach einer Vielzahl von Finanzskandalen den westlichen Geldgebern einen kategorischen Kampf gegen die Korruption sowie Reformen zugesichert. Nach der Festnahme Jermaks hatte er sich aber nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Jermak war als Vertrauter Selenskyjs auch lange maßgeblich an den internationalen Verhandlungen für eine Beendigung des Krieges beteiligt. Seit Langem halten sich in Kiew Gerüchte, er lasse sich in der Nähe von Kiew neben anderen eine Residenz in dem Villenviertel „Dynastia“ in dem Ort Kosyn bauen.

Jermaks Anwalt warf dem Gericht bei den Anhörungen vorige Woche vor, nichts als Mutmaßungen zu präsentieren. Es gebe keine Beweise für die Anschuldigungen. Er hatte beantragt, Jermak gegen eine bezahlbare Kaution auf freien Fuß zu setzen. 

Ukraine: Russische Drohnen treffen drei Frachter im Schwarzen Meer 

Bei russischen Angriffen in der Schwarzmeer-Region ​Odessa sind nach Angaben der Ukraine drei Frachter getroffen worden. Darunter sei ein Schiff in chinesischem Besitz, erklärte Präsident Wolodimir Selenskij auf der Plattform X. Die ukrainische Marine meldete, die KSL Deyang sei ​im Schwarzen Meer von einer russischen Drohne getroffen worden. Das Schiff werde von einer chinesischen Crew betrieben und ⁠fahre unter der Flagge der Marshallinseln. Einem Insider zufolge gab es keine Verletzten, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete.

Das Schiff sei nicht nennenswert beschädigt worden, sagte die mit dem ​Vorfall vertraute ​Person. Die Besatzung habe das durch den Einschlag ausgelöste ‌Feuer selbst gelöscht. Zum Zeitpunkt des Angriffs habe ‌der Frachter keine Ladung an Bord gehabt. Er sei auf dem Weg in den ukrainischen Hafen gewesen, um dort Eisenerzkonzentrat zu laden.

Auch die anderen ​beiden getroffenen Schiffe ​waren den ukrainischen Angaben zufolge auf dem Weg ​in Schwarzmeer-Häfen in der Region Odessa. Einer der Frachter fuhr unter der Flagge von Guinea-Bissau, ein anderer unter der Panamas. Letzterer sei auf dem Weg in den Hafen Tschornomorsk ‌gewesen, teilte Regionalgouverneur Oleh Kiper auf Telegram mit. Der Frachter sei beschädigt worden und in ‌Brand geraten. Die Besatzung habe das ‌Feuer jedoch löschen können, Verletzte gebe es nicht. Das Schiff ​habe seine Fahrt fortgesetzt.

Russland hat seit Beginn des Kriegs wiederholt für ​den ukrainischen Export wichtige Seewege ins Visier genommen. Dabei wurden immer ‌wieder Häfen angegriffen, die für den Außenhandel und die Kriegswirtschaft der Ukraine wichtig sind. Die Flaggen der Schiffe sagen wenig über deren tatsächlichen Eigner und Betreiber aus. Panama, Guinea-Bissau und die Marshallinseln gelten als sogenannte Billigflaggenstaaten. Bei ihnen gibt es weniger Abgaben sowie Auflagen bei ⁠der Registrierung und dem Arbeitsrecht, so dass sie von Reedern ‌in vielen ‌anderen Ländern genutzt werden.

Ein Todesopfer und mehr als 30 Verletzte bei russischen Angriffen

Russland hat nach massiven ukrainischen Drohnenangriffen auf Moskau Gegenangriffe auf die Ukraine geflogen. Laut ukrainischen Behördenangaben gab es in der Nacht zu Montag infolge der Angriffe ein Todesopfer und mehr als 30 ​Verletzte. Das ukrainische Militär zählte 524 Drohnen und 22 Raketen. Davon konnten 503 Drohnen und vier Raketen unschädlich gemacht werden, wie die Luftwaffe auf Telegram mitteilte.

In Cherson wurde eine Person getötet, neun weitere Menschen erlitten Verletzungen. In Odessa trafen Drohnen ein Wohngebäude, verletzt wurden ein elfjähriger Junge und ein 59-jähriger Mann. In Dnipro meldeten die Behörden mindestens 18 verletzte Menschen, darunter zwei Kinder. Zudem wurden aus der Region Saporischschja drei Verletzte gemeldet.

In Odessa wurden außerdem ein Hörsaal einer Hochschule und ein Kindergarten beschädigt, wie Militärverwalter Serhij Lyssak auf Telegram schrieb. In Dnipro geriet laut Regionalchef Oleksandr Hanscha das Dach eines 24-stöckigen Hochhauses in Brand. Das Ausmaß der Schäden blieb bisher unklar. 

In Russland waren unterdessen einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax zufolge die Regionen ‌Rostow und Belgorod im Süden des Landes Ziel ukrainischer Angriffe. Hier seien in der Nacht Drohnen abgeschossen worden, berichtete Interfax unter Berufung auf ‌das Verteidigungsministerium in Moskau. Zwei Menschen sind nach den Angaben örtlicher Behörden getötet worden, zwei weitere wurden verletzt. Laut dem Gouverneur der Region Rostow ​war die Luftabwehr unter anderem über der Hafenstadt Taganrog am Asowschen Meer aktiv.

Russland meldet Abschuss von mehr als 3000 ukrainischen Drohnen

Russland hat nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur RIA in der vergangenen Woche mindestens 3124 ukrainische Drohnen zerstört. Die Agentur beruft sich dabei auf Daten des Verteidigungsministeriums. Besonders viele Drohnen seien am 13. und 17. Mai abgeschossen worden – vor allem über dem europäischen Teil Russlands.

Bei dem größten ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Hauptstadt Moskau seit mehr als einem Jahr kamen nach Angaben örtlicher Behörden mindestens vier Menschen ums Leben, drei davon in der Region Moskau.

Litauen: Trümmer einer mutmaßlich ukrainischen Drohne gefunden  

In den baltischen Staaten waren zuletzt wiederholt fehlgeleitete ukrainische Drohnen in den Luftraum eingedrungen und abgestürzt. Nun ist vermutlich erneut ein Flugobjekt niedergegangen – in Litauen. Nach Angaben des Nationalen Krisenmanagementzentrums in Vilnius wurde in einem Feld im Bezirk Utena ein abgestürztes Flugobjekt gefunden. Dabei soll es sich möglicherweise um eine militärische Drohne handeln. Bislang gebe es keine Anzeichen dafür, dass die Drohne explodiert sei. Die genauen Umstände des Vorfalls werden einem Rundfunkbericht zufolge von Sicherheitskräften untersucht.

Zu Herkunft und Art des Flugkörpers gab es zunächst keine Angaben. Erste Informationen deuteten jedoch darauf hin, dass es sich um eine ukrainische Drohne handelt, sagte der Leiter des Krisenmanagementzentrums, Vilmantas Vitkauskas, litauischen Medienberichten zufolge in Vilnius. Der Fundort der Drohne war den Behörden von Anwohnern gemeldet worden. Wann und wie der Flugkörper in den litauischen Luftraum eingeflogen ist und abstürzte, blieb zunächst unklar. Utena liegt im Nordosten des baltischen EU- und Nato-Landes nahe der Grenze zu Lettland und Russlands Verbündetem Belarus.

Behörden: Mindestens drei Tote bei ukrainischem Angriff auf Großraum Moskau 

Bei einem ukrainischen Angriff ​auf ​den Großraum Moskau sind ​in der Nacht zum Sonntag nach Angaben ‌russischer Behörden mindestens drei Menschen ums ‌Leben gekommen. ‌Zudem seien bei Drohnenangriffen ​zwölf Menschen verletzt worden, ​die meisten von ihnen in ‌der Nähe der Moskauer Ölraffinerie. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärt, die „Technik“ der Raffinerie ⁠sei nicht ‌beschädigt ‌worden. 

Nach Angaben der ​indischen Botschaft in Russland ist ein indischer Arbeiter ums Leben gekommen. Drei weitere seien verletzt worden. Vertreter der Botschaft seien ⁠vor Ort gewesen und hätten die Verletzten im Krankenhaus besucht. Man arbeite mit den örtlichen Behörden zusammen, um den Arbeitern die nötige Hilfe zukommen zu lassen. ​

Die vergrößerte Reichweite der neuesten ukrainischen Waffen ändert nach Meinung von Präsident Wolodimir Selenskij die Lage im Krieg erheblich. In seiner abendlichen Videoansprache hob er die Wirkung der jüngsten Angriffe gegen die russische Hauptstadt Moskau und andere weit entfernte Ziele in Russland hervor. „Die Entfernung zu den Zielen beträgt diesmal mehr als 500 Kilometer, was auch deshalb von Bedeutung ist, weil die Region Moskau am stärksten mit russischen Luftabwehrmitteln gesättigt ist“, sagte er. „Aber die ukrainischen Langstreckenwaffen überwinden dies bereits.“ 

Kiew antwortet damit auf die russischen Dauerangriffe der vergangenen Jahre gegen Ziele in der Ukraine. Nunmehr sollten sich Russen Gedanken „über ihre eigenen Raffinerien, ihre Ölförderanlagen und ihre Unternehmen machen und nicht darüber, wie sie das Leben anderer Völker zerstören können“, betonte Selenskij. „Und diese Reichweite unserer Waffen ist es, die die Lage und die allgemeine Wahrnehmung des russischen Krieges in der Welt erheblich verändert.“ Der Krieg kehre somit nach Russland „in seinen Heimathafen zurück“. 

Krim und Moskau Ziel ukrainischer Drohnenangriffe

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russisch besetzte Marinestadt Sewastopol auf der Halbinsel Krim sind nach Behördenangaben in der Nacht mehrere Wohnblocks und Häuser beschädigt worden. Zudem hätten Trümmer einer abgeschossenen Drohne eine Hochspannungsleitung getroffen, wodurch Stromausfälle verursacht worden seien, schrieb der Verwaltungschef der Stadt, Michail Raswoschajew, auf der Plattform Telegram. Das Kraftwerk der Stadt sei aber nicht getroffen worden.

Insgesamt seien 25 Drohnen über mehreren Stadtteilen und dem Schwarzen Meer abgeschossen worden, schrieb Raswoschajew weiter. Verletzt worden sei nach vorläufigen Informationen niemand. 

Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin berichtete zudem am frühen Morgen auf Telegram, in den vergangenen 24 Stunden seien mehr als 120 Drohnen abgeschossen worden. In der Hauptstadt seien mindestens zwölf Menschen verletzt worden, vor allem Arbeiter in der Nähe einer Ölraffinerie. Mehrere Häuser seien beschädigt worden. Diese Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

Im gesamten Land wurden in der Nacht nach Angaben des Verteidigungsministeriums insgesamt 556 ukrainische Drohnen abgewehrt. Das berichtete Russlands staatliche Nachrichtenagentur Tass. Die Angaben aus Moskau konnten zunächst ebenfalls nicht unabhängig überprüft werden. 

Selenskij: Westliche Elektronik in russischen Waffen

Nach schweren russischen Raketenangriffen hat der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij gewarnt, es stecke Elektronik aus dem Westen in neuen russischen Waffen. Selenskij fordert eine Einhaltung der Techniksanktionen gegen Moskau. „Bei dem Angriff auf Kiew in dieser Woche haben die Russen Raketen eingesetzt, die in diesem Jahr hergestellt wurden“, sagte Selenskij. 

„Ohne Komponenten von Unternehmen aus Europa, Japan und den Vereinigten Staaten hätten die Russen diese Raketen einfach nicht herstellen können.“ Gleiches gelte für andere Waffen der russischen Armee bei ihren Angriffen auf ukrainische Städte. Wegen der militärischen Nutzung ist der Export von Elektronikbauteilen nach Russland verboten, solche Teile werden aber oft über Drittstaaten geschickt.

Kiew erhält mehr als 500 Soldatenleichen zurück

Die Ukraine hat nach Angaben aus Kiew erneut Hunderte Soldatenleichen von Russland zurückerhalten. Die sterblichen Überreste von 528 Gefallenen, bei denen es sich nach Angaben der russischen Seite um ukrainische Soldaten handeln könnte, seien Kiew übergeben worden, teilte der ukrainische Stab für Kriegsgefangenenbelange mit. Vermittelt habe das Internationale Komitee vom Roten Kreuz.

Von russischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung. Allerdings hatte die staatliche Nachrichtenagentur Tass am Vortag gemeldet, dass Soldatenleichen ausgetauscht werden sollen. Moskau gebe 526 tote ukrainische Soldaten zurück und bekomme 41 russische Leichen.

Selenskij: Russland erwägt Angriff auf Nato-Staat von Belarus aus 

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij wirft Russland vor, Belarus tiefer in den Krieg hineinziehen zu wollen. Moskau erwäge, vom belarussischen Staatsgebiet aus den Norden der Ukraine oder ein Nato-Land anzugreifen, erklärte Selenskij über den Messengerdienst Telegram. Die Ukraine wisse von weiteren Kontakten zwischen Russland und dem belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko, um diesen zur Teilnahme an neuen russischen Offensiven zu bewegen.

„Russland prüft Pläne für Operationen südlich und nördlich des belarussischen Territoriums“, erklärte Selenskij. Dies betreffe entweder die ukrainischen Regionen Tschernihiw und Kiew oder einen Nato-Staat. Stellungnahmen aus Moskau oder Minsk lagen zunächst nicht vor. ​Selenskij wies die Streitkräfte an, einen Reaktionsplan auszuarbeiten und die Verteidigung im Norden der Ukraine zu stärken. 

Zelenskiy / Official

We clearly understand what is being discussed between Russia and the leadership of Belarus. The Russians have recently stepped up their activity – I mean, in talks with Aleksandr Lukashenko. They want to draw Belarus much deeper into the war and launch additional aggressive operations precisely from Belarusian territory – either against our Chernihiv-Kyiv direction in Ukraine or against one of the NATO countries bordering Belarus. Of course, we will continue defending Ukraine, defending our people, Ukrainians. I instructed Ukraine’s Defense and Security Forces to prepare a response plan, and we will review and approve it at the Staff meeting. We will strengthen the Chernihiv-Kyiv direction. Our partners are also aware of what is happening and what Belarus is being pressured into. We also have Russian documents outlining targets for strikes in Kyiv and other Ukrainian cities – political and military facilities where army leadership and government officials may be located, including here on Bankova Street. They have been nursing this plan for a long time, and now, after Iran, have become active again – trying to locate us and track our movements. The same applies to other members of the Ukrainian leadership, intelligence agencies, and our special services. Some in Moscow have still failed to understand that Ukrainians will never surrender their independence. One way or another – whether on Bankova or without Bankova – we will not surrender our land, our sovereignty, or our state.

t.me

Selenskij kündigt neue Drohnenangriffe auf Russland an

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hat eine Fortsetzung der Angriffe auf die russische Ölindustrie angekündigt. Die Ukraine müsse hart und angemessen auf die Angriffe des russischen Militärs gegen Städte reagieren, sagte er in seiner abendlichen Videobotschaft nach dem russischen Luftschlag gegen Kiew mit 24 Toten. Eine erste Antwort habe es in der vergangenen Nacht gegeben, erklärte Selenskij mit Blick auf die Attacke gegen die Ölraffinerie in Rjasan. „Wir setzen die Operation fort“, fügte er hinzu.

Trump: Russischer Angriff auf Kiew könnte Friedensbemühungen zurückwerfen 

US-Präsident Donald Trump sieht die Friedensbemühungen im Ukraine-Krieg nach einem tödlichen russischen Angriff auf ein Kiewer Wohnhaus gefährdet. Bei dem Angriff auf das Wohnhaus kamen nach ukrainischen Angaben 24 Menschen ums Leben, unter ihnen drei Kinder. „Bis gestern Abend sah es gut aus, aber sie (die Ukrainer) haben einen schweren Schlag erlitten“, sagt Trump zu Journalisten auf seinem Rückflug aus China. Er habe mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping über den Konflikt gesprochen, beide Staatschefs wollten ein Ende der ​Kämpfe. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij fordert unterdessen eine Bestrafung Moskaus für den Angriff. China fordert öffentlich zwar ein Ende des Konflikts und ruft zu Diplomatie auf, gleichzeitig hilft es Russland jedoch wirtschaftlich, die westlichen Sanktionen abzufedern und so den Krieg eher durchzuhalten. 

Unterstützung für Sondertribunal für russischen Angriffskrieg wächst

Wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine unterstützen immer mehr Länder einen möglichen Sondergerichtshof für russische Führungspersonen. Bei einem Außenministertreffen in der moldauischen Hauptstadt Chișinău befürworteten 36 der 46 Europarats-Mitgliedstaaten die Einrichtung eines Sondertribunals für das Verbrechen der Aggression gegen die Ukraine. Sie kündigten nach Angaben des Europarates ihren Beitritt zu einem neuen, erweiterten Teilabkommen an. Zu diesen Staaten zählt auch die Schweiz.

Der Generalsekretär der europäischen Organisation mit Sitz in Straßburg, Alain Berset, nannte die Unterstützung der 36 Staaten und der EU für das Teilabkommen einen „entscheidenden Schritt in Richtung der tatsächlichen Einrichtung des Sondergerichtshofs und der Anerkennung der Verantwortlichkeiten für die Aggression gegen die Ukraine“. Das geplante Tribunal stehe für Gerechtigkeit und Hoffnung. Die Zeit, in der Russland zur Rechenschaft gezogen werde, rücke schnell näher, so Berset.

Der Gerichtshof soll eine Lücke in der Zuständigkeit des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) schließen und die Hauptverantwortlichen für die Verbrechen im Ukraine-Krieg bestrafen. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha würdigte die Zustimmung in Chișinău als historischen Tag: „Wir machen Geschichte. Genau wie das Nürnberger Tribunal vor 80 Jahren wird dieser Sondergerichtshof in Den Haag Gerechtigkeit aus den Trümmern des Krieges wiederherstellen.“

Geplant ist auch eine Internationale Schadenskommission für die Ukraine. Sie baut auf ein seit 2023 bestehendes Schadensregister für das von Russland angegriffene Land auf. Dem Europarat zufolge gingen bereits mehr als 150 000 Ansprüche auf Entschädigung ein. Die Schadenskommission soll diese Ansprüche prüfen und darüber entscheiden. 





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