Raúl Castro: USA planen offenbar Anklage gegen Kubas Ex-Präsidenten Castro


Das US-Justizministerium bereitet nach übereinstimmenden Medienberichten eine Anklage gegen den
ehemaligen kubanischen Präsidenten Raúl Castro vor. Der Schritt steht im Zusammenhang mit dem Abschuss von zwei zivilen US-Flugzeugen im Jahr 1996. Damals hatte die kubanische Luftwaffe zwei Maschinen der Hilfsorganisation Brothers to the Rescue abgeschossen. Die Organisation half damals vor allem kubanischen Bootsflüchtlingen, sie war ein Zusammenschluss aus Exilkubanern und Gegnern des damaligen kubanischen Präsidenten Fidel Castro, dem Bruder von Raúl. Später warf die Organisation auch Anti-Castro Flugblätter über Kuba ab, was die kubanische Führung damals verurteilte, weil sie ihren Luftraum verletzt sah.

Bei dem Abschuss wurden vier Menschen getötet, es gab eine internationale Ermittlung und eine UN-Resolution, in der Kuba aufgefordert wurde, die Regeln der internationalen Luftfahrt einzuhalten. Der damalige US-Präsident Bill Clinton verurteilte den Abschuss damals mit deutlichen Worten. Kubas Regime verteidigte die Aktion mit der Begründung, dass die US-Flugzeuge kubanischen Luftraum verletzt hätten.

Castro hat immer noch eine gewichtige Rolle in Kuba

Raúl Castro war zu dem Zeitpunkt Verteidigungsminister und hatte damit den Oberbefehl über die Luftwaffe und die MiG-Kampfjets, die den Abschuss ausführten. 2006 übernahm er dann das Präsidentenamt von seinem kränkelnden Bruder Fidel Castro. 2018 übergab er die Macht an seinen Getreuen Miguel
Díaz-Canel
. 2021 trat er auch als Chef der Kommunistischen Partei Kubas
zurück. Obwohl der heute 94-Jährige seither das Rampenlicht weitgehend meidet, gilt Castro
weiter als machtvolle Eminenz hinter den Kulissen. Das zeigt sich unter
anderem an der prominenten Rolle seines Enkels Raúl Guillermo Rodríguez
Castro, der sich bereits heimlich mit US-Außenminister Marco Rubio getroffen hat und vergangene Woche mit CIA-Direktor John Ratcliffe sprach.

Mittlerweile ist Raúl Castro 94 Jahre alt, er gilt aber weiter als sehr machtvolle Eminenz hinter den Kulissen (das Bild zeigt ihn im Jahr 2018 bei der Machtübergabe an Miguel Díaz-Canel). © Pool/​Getty Images

US-Präsident Donald Trump strebt offen einen
Regierungswechsel in Kuba an. Er ließ die Energieversorgung der ​Insel kappen, es herrscht Treibstoffmangel, Strom
ist oft nur für ein oder zwei Stunden am Tag verfügbar. Die
Spannungen ‌zwischen den Nachbarstaaten gehen auf die
kommunistische Revolution unter ​Fidel Castro im Jahr 1959
zurück. In den Folgejahren verbündete sich ⁠Castro mit ​der
Sowjetunion und enteignete Unternehmen sowie Ländereien ‌von
US-Bürgern, was den Grundstein für den jahrzehntelangen Konflikt
legte. Aus dieser Zeit stammt auch das ‌allgemeine Embargo der
USA gegen die Insel, das bis heute in Kraft ​ist.



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