Trump richtet scharfe Warnung an Iran
US-Präsident Donald Trump droht mit einer Wiederaufnahme des Kriegs gegen Iran. „Für den Iran tickt die Uhr, und sie sollten sich besser schnell bewegen, sonst wird von ihnen nichts mehr übrig bleiben“, schrieb er auf seiner Onlineplattform Truth Social. „Die Zeit drängt.“
Das US-Nachrichtenportal „Axios“ zitiert Trump nach einem Interview mit der Aussage, dass Iran „viel härter“ als zuvor getroffen werde, sollte die Führung des Landes in den Verhandlungen um ein Kriegsende keinen besseren Vorschlag vorlegen. „Wir wollen ein Abkommen schließen. Sie sind noch nicht da, wo wir sie haben wollen. Sie müssen dorthin gelangen, sonst werden sie hart getroffen“, betonte der US-Präsident.
Keine neuen „Torheiten“ – heißt es aus Iran
Die Reaktion aus Teheran ließ nicht lange auf sich warten. Ein iranischer Militärsprecher warnte laut der Nachrichtenagentur Tasnim, jede neue „Torheit“ der USA werde „noch vernichtendere und schwerere Schläge“ zur Folge haben. Vom iranischen Militär hieß es weiter: Washington werde mit „neuen offensiven und überraschenden Szenarien“ konfrontiert, sollte es seine Drohungen in die Tat umsetzen.
Fakt ist: Der mangelnde Fortschritt bei den diplomatischen Bemühungen sorgt in Washington zunehmend für Frust. Die Zeitung „New York Times“ hatte bereits am Freitag berichtet, das Pentagon bereite sich auf einen möglichen Neubeginn des Kriegs vor. Hintergrund sei, dass die Ziele – insbesondere mit Blick auf das iranische Atomprogramm – bislang nicht erreicht worden seien.
Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu erörterte laut der Internetzeitung „The Times of Israel“ am Sonntag mit Trump die Möglichkeit einer Wiederaufnahme des Kriegs gegen Teheran. Netanjahu hatte zuvor gesagt: „Unsere Augen sind weit geöffnet in Bezug auf Iran.“ Die Zeitung „Jediot Achronot“ schrieb, Israel warte auf eine Entscheidung Trumps.
Am seidenen Faden
Die USA und Israel hatten den Krieg gegen den Iran Ende Februar begonnen. Teheran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel und Staaten am Persischen Golf, weil diese als US-Verbündete betrachtet werden. Seit dem 8. April gilt eine von Trump zuletzt einseitig verlängerte Waffenruhe. Spannungen in der Region hatten die Waffenruhe jedoch mehrfach ins Wanken gebracht. Sie hänge nur noch am seidenen Faden, mahnte Trump schon vor Tagen.
Saudi-Arabien meldete unterdessen erneut Drohnenangriffe. Drei unbemannte Flugobjekte seien am Sonntag abgefangen und zerstört worden, nachdem sie aus dem irakischen Luftraum eingedrungen seien, hieß es in einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums im Onlinedienst X.
Kurz zuvor hatten bereits die Vereinigten Arabischen Emirate drei Angriffe von einfliegenden Drohnen gemeldet. Zwei wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums abgefangen, eine traf einen Stromgenerator außerhalb des inneren Sicherheitsbereichs des Atomkraftwerks Baraka. Woher die Drohnen stammten, werde noch untersucht, hieß es.
Klingbeil sieht Weltwirtschaft bedroht
Die Finanzminister der G7-Gruppe führender westlicher Industriestaaten befassen sich an diesem Montag bei einem Treffen in Paris mit den Folgen des Konflikts. Vor Beginn des G7-Treffens warnte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil vor den wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs und der faktischen Sperrung der Straße von Hormus.
Er sprach von einer „ernsthaften Bedrohung für die Weltwirtschaft“. Der Krieg schade der wirtschaftlichen Entwicklung massiv.
Irans Streitkräfte hatten kurz nach Kriegsbeginn die Kontrolle über die für den Öl- und Gashandel wichtige Straße von Hormus übernommen. Durch Drohungen, Kontrollen und Angriffe auf Schiffe kam der Verkehr in der Meerenge weitgehend zum Erliegen. Die Folge waren weltweit deutlich steigende Energie- und Kraftstoffpreise.
Die Meerenge ist laut Iran zudem vermint. Teheran betont stets, die Straße von Hormus sei nur für Irans Feinde gesperrt. Faktisch müssen sich Reedereien mit iranischen Kontaktstellen koordinieren und dürfen anschließend nur einen Korridor nahe der iranischen Küste passieren. Dafür verlangt Irans Führung hohe Gebühren.
haz/se (dpa, rtr, afp)
